Freitag, Januar 02, 2015

Lesen: Die Nacht von Samhain


Vorgestern, im alten Jahr noch, habe ich über "Verbindung" geschrieben und wie schwer es für uns Menschen ist, Verbindungen einzugehen. Und dennoch ist es das, wonach wir uns sehnen. Ein wunderschönes Buch, in dem es um die Verbindung geht, die wir Menschen mit Tieren und Pflanzen einmal hatten, durfte ich in den letzten Wochen lesen. Vielleicht war dieses Buch sogar ein Auslöser dafür, dass ich soviel über diese Themen nachgedacht habe.

http://www.amazon.de/Die-Nacht-von-Samhain-heiligen/dp/3943066312/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1420192636&sr=1-1&keywords=nacht+von+samhain
Mit Klick aufs Cover könnt Ihr reinlesen.



"Es geschehen seltsame Dinge im Heiligental. Wilderer töten die letzten Luchse. Ein geplanter Staudamm wird das Tal vernichten. Und plötzlich streifen keltische Krieger aus einer längst vergangenen Zeit durch den Wald.
Arthur und Julius, die Söhne des Försters, kämpfen verzweifelt um ihre Heimat und geraten dabei in einen Strudel zerstörerischer Machenschaften. Aber wer ist der wahre Drahtzieher hinter den unheimlichen Ereignissen? An Samhain, wenn nach keltischem Glauben die Toten für eine Nacht aus der Anderswelt zurückkehren, soll sich alles entscheiden.
Dieses Buch bietet atemberaubende Spannung und zugleich faszinierende Einblicke in die Zusammenhänge der Natur und die Geschichte der Kelten auf der Schwäbischen Alb."
Die Nacht von Samhain ist 2014 im Landhege-Verlag erschienen.


Thomas Faltin - Redakteur der Stuttgarter Zeitung und promovierter Historiker - hat "Die Nacht von Samhain" geschrieben. Wie so oft bei guten Büchern war auch dieses eigentlich nur für den Hausgebrauch gedacht, um es seinen beiden Söhnen vorzulesen. Es wäre schade gewesen, wenn wir es nicht zu lesen bekommen hätten, auch wenn ich die Vorstellung, dass ein Vater nur für seine Kinder ein Buch schreibt, auch schön finde.

Thomas Faltin (c) Achim Zweygarth

Eigentlich ist das Buch eine Fantasy-Geschichte, wenn man so will, und ich hätte es sicher nicht gelesen, wenn es mir nicht mehrmals und von verschiedener Seite empfohlen worden wäre - und wenn es mich nicht ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen hätte.
Der Autor hat mit seinen Beschreibungen der Natur und der Erfahrungen, die die beiden Brüder mit und in ihr machen, sofort meinen Nerv getroffen. So viele Sätze sind in diesem Buch geschrieben, die mir aus der Seele gesprochen haben und würde ich beschreiben müssen, was unsere Verbindung zur Natur ausmacht, dann würde ich mir wünschen, dass ich es so formulieren würde.

Dieses Buch ist nicht nur ein Kinderbuch, es ist ein Buch für alle, die diese tiefe kindliche Sehnsucht nach Natur in sich tragen und die sich nichts mehr wünschen, als diese Verbindung, die uns oft verloren erscheint, neu zu beleben.

In der Geschichte begegnen wir Figuren, die trotz unterschiedlichen Antriebs dieses Ziel haben und es sind die Kinder, denen die Verbindung mit der Natur gelingt. Ihr Anliegen ist es, den alten Bund zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen wieder herzustellen und in diesem Dreieck entspannt sich die Geschichte, die auch die Verbindung zu unseren keltischen Vorfahren mit Leichtigkeit herstellt.

Ich habe das Buch nun schon mehrfach verschenkt und empfohlen und bin immer wieder erstaunt, welche Begeisterung es auslöst. Das schönste Erlebnis, das ich damit hatte, war wie ein 10-Jähriger den Luchs auf dem Cover tätschelte, ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben.

Wie üblich hatte ich auch bei diesem Buch die große Hoffnung, bis zum Schluss nicht enttäuscht zu werden. (Das ist eine Unart von mir, ich gebe es zu - aber Ihr kennt das sicher: wenn Euch eine Geschichte oder ein Film gefällt, dass Ihr hofft, der Autor möge das bloß gut zu Ende bringen.) Das hat Thomas Faltin getan, mit Nachsicht hat er auf uns Menschen und unsere Eigenschaften geschaut, die Tiere nicht glorifiziert, sondern sie mit uns und den Pflanzen auf eine Ebene gestellt - versucht das uns alle Verbindende zu erkennen und zu beschreiben - und er ist trotz allem Zwist gnädig geblieben, bis auf die letzte Seite.

im Keltenwald (c) Thomas Faltin

Wenn ihr diese Sehnsucht nach der Verbindung mit der Natur spürt und Euch fragt, wann und wie diese verloren gegangen sein könnte, wenn Ihr Kinder habt - egal ob Jungen oder Mädchen - dann ist dieses Buch ein Muss. Lest es und sortiert es irgendwo zwischen Harry Potter und Tolkien ins Regal.
Und wenn Ihr noch mehr vom Autor direkt erfahren wollt, dann findet ihr hier alles Wissenswerte und auch Termine bei denen Ihr Thomas Faltin und Ragnar den Luchs live erleben könnt - wer Luchsohren wegen der Püschelchen mag, ist da genau richtig.