Montag, September 24, 2018

Apfelstrudel mit Kornelkirschen und Brennnesselsamen – alles drin für den Herbst


Sorry, Ihr Lieben, jetzt habt ihr wirklich lange nichts mehr von mir gehört, ich war unterwegs in München und Augsburg. Am Samstag hatte ich Wildpfalnzenexkursion in München und gestern war ich auf der Biosüd, der Fachmesse für den Biohandel in Augsburg. Ein kleiner Wiesnbummel war auch noch dabei und Pilze sammeln bei der Exkursion inklusive.
Aber jetzt gibt es hier erst einmal eine kleine Entschädigung:

Es ist Apfelstrudelzeit oder vielmehr Kornelkirschenstrudelzeit: Ich hab ein altes Rezept rausgekramt, das jetzt gerade aktuell und lecker ist. Kommenden Sonntag auf Exkursion werden wir vermutlich schon die letzten Kornelkirschen pflücken können, dann ist die Saison vorbei. Also noch schnell was gestrudelt: 



Kornelkirschen und Brennnesselsamen – alles drin für den Herbst

Herbstzeit ist Erntezeit. Eine Zeit, die auch der Vorbereitung auf den Winter dient. Jetzt hält die Natur noch einmal alles für uns bereit, um uns gut auf die kargere Zeit danach vorzubereiten: Früchte, wie die Kornelkirschen, die reichlich Vitamine und Sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die unser Immunsystem stärken, und Samen, wie die der Brennnessel etwa, die wertvolle Fettsäuren beinhalten, damit unser Körper daraus Fette aufbauen kann. Diese dienen ebenfalls als Speicher, damit unser Körper und vor allem auch das Gehirn, was viele dieser Fette benötigt, auch im Winter gut arbeiten kann.

Besondere Samen sind die Nüsse, die sich zwar einige Zeit lagern lassen, aber in ihrer Zusammensetzung jetzt besonders wertvoll sind und uns neben Fettsäuren auch wertvolle Aminosäuren, die Grundbaustoffe der Eiweiße, liefern.

Daneben sprießen nun auch wieder zahlreiche Kräuter, denen die Sommerhitze eher zuviel war. Sie erstarken jetzt mit den kühler und feuchter werdenden Tage wieder, um dicke Teppiche an Vogelmiere, Gundermann, Franzosenkraut oder Taubnesseln hervorzubringen. Und viele haben sich nun ausgesät und keimen überall. Wir können wir uns nun noch einmal richtig satt essen an dem frischen Grün.

Und nicht zu vergessen: Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kürbisse, Brombeeren, Hagebutten, Esskastanien, und vieles andere gibt es jetzt zuhauf. Die Vielfalt der herbstlichen Ernte ist kaum überschaubar. Deshalb sind jetzt Gerichte in denen sich von allem etwas findet, wie der unten beschriebene Apfelstrudel, Gerichte meiner Wahl. So eine reichhaltige Auswahl bietet einfach nur der Herbst. Er ist daher meine liebste Jahrezeit.

Gestrudelte Äpfel im Kornelkirschenmantel


© Dr. Christine Volm

für zwei Strudel aus zwei backblechgroßen Fruchtlederbögen

1 kg Bananen
300 g reife süße Kornelkirschen
1 EL Flohsamenschalen

4 Äpfel
½ TL Zimt
1 EL Mandelmus
2 EL Rosinen
3 EL Zitronensaft, etwas abgeriebene Zitronenschale
etwas Wasser
Sonnenblumenkerne
3 EL Brennnesselsamen

Die Bananen schälen, die Kornelkirschen entsteinen und beides zusammen mit den Flohsamenschalen fein pürieren.
Das Püree auf 2 mit Backpapier ausgelegte Backbleche oder auf die Einlegebögen für Trocknungs- oder Dörrgeräte einige mm dick ausstreichen und im Backofen bei leicht geöffneter Tür und Temperaturen unter 40 °C oder im Lebensmitteltrockner/Dörrgerät trocknen. Das so entstandene Fruchtleder ersetzt den Teig eines herkömmlichen Strudels und soll daher noch elastisch und mit der Füllung gut rollbar sein.
Die Äpfel entkernen und in kleine Stifte schneiden. Das Mandelmus mit den Rosinen und dem Zitronensaft sowie etwas abgeriebener Zitronenschale und wenig Wasser pürieren. Dann die Apfelstifte, Sonnenblumenkerne und Brennnesselsamen unterheben. Je die Hälfte der Masse auf einen Fruchtlederbogen geben und den Bogen einrollen. Die Strudel sind direkt fertig zum Verzehr.

