Dienstag, Dezember 10, 2013

Grüner Winter

Gibt es etwas Schöneres als diese grünen Wintertage? Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo der Winter schon im Oktober einzog, sind wir, zumindest hier im Süden, dieses Jahr gesegnet mit sonnigen Tagen und noch viel frischem Grün. An solchen Tagen gehe ich so oft wie möglich raus und bin ganz erstaunt, was ich noch alles Essbares finde. Da sind die typischen Winterpflanzen, wie die Schaumkräuter, die Goldnessel, Brombeerblätter etc. Und am Wochenende habe ich die ersten jungen Brennnesseln geerntet - wir haben ja Frühling, hier.
Aber da gibt es auch noch viele viele andere Pflanzen zu entdecken und gerade gestern bin ich wieder auf eine dieser Pflanzen gestoßen, die das lange Jahr brauchen, um erst einmal aufzufallen. Sie hat auch noch gleichzeitig geblüht und gefruchtet - ein Kreuzblütler mit auffälligen Früchten. Da heißt es auch für mich: Bestimmungsbücher rausholen und nachlesen.
Ein Buch ist mir in all den Jahren ans Herz gewachsen und in diesem Jahr in neuer überarbeiteter Auflage erschienen, deshalb möchte ich es hier einmal vorstellen. Es ist kein Bestimmungsschlüssel im klassischen Sinne, aber es hilft beim Wiedererkennen der Pflanzen ganz hervorragend, weil die wichtigsten Merkmale der Pflanzen präzise dargestellt und beschrieben werden. Außerdem wird in der "Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen" ihr Nutzen beschrieben, hier also kann man nachlesen, wenn man wissen möchte, welche Pflanzen essbar, ungenießbar oder eingeschränkt verwendbar ist. Ein eigenes Kapitel ist den wirklich giftigen Pflanzen gewidmet. 
Mit Steffen Guido Fleischhauer, dem Autor, arbeite ich jeden Monat am Wildpflanzen-Magazin (ich schreibe darin den "Rohköstlichen Tipp"). Ich schätze die Arbeit von Steffen sehr und auch seine Bücher. Die Enzyklopädie ist mir das wichtigste darunter und ich nutze es seit es 2003 erschienen ist und seit einigen Monaten nun in der neuen Ausgabe. Seit 2003 wurde es verbessert und bereichert mit aktualisiertem Wissen. Das einzige, was mir nicht so gut gefällt: die Pflanzen sind nicht mehr nach botanischen Namen sortiert, ich muss nun also immer im Index nachschauen. Aber das ist nicht tragisch und für Nicht-Botaniker vielleicht sogar angenehmer, weil die Sortierung so dem Bestimmungsschlüssel nach Blattformen folgt. Schaut mal rein - es lohnt sich. 

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(c) AT-Verlag

Und so sieht dann die praktische Arbeit damit aus.

Merkmale vergleichen hilft auch beim Bestimmen der Storchschnäbel

Blütenherzen - man sieht die Merkmale oft nur wenn man genau hinschaut und auch mal was auseinandernimmt