Dienstag, Juli 31, 2012

Erstaunlich? Neandertaler aßen Heilpflanzen

Heute gibt es mal wieder was zum Amüsieren, was für Wildpflanzen-Interessierte nichts Neues sein dürfte.

Der Spiegel schrieb vorvergangene Woche über Untersuchungen des Zahnsteins von Neandertalern und die darin gefundenen Reste von Wildpflanzen. Bittere Medizin  - Neandertaler aßen Heilpflanzen
Darin äußert man sich sehr überrascht über diese Pflanzenreste, immerhin ist das Ganze ja schon 50.000 Jahre her und die Neandertaler hatten keine Bücher, in denen Sie sich über die Wirkungen von Heilpflanzen schlau machen konnten... Na sowas, wie kamen die nur auf die Idee, diese Pflanzen zu essen??? Und wie seltsam, ich zitiere: "Auch Reste von Nüssen, Gräsern und Gemüse habe man nachgewiesen. Kaum vertreten seien dagegen Proteine und eindeutig von Fleisch stammende Substanzen. Das deute darauf hin, dass die Neandertaler in dieser Region (Spanien) und zu dieser Zeit eher wenig Fleisch und dafür eine relativ vielseitige Pflanzennahrung zu sich nahmen. Schon frühere Studien waren zu dem Ergebnis gekommen, dass Neandertaler Grünzeug durchaus zu schätzen wussten.
Sollten tatsächlich die Zeiten vorbei sein, indem Veganer sich anhören mussten, dass der Mensch doch schon immer Fleisch gegessen hätte?
Noch viel befremdlicher war für mich allerdings, das Erstaunen der zitierten Wissenschaftler: "Dass das kein Zufall ist, sondern die Substanzen gezielt als Arzneien genutzt wurden, schließen die Forscher aus der Tatsache, dass die Pflanzen nicht sonderlich nahrhaft gewesen seien. Obendrein hätten sie bitter geschmeckt, schreibt das Team um Karen Hardy von der Autonomen Universität Barcelona"... "Dass dieses Individuum bitter schmeckende und wenig nahrhafte Pflanzen wie Schafgarbe und Kamille aß, ist ziemlich überraschend", sagt Stephen Buckley von der britischen University of York, einer der beteiligten Forscher.

Was bitte, hätte der Mensch damals denn sonst essen sollen? Die Wildpflanzen waren nie nur unsere Medikamente - die brauchte der frühe Mensch nur selten - sondern sie waren unsere Ur-Nahrung, jeden Tag, bei jeder Gelegenheit. Denn, lieber Spiegel. und liebe Forscher: damals gab es noch keinen Anbau, nein, kein Getreide, und folgerichtig auch weder Brot, Brötchen, Hamburger, etc. Damals gab es auch noch keine weitergezüchteten Gemüse, Riesen-Äpfel oder Kohlköpfe wie heute - es gab einfach nur die Wildpflanzen. So war das, man aß einfach was auf der Wiese rumstand und blieb damit gesund.
Und so ist diese Schlussfolgerung aus dem Artikel einfach falsch: "Die Funde aus der El-Sidrón-Höhle haben dazu beigetragen, viele falsche Vorstellungen über die Neandertaler zu beseitigen", sagt Studienleiter Antonio Rosas vom Naturhistorischen Museum in Madrid. Man wisse heute, dass diese Frühmenschen ihre Körper schmückten, sich um ihre Kranken kümmerten und ihre Toten begruben. Jetzt habe man auch über ihre Ernährung und ihr Heilpflanzenwissen mehr dazugelernt." Nein, die Neandertaler haben Pflanzen vermutlich nicht unterschieden wie wir es heute machen, den Begriff der Heilpflanzen kennen wir erst seit lange lange nach Christus, für sie waren alle Pflanzen "Nutzpflanzen" - essbare und nicht essbare, heilkräftige und magische, alle Wildpflanzen vereinen diese Kräfte in sich und das ist es, was wir heute wieder lernen müssen.

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