Mehr köstliche Herbst-Rezepte hier.

Sonntag, September 16, 2018

Wenn der Himmel voller Töpfe hängt, dann ...

Werbung - Reklame - Empfehlung - mit Begeisterung *


isch mer em Schleggiga Egg! Für nicht des Schwäbischen Mächtige: is(s)t man im Schleggiga Egg.

Ja, hm, also "Zom schleggiga Egg" - das lässt sich eigentlich nicht übersetzen, weil es der Eigenname des derzeit innovativsten Restaurants in Stuttgart ist. Aber es heißt soviel wie "Zum schleckigen Eck" und schleckig, damit meinen Schwaben die Zeitgenossen, die "a bissle hoikel" bei ihrer Essenswahl sind, die nicht alles essen, sondern immer etwas Besonderes brauchen. Solche Leute wie, ja, sagen wir es ruhig, wie Veganer. Und genau für die kocht Thomas Glässing und seine Crew im Schleggiga Egg.


Wir haben uns das jetzt eine gute Weile angeschaut, was er alles auf den Teller bringt und es auch schon getestet und uns gefragt, wie man das "Egg" denn jetzt einschätzen soll: Bodenständig, weil es hier gute Hausmannskost gibt oder innovativ, weil alles veganisiert ist. Ich habe mich für innovativ entschieden, weil wer "Gaisburger Marsch mit Jackfruit und saisonalem Gemüse" oder "Maultasche an Berliner Currysoße" zubereitet, der kocht nicht nur vegan, sondern eindeutig innovativ und hebt sich von allem anderen bisher vegan Dagewesenen deutlich ab.

Bei unserem ersten Besuch habe ich mich nicht nur über die Kupferkessel, siehe oben, sondern auch über die Blümchen auf den wenigen kleinen Tischen gefreut (ja, Platzreservierung wird empfohlen!). Ich gebe zu, bei Blumen bin ich bestechlich, weil ich es sehr gerne mag, wenn man auch auf Kleinigkeiten achtet.


Auch die Zwiebelsprossen auf den Gemüsenudeln fand ich eine gute Idee. Immerhin frisches Grün und nicht die langweilige Petersilie.



Diese Gemüsenudeln werden übrigens frisch zubereitet, was ich sehr schätze und wofür ich auch mal eine Ausnahme von der Rohkost mache.


Meine Begleitung hatte sich für das Tagesessen entschieden:


Spätzle gab's einfach so dazu, auch recht. Und wer nach solch einer Portion nicht satt wird, bekommt Nachschlag. Super Idee, so muss wesentlich weniger entsorgt werden, weil jeder nur so viel bekommt, wie er auch essen mag/kann.




Ich konnte dann der rohköstlichen Snickerstorte nicht widerstehen, warum auch...


Cremig und wahnsinnig gehaltvoll, aber lecker. Gut, dass ich keinen Nachschlag von den Gemüsenudeln genommen habe, das wäre sonst deutlich zu viel geworden.


Die Begleitung war dann leider nicht mehr zum Himbeertörtchen zu verführen - wegen des Nachschlags vom Vischfilet. Aber sollte es euch jemals so gehen - die Kühlschränke bieten allerhand zum Mitnehmen, zum Schwachwerden.





Kuchen und Maultaschen bis zum Abwinken, hier geht niemand hungrig heim, außer es ist geplant und die Köstlichkeiten sollen erst zu Hause verzehrt werden.




Auf der Yogaexpo dann sah das Angebot am Stand vom Schleggigen Egg so aus: Spargelmaultasche mit Kartoffelsalat, schon wieder verführerisch.


