Freitag, Juni 20, 2014

Gute Idee oder der Trick mit dem billigen Gemüse?

Normalerweise habe ich ja eine Meinung. Diese kann ich in der Regel auch begründen. Dieses Mal allerdings fällt es mir schwer. Schaut Euch mal dieses Video einer französischen Supermarktkette an.



Auf den ersten Blick hört sich das alles ganz gut an. Aber wer sich ein bisschen auskennt auf dem Obst- und Gemüsemarkt, der wundert sich auch. Es ist doch wirklich nichts Neues, dass Obst und Gemüse, welche nicht 1A-Qualität sind, zu Saft, Suppen und anderen Produkten verarbeitet werden.  Nicht alles Gemüse und Obst wird vernichtet. Aber es wird genug vernichtet aufgrund von mangelnder "Verkaufsfähigkeit", keine Frage.
Gleichzeitig werden aber auch ganze Produktionen von perfektem Gemüse und Obst vernichtet, um die Preise stabil zu halten - bei Tomaten kennt man das, auch bei Äpfeln und hört auch immer mal wieder davon, wenngleich eher am Rande, so etwas wird möglichst nicht publik gemacht.

Was hat Intermarché dazu getrieben, das 2.-Wahl-Gemüse nun in ihren Märkten anzubieten. Meine Vermutung: Der niederigere Preis und das vermeintlich soziale Verhalten locken nun mindestens zwei andere Käuferschichten in deren Läden - zum einen diejenigen mit dem kleineren Geldbeutel und zum anderen diejenigen, die ihr Gewissen dorthin treibt, weil sie sich besser fühlen, wenn sie sich des deformierten Gemüses annehmen. Bin ich zu negativ eingestellt heute oder wittere ich hier einfach zurecht eine andere Absicht hinter der Sache - was meint Ihr?


Wer weiß, dass wir Europäer Tomatenprodukte in Länder exportieren, die selber Tomaten anbauen könnten und damit ihre Wirtschaft aufbauen und Autarkie erreichen könnten (was wir allerdings verhindern), der sieht die Agrarpolitik der EU nicht so rosig und fragt sich, warum wir auf Teufel komm raus mehr produzieren müssen?
Wenn dieses "Abfall"-Gemüse verkauft werden kann, wozu brauchen wir dann noch das normierte Gemüse mit meist weniger Inhaltsstoffen? Dann können wir doch zurückkehren zu der ursprünglichen Landwirtschaft mit einem Anbau von alten Sorten in Bioqualität, ohne Pestizide und ressourcenschonender Bodenbearbeitung. Irgendwas stimmt hier nicht - hier ist was faul, und es sind nicht die Tomaten. Ich wünsche mir auch, dass Supermärkte ordentliche Verträge mit Biobauern machen und die Abnahme der gesamten Produktion garantieren - in sofern wäre das eine Möglichkeit, allein ich trau der Sache hier noch nicht so richtig - daher meine Frage: Was meint Ihr dazu?

Um noch etwas Positives beizutragen: Eine Sache, die ich befürworte und unterstütze ist das Schuläpfelprogramm hier im Südwesten - das unterstützt die Obstbauern und die Gesundheit der Schüler.