Montag, Oktober 20, 2014

Neulich im Krautgarten - Utopia

Ich hab neulich einen Krautgarten besucht und mich dabei wie auf einer Zeitreise gefühlt. Früher, während des Studiums hatten wir auch so einen Garten. Meine Freundin hat ihn immer Utopia genannt, weil jeder sich dort verwirklichen durfte, wie er wollte. Der eine wollte das Unkraut wachsen lassen, die andere wollte es jäten und ein paar Blümchen zwischen das Gemüse säen.

Herbst im Krautgarten


Ein Garten ist einfach auch der Ausdruck der persönlichen Lebenseinstellung. Und so finden sich auch in diesem Garten jede Menge essbarer Wildpflanzen zwischen den Kulturen, bei manchen mehr, bei manchen weniger. Schön ist das. Ich wundere mich dennoch immer über den Riesen-Komposthaufen, wo jetzt in Bergen das ausgerupfte Franzosenkraut und die gejätete Vogelmiere draufgeworfen werden. Wo man die doch so schön essen könnte.
Vielleicht war es das, was meine Freundin damals mit "Utopia" ausdrücken wollte, ein Ort, an dem die friedliche Koexistenz von "Unkraut" und "Kulturgemüse" möglich ist - und auch die von kultivierten Gärtnern und Wildpflanzenliebhabern, im Gegensatz zu Schrebergärten, wo häufig darauf geachtet wird, dass der Parzellenbesitzer sein "Unkraut" auch ordentlich entfernt - da gibts fei koan Wildwuchs - gell.
Vielleicht fühlt sich der ein oder andere Gärtner ja von diesen Bildern inspiriert und macht aus der Vogelmiere nun mal Salat.

alles braucht einen Namen - für mich ist es Utopia


ordentlich bei den einen, aber für meinen Geschmack etwas kahl

das Franzosenkraut bei den andern - lecker, lecker

manche mögen es bunt wie Mangold

friedliche Koexistenz von Spinat, Borretsch und Franzosenkraut, im Hintergrund Vogelmiere