Und wieder leckere Gemüsenudelvariationen.


Aber der Herr Glässing kann auch roh:

Zucchinipasta mit rohköstlicher Bolognese

Salat mit Kräuterseitling
und die beliebte Snickerstorte



So, an mir liegt es nicht, wenn ihr die innvovative Küche im Schleggigen Egg verpasst. Geht nach Stuttgart und esst euch satt oder lasst euch die Köstlichkeiten nach Hause schicken. Alle Aktualitäten gibt es hier.
Und richtet schöne Grüße von tine taufrisch aus, wir beobachten weiterhin was sich tut im Eck an der Johannesstr. 35 ;-)

Freitag, September 14, 2018

Smoothie-Grün im Profi-Anbau

Wow, schaut euch das mal an:


Habt ihr eine Idee, was das sein könnte? Nein? So ging es mir auch, als ich bei der LVG in Heidelberg einen Blick in diese Versuchsgewächshäuser werfen durfte. (Von dem Urban Gardening Projekt, den Chilis und den Streberblüten habe ich euch ja schon berichtet.)

Aber das hier, das ist noch einmal ganz was Innovatives. Hier werden nämlich Anbausysteme für Smoothiepflanzen getestet. Vor Jahren habe ich mal eine Semesterarbeit zum Thema "Smoothiepflanzen anbauen im Wintergarten" von den Studierenden in der Schweiz anfertigen lassen. Aber das hier bei der LVG ist eine ganz andere Dimension, hier geht es um Lösungen für den Profi-Anbau und wir dürfen gespannt sein, was bei diesen Versuchen herauskommt und wann wir die ersten Smoothie-Grün-Mischungen im Supermarkt kaufen können.


Habt ihr schon einmal versucht, im Winterhalbjahr Grün für eure Smoothies anzubauen? Welche Pflanzenarten und womit hattet ihr Erfolg? Ich freue mich, über eure Kommentare.


Ich bevorzuge ja frisch gepflücktes wildes Grün, aber wer sich da nicht auskennt, kann natürlich mal über den Anbau nachdenken. Übrigens gibt es noch den ein oder anderen Platz bei den September-Exkursionen in Sindelfingen und München, schaut mal rein bei www.wildundroh.de stehen alle aktuellen Termine.



Samstag, September 01, 2018

Süßes beim Potluck


Heute gibt es den dritten Teil des Berichtes vom Potluck im Juli in der Nähe von Heilbronn, genauer gesagt in Untergriesheim am Jagstufer. Es soll ein bisschen Werbung sein für den nächsten, der dort an derselben Stelle morgen stattfinden wird.

Hier zu Teil 1 und Teil 2, in denen ich die würzig-salzigen Genüsse und mein mitgebrachtes Gericht vorgestellt habe.

Heute wie gesagt, wird es hier süß:

Es gab so viele verschiedene Dinge zur Auswahl, angefangen mit diesem köstlichen Obstsalat hier unten:



Deutlich zu sehen: Mit Grün, ich meine es war Minze.


Auch immer toll, frisches Obst. Sind sie nicht wunderschön, diese Klaräpfel. Es waren die ersten Äpfel in dieser Saison.


Was nicht fehlen darf: Kuchen in allen Variationen. In diesem Fall leckere Brownies, roh natürlich.


Ich hab keinen mehr erwischt, kurz nach dem Foto war er wie weggezaubert.


Und diese Torte wollte ich unbedingt probieren: Aber beim Potluck gilt die Regel: Einmal gezögert und schon ist die Köstlichkeit verschwunden. Allerdings ist das ja auch gut so. Ich wäre geplatzt, hätte ich hier alles probieren können.


Auch diese wunderschöne Apfel- und Beerenspeise mit Blüten ging an mir vorbei:



Dafür kam ich in den Genuss dieser cremigsten aller Schokocremes.


Extra Früchte und extra Blüten:




Und eine Schokotorte, die ich auch probieren konnten: MMMMMHHHH.


Und so sah mein Tellerchen dann aus. Da ich ein großer Kirschfan bin, waren mir diese ganz wichtig. Und man sieht auch gleich, was meine 2. große Liebe ist bei Desserts: Schokolade.



