Mittwoch, November 03, 2010

Essbare Wildpflanzen im November

Ich habe für den Newsletter von 'Essbare Wildpflanzen' wieder einen Beitrag geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten wollte:

Der rohköstliche Tipp im November Es ist kalt geworden. Die meisten von uns werden sagen: "Viel zu früh!" Viele Wildpflanzen, die für uns Rohköstler so wichtig sind, überstehen aber die nächtliche Kälte noch ganz gut und lassen deshalb nicht morgens gleich den Kopf hängen. Löwenzahn, Purpurrote Taubnessel und Vogelmiere werden uns also noch ein bisschen erhalten bleiben. Aber je kälter es wird, desto weniger werden sie wachsen. Dafür taucht nun an verschiedenen Stellen schon wieder der wilde Ackersalat auf und der wilde Schnittlauch hat seit zwei Wochen auch schon wieder eine Größe erreicht, um ihn ernten zu können und seine kräftige Würze für Salat und Gemüsegerichte zu nutzen. Und wem dieser noch nicht scharf genug ist, der findet nun wieder fast in jedem Gartenbeet das Behaarte Schaumkraut.



Aus Gärtnersicht ist es eines der lästigsten Unkräuter, das sich zudem in den letzten Jahren enorm verbreitet hat. Die Samen des kleinen Kreuzblütengewächses sind zahlreich und halten sich auch im Kompost sehr gut, so dass es fast überall in den Gärten zu finden ist. Für Rohköstler, die täglich ihre frischen Wildpflanzen nutzen möchten, ist das natürlich im wortwörtlichen Sinne ein 'gefundenes Fressen'. Und solange die Fröste nicht zu stark sind, leidet dieses kleine widerstandsfähige Kraut auch nicht darunter. Morgens noch darniederliegend, wacht es mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages wieder auf, schüttelt die Eiskristalle ab und steht frisch und knackig da, als wäre nichts gewesen. Halten Sie jetzt Ausschau nach dem Behaarten Schaumkraut, das der Botaniker Cardamine hirsuta nennt. Sein Geschmack erinnert deutlich an Kresse und die Verwandtschaft mit Wiesen-Schaumkraut, Cardamine pratensis, und Bitterem Schaumkraut, Cardamine amara, kann es nicht leugnen. Es eignet sich hervorragend als Würzkraut für Salate und rohe Gemüsegerichte. Gleichzeitig stärkt es unsere Gesundheit.

Gerade jetzt im Spätherbst, wenn überall die Erkältungskeime herumschwirren, ist die antibakterielle Wirkung seiner scharf schmeckenden Senfölglykoside besonders willkommen. Außerdem enthält es beachtliche Mengen an Vitamin C. Nutzen Sie also jede Gelegenheit, um es zu verwenden. Sie können auch einige Blättchen davon in die Backentasche schieben, so können die keimtötenden Inhaltsstoffe schon im Mundraum wirken und Entzündungen von Hals und Atemwegen vorbeugen.


Nächste Exlursion 'Essbare Wildpflanzen': Berlin, 13.November