Donnerstag, Dezember 01, 2016

Advent mal anders

Adventskalender, Weihnachtsfeiern, Lebkuchen... - sorry, es ist mir alles zu viel. Seit September drängen sich mir Spekulatius und Co auf, der Weihnachtsrummel ist seit dem überflüssigen Black Friday in vollem Gange und gestern lief in einem Geschäft doch tatsächlich schon Weihnachtsmusik in Dauerschleife. Arrrggghhhh - ich will das nicht, diese Weihnachtsvergewaltigung.
Nein, ich bin nicht geschädigt, ich hatte immer wunderschöne Weihnachten als Kind, und ich bin auch nicht komplett unromantisch. Aber ich will mir nun mal nichts aufzwängen lassen. Ich brauche keine 32 Online-Adventskalender und überall kleine Weihnachtsmänner. Ich wünsche mir andere Dinge. Deshalb habe ich mir Folgendes für die Adventszeit vorgenommen:

- Telefonanrufe bei Freunden, die ich schon lange mal wieder anrufen wollte, um nicht nur an sie zu denken, sondern ihnen auch zu sagen: Ich bin noch da.

- Mittagspausen an der frischen Luft - lieber setze ich mich abends noch eine Stunde länger an den Schreibtisch. Das Fernsehprogramm hat ohnehin nichts Anderes zu bieten als Kling Glöckchen Klingelingeling.

- Rohkostschokolade statt Spekulatius. Herkömmliche Spekulatius esse ich nicht, aber wenn ich meinen Christstollen (roh&vegan versteht sich) am Tag vor Heiligabend mache, reicht das auch noch völlig. Bis dahin kann ich mich mit Schokoladenzubereitung beschäftigen, was ich schon längst einmal wieder machen wollte.

- Entrümpeln statt Dekorieren. Seit Jahren stehen hier Dinge rum, die keiner mehr braucht und die nur Platz wegnehmen. Bisher war der Januar mein Lieblingsmonat, was das Thema Akten aussortieren betrifft - auch das werde ich jetzt auf die Adventszeit verlegen - am 24. 12. wird das Finanzamt ja wohl nicht noch Akteneinsicht wollen.

- Sport statt Spieleabende. Spieleabende sind toll, keine Frage, aber ich bin in den letzten Monaten ohnehin viel zu viel gesessen, um das neue Buch fertig zu kriegen. Mir wäre es jetzt viel mehr nach einer netten Runde Squash, Badminton oder Tischtennis, als nach "Scotland Yard". Und das geht ja auch mit Freunden - Federball spielen kann jede/r und Tischtennisplatten gibt es auch im Freien, man muss sie nur nutzen. Und Yoga geht natürlich immer - überall gibt es jetzt Extra-Yogakurse (MUC)  und Charity-Yoga (BB) - das könnt ihr ja auch mal ausprobieren.

- Wichteln würde ich schon gerne. Ich hatte während meiner Studienzeit einmal einen unvergesslichen Abend beim Schrottwichteln. Man lernt sehr viel über sich und seinen Drang, etwas haben zu wollen, bei diesem Spiel gegen die Uhr mit Würfel und Co. Leider habe ich vergessen, wie es ging - falls jemand von euch das weiß und eine Anleitung hat, bitte gerne unten in die Kommentare schreiben.

- Weihnachtsmarkt muss sein? Vielleicht, ja, aber auch das nur, um Freunde zu treffen und einen lustigen Abend zu haben, nicht um pappsüßen Glühwein zu trinken und Bratwurst zu essen. Ich würde mir einen Smoothie-Stand oder Kokoswasser wünschen... Weiß jemand, ob es das irgendwo gibt??? Zur Not geht auch ein Wein, solange er vegan und roh ist. Vegane Weihnachtsmärkte findet ihr hier.

- Wildpflanzen statt Ente - Wenn ich eines weiß, dann ist es, dass jetzt die Zeit ist, um sich nicht noch zu belasten, es reicht schon, dass es so früh dunkel wird, da sollten wir nicht auch noch Dinge essen, die depressiv machen. Ich freue mich auf einen Adventspotluck und über die vielen Wildpflanzen, die es jetzt noch zu finden gibt, aber die armen Tiere - die gerade jetzt vermehrt verzehrt werden - tun mir unendlich leid. Ich bin immer wieder fasziniert von den Speisekarten der veganen Restaurants - köstlicher geht es nicht, da braucht es weder Lachs noch Ente.

Goldnessel - hinten - darum geht's im nächsten Post dann.

Ich  bin  gespannt, was diese Adventszeit so mit sich bringt. Ich hoffe, wir werden alle eine lustige Zeit haben bis dahin.

Heute Abend im SWR-Fernsehen 18:15 Uhr gibt es übrigens einen Beitrag mit mir zum Thema Innenraumbegrünung. Wohnen im Grünen ist einfach schön - vielleicht habt ihr Lust euch das anzusehen - wer es verpasst, findet den Beitrag danach auch in der Mediathek.


(c) C. Karstedt