Dienstag, Januar 28, 2014

Eisenversorgung bei Pflanzenessern - pflanzliches Eisen ist mehr wert!

Ihr Lieben, in der Rangliste der Fragen zur Unterversorgung bei uns Pflanzenfressern , kommt mit schöner Regelmäßigkeit, wenn man gerade B12, Proteine und Fette abgearbeitet hat, die Frage nach der Eisenversorgung.

Rein wissenschaftlich gesehen, müssten wir bei all den Ernährungsfragen mit den Schultern zucken und ehrlich sagen: Wir wissen es (noch) nicht genau. Was wir wissen ist, dass vegane Ernährung und auch rohköstliche Ernährung möglich sind und - richtig durchgeführt - auch sehr gesund sind, das zeigt die Empirie. Und das wissen übrigens auch die Amerikaner und die Australier, bei uns in Deutschland sind die offiziellen Stellen da leider noch zurückhaltend.

Aber immer mal wieder gibt es neue Veröffentlichungen, die kleine Bausteine sind im Großen Ernährungswust und deutlich machen, dass die Dinge einfach anders laufen als bisher vermutet. Wir Pflanzenesser wussten das ja nun schon aus Erfahrung. Bei mir zum Beispiel hat sich der Eisenmangel und die damit verbundene Anämie nach einem halben Jahr erledigt gehabt - zum Erstaunen der Ärzte und ganz ohne Eisentabletten. Letztere hatte ich nämlich direkt mit der Umstellung auf Rohkost & Wildpflanzen weggelassen. Und wie bitte soll so etwas funktionieren, wenn ich damals gegelaubt hätte, was bis dahin Stand der Wissenschaft war. Natürlich wollte ich auch wissen wie es funktioniert, da kann ich als Wissenschaftlerin auch nicht aus meiner Haut. Aber überzeugt hat mich das pure Erleben.
Und heute finde ich es einfach schön, wenn ich dann Veröffentlichungen wie diejenige die Dr. Christina Schmidbauer in ihrem Artikel zitiert lesen kann:

Pflanzliches Eisen geht seine eigenen Wege

lautet die Überschrift und Sie beschreibt darin,wie pflanzliches Eisen aufgenommen wird, und dass es ein anderer Aufnahmeprozess ist als bei anorganischem Eisen. Die Quintessenzen, die sie aus den zitierten Studien gefiltert hat sind dabei:

Pflanzliches Eisen hat Vorteile gegenüber Eisensalzen weil:

  1. Die Aufnahme des in der Pflanze vorliegenden Ferritinmoleküls den Darm nicht schädigt, wie das bei Oxidation der Eisenionen an der Darmzelle geschieht.
  2. Pflanzliches Eisen langsamer und damit sicherer und kontrollierter aufgenommen wird.
  3. Pflanzliches Eisen nicht dieselben Wege nimmt wie anorganische Eisensalze und Hämeisen, was die Möglichkeit der Behandlung derjenigen Patienten eröffnen könnte, die auf die Gabe von herkömmlichen Eisenpräparate nicht reagieren.

Wer das alles noch mal nachlesen will, der kann das hier tun - da sind auch die Originalquellen angegeben.


Bedauerlicherweise - das möchte ich dazu sagen, kamen auch diese Studien nicht ohne Tierversuche aus - obwohl viele viele von uns Pflanzenessern die besten Versuchsergebnisse liefern könnten. Deshalb auch mein Aufruf an die Kollegen da draußen in den Labors: Es gibt jeden Tag genügend Umsteiger von konventioneller auf vegane Ernährung - forscht doch da mal nach, wie sich die Werte und Stoffwechsel dabei verändern und sucht endlich nach Möglichkeiten die armen Tiere da rauszulassen. Und hier gibts mehr Infos zur Wissenschaft ohne Tierversuche.