Sonntag, November 13, 2011

Wie ich das Räuchern entdeckt habe

Es ist immer wieder lustig, wenn ich Menschen zu Räucherseminaren einlade: Gibt es dann die Rohkost dort geräuchert, werde ich oft gefragt. Dabei räuchere ich weder Fisch noch Fleisch - auch keine Rohkost (bisher zumindest nicht), sondern ich verräuchere getrocknete Pflanzenteile, Hölzer und Harze. Am kommenden Freitag findet ein Räucherabend in Vaihingen/Enz statt - wer da noch dabei sein möchte, melde sich ganz schnell bei mir.
Ich will aber heute mal erzählen, wie ich zum Räuchern gekommen bin - hier ein Auszug aus dem Vorwort von "Sinneserlebnis Duft - Räuchern mit Pflanzen, Harzen und Hölzern":
>>...Seit vielen Jahren gilt den Pflanzen meine ganze Aufmerksamkeit – ich plane mit ihnen Gärten, Wintergärten und begrüne Innenräume. Ich schreibe über sie, berichte über ihre Ansprüche und Fähigkeiten im Fernsehen und ernähre mich ausschließlich von ihnen. Ihre Inhaltsstoffe und deren gesundheitliche Wirkungen waren für mich daher immer schon von Interesse. Und ebenso hat mich ihre psychologische Wirkung tiefgreifend interessiert. Ist es doch genau dieser Anteil ihrer vielfältigen Wirkungen, der bei Innenraumbegrünungen besonders zum Tragen kommt. Für mich als Planerin ist dies der wichtigste Aspekt. Dass Pflanzen in Verbindung mit Feuer aber noch ein ganz anderes Wirkungsspektrum aufweisen, diese Tatsache war mir zwar schon Jahre vorher bewusst geworden, erschien mir aber lange nicht wert, sie tiefer zu ergründen. Während meines Studiums der Gartenbauwissenschaften hatte ich mich schon mit den Weihrauchbäumen im Oman auseinander gesetzt. Ein Freund, der beruflich im Oman zu tun hatte, brachte mir damals Räuchergefäß, Kohle und Weihrauch bester Qualität mit. Ich war fasziniert und probierte das Räuchern aus – mit wenig Erfolg. Obwohl ich den Geruch mochte, fand ich keinen Zugang dazu. Esoterisch angehauchte Berichte über das Räuchern führten bei mir eher zur Abneigung, und so blieb der Weihrauch mitsamt Kohlen und Gefäß in der Schublade. Bis zu jenem Tag, als ich Christine bat, mir etwas über das Räuchern zu erzählen, weil ich einen Artikel über Räucherpflanzen schreiben wollte. Christine als gestandene Geschäftsfrau machte einen seriösen Eindruck und verließ sich ganz auf die Wirkung der Harze, die sie bei unserem ersten Treffen verräucherte. Und dabei sprang der Funke über – ich fragte, sie antwortete –, mein Artikel war schnell fertig, und obwohl dieser mit vier Druckseiten nicht kurz war, war ich nicht befriedigt. Immer mehr Fragen tauchten auf und so traf ich mit ihr eine Vereinbarung: Ich wollte eintauchen in ein Räucherjahr und meine Erfahrungen niederschreiben, als Hilfe für all jene, die mehr zum Thema „Räuchern mit Pflanzen“ erfahren wollen...
Die Tatsache, dass Sie dieses Buch in Ihren Händen halten, ist allein dem Duft der Pflanzen geschuldet. Sie beeindruckten meine Nase auf so wundersame Weise, dass ich nicht umhin konnte, diese Dufterlebnisse zu Papier zu bringen. Immer dann, wenn ich das Thema gerade wieder beiseite legen wollte, trat ein neuer Duft, eine neue Pflanze in mein Wahrnehmungsfeld und zog mich wieder in ihren Bann. Oft waren es besondere Erlebnisse, die mich mit den Pflanzen oder ihren Harzen verbanden. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich mich den im duftenden Rauch enthaltenen Inhaltsstoffen der Pflanzen nicht entziehen kann, und ich machte mich auf den Weg – meinen persönlichen Räucherweg. Nun hoffe ich, dass ich Neulingen helfen kann, ihren „Räucherweg“ zu finden, sowie alte Hasen und Profis mit meinen Erfahrungen bereichere.<<