Mittwoch, Februar 12, 2014

Was wir (nicht) sehen: Bärlauch, Blinddarm, Genmais und Gewalt.

Ihr Lieben, das Frühjahr ist schon fast da, die ersten Stürme sind schon über uns hinweggefegt, Frau Holle und ihr Gefolge streuen Blumen und lassen die ersten zarten Pflänzchen wieder sprießen. Den ersten Giersch habe ich mit Hochgenuss verspeist. Und da ich wusste, dass es einfach Zeit sein muss für den ersten Bärlauch, habe ich am Sonntag mal gespickelt - und siehe da:

 Die ersten zarten Frühjahrskräuter...

ja, er ist es, der Bärlauch (Rezept) und im Vordergund das Scharbockskraut


Manchmal ist es unser Gefühl, unsere Intuition, die uns hinschauen lässt und nicht allein das Wissen. Ich frage mich in diesem Zusammenhang: Wer oder was hat all diese Politiker geritten, die für den Anbau von Genmais in Europa gestimmt haben? (hier zu den Ergebnissen der namentlichen abstimmung, falls jemand wissen möchte, wer wie gestimmt hat) Und ich bin mir sicher: Sie haben mehrheitlich einfach nicht hingesehen, sich nicht auseinandergesetzt und sich schon gar nicht auf ihr Gefühl verlassen - oder vielleicht doch? Sie sind einfach dem Herdentrieb, den Anordungen ihrer Parteioberen gefolgt und haben es vorgezogen, keinen Ärger zu bekommen.

Und was lässt uns Wissenschaftler immer wieder an der Wahrheit vorbeischrammen? Wieso haben Mediziner jahrzehntelang einen Feldzug gegen den Blinddarm geführt? Einst galt der Wurmfortsatz des Darmes als rudimentär. Nun haben wir aber erkannt, dass er einen wichtigen Dienst tut, er dient als Reservoir für die Bakterien einer gesunden Darmflora. Der Blinddarm hält diese vor und sorgt dafür, dass nach einer Erkrankung und Zerstörung der Flora des Darms, eine Neubesiedelung mit gesunden Bakterien von alleine vonstatten gehen kann - er ist ein Selbstheilungsorgan erster Güte.  Und wir haben es nicht gesehen. Ich habe so etwas immer geahnt, aber eine Ahnung ist kein Beweis und so bin ich heute einfach dankbar dafür, dass mein Arzt vor 30 Jahren mich durch jede Blinddarmreizung (und es waren einige) mit Geduld begleitet hat und ihn mir erhalten hat. Das ist nicht in allen Fällen möglich, dass weiß ich und ich möche hier nicht zu waghalsigen Versuchen aufrufen - aber sicher ist mit Betreuung eines Arztes öfter möglich, den Blinddarm zu erhalten.

Als letztes Beispiel, dafür, dass wir nicht sehen, was offensichtlich sein könnte, möchte ich auf einen kleinen Film hinweisen, der sich lohnt, ihn anzuschauen.


"Majorité Opprimée" zeigt wie es sein könnte, wenn ein Mann ein Frauenleben führen würde. Die französische Regisseurin Éléonore Pourriat zeigt uns darin einfach eine Spiegelung, keine adaptierte Wahrheit und dennoch öffnet uns diese Spiegelung eine Sicht, die erschreckt.

Was, wenn uns die Augen aufgingen und wir endlich sehen würden? Wir würden das Bedürfnis jedes einzelnen Menschen sehen (unter anderem auch das Leid der Männer, darüber könnte man wohl einen eigenen Film drehen) und unsere wahren Bedürfnisse dahinter erkennen, zum Beispiel:

Sicherheit (wir würden keinen Genmais anbauen, weil der Parteikonsens es verlangt)
Gemeinschaft und Rücksicht (wir würden forschen als würden wir an Wunder glauben und nicht nur nach Drittmitteln jagen)
Liebe (wir würden uns gegenseitig als Menschen respektieren und nicht als Mann oder Frau handeln)

In diesem Sinne wünsche ich uns allen gute Sicht!