Mittwoch, August 14, 2013

Von hier aus die Welt verändern - Vegan in Stuttgart mit Koerle und Adam

Ihr Lieben - nein ich bin nicht ins Sommerloch gefallen - ganz im Gegenteil. Ich habe soviel Arbeit, dass ich einfach nicht zum Bloggen komme. Aber dennoch und gerade weil es derzeit ja hoch hergeht in den Medien und rauf und runter diskutiert wird, ob der Veganismus denn nun der Weisheit letzter Schluss zum Thema Klimarettung oder eine unverschämte Idee von Politikern ist, muss ich mal wieder was dazu sagen.

Ich bin ganz dankbar für die Diskussion, die die Grünen mit Ihrem Vorschlag zum Veggietag vom Zaun gebrochen haben, obwohl ich die Letzte bin, die anderen vorschreiben möchte, wann sie sich wie zu ernähren haben. Zwei Dinge möchte ich dazu sagen:

1. Bin ich der Meinung, dass jede Mensa, Kantine etc., die von einer öffentlichen Institution betrieben wird, an jedem Tag der Woche doch bitte eine wohlschmeckende vegane Alternative bereit halten sollte - dann bräuchte man solche absurden Diskussionen gar nicht zu führen. Ich bin überzeugt, auf diese Weise hätten wir schon längst viel weniger Fleischkonsum.

2. Politiker, die nur ein Pferd satteln, um es hinter dem Stall stehen zu lassen und in die Limo zu steigen, sind mir suspekt. Viel zu oft habe ich grüne Politiker von Wildbret schwärmen hören und dem ach so leckeren Fleisch vom Biobauern, welches sich viele ihrer Wähler noch nicht mal leisten können. Ich glaube vielmehr, hier wollte sich jemand eine noch nicht bediente Wählergruppe einheimsen, bin aber der Meinung, dass Veganer ebenso wenig einer einzigen Partei auf den Leim gehen, wie alle anderen, die eine bestimmte Ernährung bevorzugen auch. Oder sind alle Computerfans, die sich von Pizza und Cola ernähren, zwangsläufig Piraten? Ich glaub das nicht - ich halte Wähler für eigenständig denkende Menschen, die sich nicht nach den Wahlplakaten, sondern nach Inhalten entscheiden. Sollte jedoch Frau Merkel nun auf die Idee kommen - wäre ja nicht das erste Mal - einen guten Vorschlag einer anderen Partei unbürokratisch und noch besser schnell umzusetzen - dann hoffe ich, dass sie meinen unter 1. aufgeführten Vorschlag als Verbesserung aufgreift.

Ich glaube, das alles Entscheidende ist der Geschmack - und daher kommt hier mal wieder ein Restauranttipp für Veganer - und Rohköstler finden da auch was...

Wir haben neulich das Koerle&Adam in Stuttgart-Feuerbach getestet und für sehr lecker befunden. Aber schaut selbst - alles vegan:

Tagliatelle 'Sorpreso'

Fenchelsalat mit Mandeln und Kichererbsen

Eistörtchen von dunkler Schokolade und Birne mit Fruchtpürrees




Von Außen fast ein wenig unscheinbar - hält die Küche mehr als die Karte verspricht - Schwäbisches Understatement halt - wir können damit umgehen und freuen uns, dass es nicht anders rum ist.

Hier könnt ihr einen Blick auf die Speisekarte werfen und hier das Restaurant von innen anschauen - bei gutem Wetter gibt es auch Plätze im Freien.
Das Restaurant hat schon eine ganze Menge Auszeichnungen bekommen und wir sagen:
1. Sehr gute Küche mit Liebe gemacht.
2. Offen für Sonderwünsche - Rohkost ist möglich.
3. Vegan verstanden - auch wenns nicht überm Eingang steht und manche Gerichte vegetarisch sind - wir finden: hier ist man auf dem richtigen Weg. Übrigens so richtig, dass man Glück haben muss, einen Platz zu bekommen, will man kurzfristig dort essen gehen.
4. Besonders nett finden wir folgende Aktion von Koerle und Adam (den Aufkleber bekommt ihr im Restaurant - ich hab mir auch einen mitgenommen - er steht jetzt hier am Schreibtisch und ermutigt mich jeden Tag! ):

(c) Koerle und Adam

Be the change: Redest du noch oder handelst du schon?

Unsere Aktion „Von Stuttgart aus die Welt verändern“ soll zum Mitmachen und Nachdenken anregen.

Die Lebensmittelskandale waren einfach zu häufig, die Bilder gequälter und ausgebeuteter Tiere zu oft gesehen, die Folgen für Gesundheit und Umwelt zu oft schon am eigenen Leib gespürt, als dass man all das noch in irgend einer Weise wirksam wegreden könnte.  Immer mehr Menschen fangen deshalb an, für sich selbst Konsequenzen daraus zu ziehen und sagen sich „Bis hierhin und nicht weiter“.

„Der Mensch kann nicht nur kommen und gehen – er muss für irgendwas dagewesen sein.“, schrieb Arthur Miller sinngemäß in „Tod eines Handlungsreisenden“. Aus genau dieser inneren, über Jahre gewachsenen Überzeugung heraus, haben wir uns dazu entschlossen, in unserem eigenen Rahmen aktiv zu werden und eine kleine Aktion ins Leben gerufen - ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Es handelt sich dabei um einen einfachen blauen Aufkleber, der in Postkartenform an unsere Gäste, Freunde oder Mitstreiter in der Sache weitergereicht wird - das ist alles. Uns sind schlicht solche Fragen wichtig wie „Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Wie behandle ich Natur und Tier? Was und Wo kaufe ich ein? Was esse ich? Wie gehe ich mit Ressourcen um?...“. Diese Fragen sich auch im Bewusstsein anderer Menschen in einfacher, aber begreifbarer Form fortpflanzen zu lassen, ist unser Ziel.

Mit dem Anbringen dieses Stickers kann ab sofort jeder diese Aktion unterstützen.
(Koerle und Adam)