Samstag, September 26, 2015

Ähriges Christophskraut




Die Zeit des Süßennichtstuns ist nun vorbei und gestern war die erste Herbstexkursion. Schön war es und wir haben die köstlichen Herbstfrüchte ebenso genossen wie die nun wieder frisch sprießenden Kräuter. Heute geht's weiter und morgen bin ich mal wieder in München mit einer Exkursionsgruppe unterwegs.

Dort bin ich zuletzt auf das Ährige Christophskraut gestoßen und habe festgestellt, dass dem armen Kräutlein in manchen Büchern ganz schön Unrecht getan wird. Es stammt aus der Familie der Hahnenfußgewächse und da liegt nahe, dass es ähnliche giftige Stoffe wie der Rest der Familie etnhält (hier ist es Magnoflorin, sonst meist Protoanemonin, was der Grund dafür ist, dass es nicht gegessen werden soll.
 
Ähriges Christophskraut - Actaea spicata
Neuere Untersuchungen weisen aber darauf hin, dass in den Früchten keine Giftstoffe enthalten sein sollen - so zumindest die Auskunft im Buch von Bruno P. Kremer: Essbare und giftige Wildpflanzen (erschienen im Ulmer Verlag, 2014), in dem auch jede Menge Beeren abgebildet sind. Er bezeichnet die schwarzen Beerenfrüchte auch als "durchaus schmackhaft".

Früher soll die Pflanze in der Volksheilkunde bei Frauenleiden, Hautkrankheiten, Asthma und Kropf sehr beliebt gewesen sein. Ich habe mich leider auch nicht rangetraut und so muss ich warten, bis die Pflanze mir wieder begegnet, um eine Beere zu kosten. Mehr allerdings nicht, denn weil die Pflanze nur noch selten vorkommt, ist sie in manchen Gefährdungslisten als "besonders geschützt" eingestuft und sollte deshalb nicht gesammelt werden. Das Bundesamt für Naturschutz stuft sie aktuell allerdings nicht als gefährdet und geschützt ein. Nun ja, sie ist selten und damit aus meiner Sicht auch schützenswert. Und so ganz geklärt scheint die Sache mit den Giftstoffen wohl noch nicht zu sein - daher will ich hier keine Empfehlung abgeben - aber vielleicht gibt es irgendwann bessere Informationen dazu.
Interessant fand ich die Pflanze vor allem, weil die Beeren an einer krautigen Pflanze wachsen, was eher ungewöhnlich ist. Zudem sehen sie den wirklich giftigen Beeren vom Liguster sehr ähnlich. Ihren Namen hat sie übrigens dem Schutzheiligen Christophorus zu verdanken. In der Homöopathie wird Actaea spicata bei Rheuma verwendet, vor allem wenn Hände und Füße schmerzen, zum Beispiel bei Kälte und Anstrengung. 

Essbare und giftige Wildpflanzen