Donnerstag, Januar 19, 2012

Der atmende Gott und die Intelligenz im kleinen Zeh

Teil meiner Yoga-Challenge ist es übrigens auch, über und von Yoga zu lesen und theoretisch zu lernen. Ich als Kopfarbeiterin finde in der Theorie manchmal einen Zugang zu Dingen, die mein Körper erst einmal nicht begreifen will. So lese ich immer wieder gerne die Erklärungen von B.K.S. Iyengar zu den Haltungen - manch ein Asana habe ich so erst richtig schätzen gelernt.


 Jetzt ist der Film von Jan Schmidt-Garre "Der atmende Gott" erschienen und ich konnte natürlich nicht umhin, ihn anzuschauen.Es hat sich sehr gelohnt. Haben mich am Anfang die alten, wirklich qualitativ sehr schlechten Filme von Krishnamacharya etwas irritiert, hat mich die Lebendigkeit von Patthabi Jois dann aufgeweckt. Und dannder Auftritt von Iyengar - fast rührend ist er in seinem Bemühen, seinen Schülern den Sinn und die Art und Weise des Yoga, so wie er es versteht, nahezubringen. Seine ungehaltene Anstrengung hat mich sehr an mich selbst erinnert, wenn mir etwas ganz wichtig erscheint. Dann werde ich auch ungehalten und verzweifle fast daran, wenn jemand nicht versteht, was ich vermitteln will. Genau zu spüren war aber auch die große Güte und Menschenliebe, die dahinter steht. So wie Iyengar seine Asanas lehrt, will er, dass wir spüren, was sie bewirken und deshalb war eine Quintessenz des Films für mich: Zurück auf die Matte, dort allein kann man lernen. Und erst dann, wenn die Asanas des Tages erfüllt sind, darf der Kopf sich mit Lesen und grauer Theorie beschäftigen. Nur auf der Matte spürt man, wie Iyengar sagt, die Intelligenz im kleinen Zeh.
Ein schönes Interview mit Jan Schmidt Garre gab es übrigens in der Welt am Sonntag vom 8.1.2012.