Wenn Du übrigens morgen noch mit dabei sein möchte, hier findest Du alle weiteren Infos. Und anmelden kannst Du Dich bei Susanne Mank-Mayer. Ich weiß noch nicht, ob ich es nochmal schaffe, morgen dabei zu sein. Leider wahrscheinlich nicht, weil ich so viel zu tun habe. Das neue Programm für den Herbst macht ne ganze Menge Arbeit und möchte baldmöglichst fertiggestellt werden.

Es gibt übrigens noch eine weitere Exkursion im September, zusätzlich zu den bereits angekündigten, komme ich auch nach München am 22.September. Da freue ich mich sehr darauf. Hier zu den Infos.

Freitag, August 31, 2018

tine taufrisch goes potluck


So, heute der Bilderflut 2. Teil vom Potluck in der Nähe von Heilbronn (zu Teil 1 geht's hier). vielleicht fühlt ihr euch ja inspiriert am Sonntag zum Potluck nach Heilbronn zu kommen.

Ich muss schon sagen, hier im Südwesten tut sich gerade eine Menge in Sachen Rohkost und auch bezüglich der Wildpflanzen. Bezüglich Letzterer schließe ich den Südosten mit Augsburg und München gleich mit ein (Exkursionstermine hier - nächster Termin ist in München). Nicht schlecht.

Vom Tübinger Potluck habe ich euch ja auch schon berichtet, da ist der nächste dann am Ende des Monats. Details hier.

Aber nun zu den Köstlichkeiten vom letzten Heilbronner Potluck:

Mein Potluckbeitrag muss natürlich immer mit vielen Wildpflanzen zubereite werden. So grün wie ich selbst esse, so grün sind auch meine Potluckbeiträge. Gerne dekoriert mit Blüten - siehe oben, aber das wilde Grün ist mir das Wichtigste.

Jede Menge Wildkräuter gehören auch in die "Süßen Karotten", hier ist es vor allem der Wiesen-Pippau, Löwenzahn, Mittlerer Wegerich gewesen. Im Original-Rezept aus "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" ist es das Wiesen-Labkraut, das aber im Sommer meist trocken und hart ist.



Und dann der Portulak, schön knackig ist er, weil leicht sukkulent, er schmeckt säuerlich und hält jede Menge Feuchtigkeit im Körper.



 Fertig - fehlt nur noch die Deko - siehe ganz oben.


Ich weiß es nicht mehr, leider, waren diese Bällchen süß oder salzig? Ich meine salzig. Der süße und krönende Abschluss wartet auf euch nämlich erst morgen hier.


Besonders schöne Farben hatte dieser Salat:


Aber überhaupt ist die Rohkost wunderschön bunt. Wenn ich dagegen manchmal Foodfotos ohne oder mit wenige Frischpflanzenanteil anschaue, das sieht schon oft ganz schön traurig aus. Rotkrautsalat - lecker!


Und Gemüsespiralnudeln sind auf jeden Fall hübscher als Nudeln aus Getreide. Verlockend einfach dieses gesunde Essen.


Irgendjemand hat große Schüsseln mit frischen Sprossen mitgebracht - ich meine von Radieschen -  sehr gute Idee!


Was gibt es besseres als reife Tomaten im Sommer?


 Und so sah meine 2. Portion aus - einige Gerichte davon habe ich euch gestern schon vorgestellt.



Der Teller von Sandra war auch ein Foto wert.


Und es gab noch kleine Überraschungspäckchen von Sandra: Sommerrollen. Ich weiß nicht, ob das dazu verwendete Reispapier roh produziert wird, normalerweise wird es wohl über Wasserdampf gefertigt. Aber wie heiß wurde es dabei? Da es aber so schön geeignet ist, darin leckere Rohkost zur verpacken, würde ich sagen, das diese Ausnahme auch nicht besonders ins Gewicht fallen sollte. Habt ihr Reispapier schon mal als Rohkost deklariert gesehen? Schreibt mir, falls euch so etwas schon einmal über den Weg gelaufen sein sollte, das stelle ich gerne hier vor.