Dienstag, Oktober 08, 2013

Pilzsaison = Buchsaison


So liebe ich ihn - den Steinpilz!

Ja, die Pilze sind da... Etwas spärlich für meine Begriffe in diesem Jahr und wenns jetzt auch noch bald kalt wird (der Wetterbericht schwankt seit Tagen zwischen herbstlichem Hoch und winterlicher Kälte), dann ist die Frage: Wie lange noch? Also: Schnell raus in den Wald und nochmal prüfen, was der Moosboden so hergibt. Wir haben das schon letzte Woche getan und viele viele Pilze gefunden. Leider waren es zuviele und zwar zuviele Unbekannte. Trotzdem macht es mir immer wieder Freude auch diese zu identifizieren und dazu habe ich dieses Jahr den "Pilzberater für unterwegs" von Björn Wergen genutzt.

http://www.ulmer.de/artikel.dll/Webshop?RC=ULMERBLOG&ISBN=978-3-8001-7950-3


Es ist ein kleines handliches Buch, das man gut auch mit auf die Pirsch nehmen kann. Mir als Buchliebhaberin fällt sowas immer schwer, weil ich nicht möchte, dass die Bücher dabei beschmutzt und beschädigt werden. Das ist vielleicht ein Tick und ich sehe ja gerade bei meinen eigenen Büchern, vor allem bei "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich", dass es viele Menschen mit raus nehmen, Zettel einkleben, etwas anmarkern und die ein oder andere Pflanze darin pressen. Schön finde ich das - aber nur zum Zuschauen. Meine Bücher sind in der Regel wenn ich sie gelesen habe noch wie neu.. Ja, so hat halt jeder Seins. Aber so bin ich nun auch mit Björns Buch umgegangen - ich habe schön die Pilze, die mich interessiert haben und bei denen ich mir unsicher war, mit nachhause genommen und dann gelesen. Und mich dann auch mehrfach umentschieden - erst den Rotfußröhrling verworfen, dann nach der Lektüre wieder aus dem Bioabfall geholt... Wir hatten aber viele andere eindeutige Genießerpilze wie Parasol, Steinpilze, Birkenpilze, Maronen etc. gefunden, so dass wir darauf auch nicht angewiesen waren.
Meine wichtigste Frage war: "Ein "Birkenpilz", der etwas dunkler aussieht als ein gewöhnlicher Birkenpilz - ist das überhaupt eines dieser köstlichen Exemplare?" Und diese Frage war mit einem Mal Buch aufschlagen - nix Blättern, Inhaltsverzeichnis suchen, etc.- geklärt. Prima, so stell ich mir einen "Pilzberater für unterwegs" vor. Da hätte ich den Pilz dann auch stehen lassen können? Nein, denn das entscheidende Merkmal war: "Fleisch verfärbt sich nach Anschneiden graublau". So lieb ich das - eindeutige Beobachtung, eindeutige Aussage: "Pappel-Raufuß - gekocht essbar, roh giftig." Brauchbare Antwort auf meine Frage, und der Pappel-Raufuß kann nächstes Mal gleich im Wald bleiben. Alles Weitere zu Autor und dem empfehlenswerten Buch findet ihr hier.

Übrigens noch eine Anmerkung: Es greift eine Unsitte um sich. Bei Facebook und anderen Ortes sieht man immer wieder Pilzberge, die manche Menschen aus dem Wald nachhause schleppen, um sie dann erst zu bestimmen und gegebenenfalls wegzuwerfen. So ist das doch nicht gedacht, der Wald braucht seine Pilze und wir sollten nur die rausnehmen, die wir wirklich auch essen. Also bitte, die vielen Pilzfamilien stehen lassen und nur ein Exemplar zum Bestimmen mitnehmen. So machen das echte Pilzliebhaber - oder eben doch das Buch mit in den Wald nehmen ;-)

Ach und  wo wir gerade beim Thema Büchersaison sind: Morgen bin ich in Frankfurt auf der Buchmesse - freue mich, euch vielleicht dort zu treffen!