Freitag, November 02, 2018

Happy happy Cheeeeeeze beim Rohkost-Käse-Seminar


Werbung aus Begeisterung*



Du hast es vielleicht mitbekommen:

Käse - roh, wild und vegan war das Thema beim letzten Seminar. Und dazu gibt es heute und morgen zwei kleine Berichte:

Schau vor allem auch morgen wieder rein, weil ich da die selbstgemachten Sorten vorstellen werde. Heute geht es erst einmal um diejenigen Käse, die wir von Happy Cheeze verkostet haben. Da überlegt man sih fast schon, warum man Käse überhaupt selber macht. Aber seht selbst, es war wirklich sehr lecker. Außerdem findest du unten wieder die aktuellen LInks zum FERMENTATIONSKONGRESS bei dem es heute um KÄSE roh und vegan geht - das passt, cool oder?

Oben siehst du unser Abschlusskäseplättle (schwäbisch für kleine Platte) und ich kann nur sagen, die war gar nicht so klein. Denn so ein Käse, wie in Happy Cheeze herstellt, aus Cashewnüssen mit Wasser und Fermentationskulturen ist sehr reichhaltig.


Blaubeer-Thymian, gereift - passt so gut zu frischen Feigen

Übrigens enthält dieser Käse keine künstlichen Zusatzstoffe, weder Aromen noch Konservierungsmittel. Er besteht nur aus natürlichen gewachsenen Produkten und wird mittels Fermentation haltbar gemacht. Somit ist er ein ehrlicher Cashewkäse. Und das sind die Sorten, die wir probiert haben.

Griechische Kräuter, gereift

Der Gereifte mit Schnittlauch

Und nochmal, weil so köstlich: Die Variante mit Blaubeere und Thymian.
Nochmal pur im Überblick und zusammen mit dem herrlichen Happy White - dem "falschen Camembert" - ich liebe ihn einfach und wenn er nicht so sündhaft teuer wäre würde ich ihn jeden Tag essen.



Dazu schmecken übrigens am besten leckere blaue Trauben und Wildpflanzen. Unsere selbstgemachten Käse mit Wildpflanzen stelle ich Dir im Blog morgen vor - das war jetzt erst einmal das Vorspiel.


Ein Traum in weiß.



Die Frage, ob dieser Käse als Rohkost bezeichnet werden kann, beantwortet Happy Cheeze so: Zur Herstellung dieser Käsesorten werden ungeröstete Bio-Cashews mit lebenden Mikroorganismen durchsetzt. So entstehen Produkte, die durch den Fermentations- und Reifungsprozess belebt sind. Das sich hierbei was tut, sieht man beispielsweise daran, dass sich der Fettanteil von 60 Prozent (unbehandelte Cashewkerne) auf 37 Prozent (gereifter Käse) reduziert, das Werk der Mikroorganismen. Im ganzen Produktionsprozesses wird der Käse nie über 42 °C erwärmt und die Endprofukte werden nicht pasteurisiert (durch Erhitzung keimfrei gemacht) – daher haben sie nach unserer Auffassung Rohkost-Qualität.

In einer Zeit, in der die EU konventionellen Rohmilchkäse ohnehin verbieten will, könnte dieser Roh-Nussmilch-Käse auch eine Variante für echte Käseliebhaber sein, weil hier nämlich noch die ganze Kraft der gesunden Mikroorganismen drinsteckt.

Damit du nochmal einen Überblick hast: Diese Sorten waren es: Limited Edition mit Blaubeere und Thymian, und Limited Edition Schnittlauch, Griechische Kräuter und der Happy White.



Wenn Du mehr über die tollen Käse und wie sie hergestellt werden wissen möchtest, dann schau gleich mal zum FERMENTATIONSKONGRESS, da ist Dr. Mudar Mannah nämlich heute im Interview zu Gast und plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Dr. Mudar Mannah: Cashew Käse, Nussfermentation und explodierende Bakterien Happy Cheeze

Die weiteren kostenlosen Interviews heute sind:

Ute Ludwig: Rote Beete Kvass, Cashew Creme und Macadamia Käse

Anderson Santos von Cashewbert: Cashewkäse erfolgreich fermentieren

Boris Lauser: Fermentierter Mozzarella & Mandelricotta 

Zur Übersicht über alle kostenlosen Interviews kommst du hier mit einem Klick

Alle Videos (auch die abgelaufenen) und eine Menge Extras & Boni findest du hier im Wissenspaket.


Und beim Vegan-Leben-Kongress, der ja auch parallel läuft und den ich auch sehr empfehlen kann, ist heute unter anderem Felix Hnat, Umweltökonom, Vorstand der Veganen Gesellschaft Österreich, Präsident der European Vegetarian Union zu Gast - wow - schau auch das an, wenn Du Zeit hast.


Insgesamt sind 26 Sprecher dabei, die dir erzählen, warum sie vegan leben und vor allem wie sie das tun. Ich finde ja immer, es lohnt sich, sich das Positive von anderen abzuschauen und gerade dann, wenn man sich einer neuen Sache nähert, mal etwas ausprobieren möchte, zu schauen, wie andere das machen. Also schau doch einfach mal hier rein.


Donnerstag, November 01, 2018

Die allerletzten Paprika



Schau dir mal das an, was der Herbst da übrig gelassen hat. Die allerletzten Schoten an den Paprikas sind nur noch mini Minischoten. Ich habe hier extra mal eine 1 Cent-Münze daneben gelegt, damit du dir vorstellen kannst, wie klein diese Paprikas sind.


Die größeren hier sind ganz besondere: aus ihnen machen wir Piment d'Espelette, was soviel heißt wie "Chili aus Espelette". Botanisch gesehen sind es einfach Paprika, allerdings scharfe, und eine scharfe Paprika ist eine Chili. Und diese Sorte wird rund um das 2000-Seelendorf Espelette im baskischen Frankreich, 10 km entfernt von der Grenze zu Spanien angebaut und hat sogar ein AOC-Siegel, Appellation d’origine controllée - ein geschützte Herkunftsbezeichnung.

Heißt soviel wie Piment d'Espelette muss auch aus Espelette kommen. Insofern darf unser Gewürz aus diesen roten Schoten hier eigentlich gar nicht so genannt werden - aber unser privates Gewürz können wir ja nennen, wie wir mögen.

Dort im Baskenland, in der Nähe von St. Jean de Pied (ja, das ist der Ausgangspunkt für die meisten Jakobswegwanderer) wird sie einfach Gorria genannt, was soviel heißt wie Paprika. Die tiefroten Früchte werden zum Trocknen aufgefädelt und später erst zum Gewürz vermahlen. Unsere superkleinen hier haben wir einfach so an der Luft trocknen lassen, das funktioniert gut. Sie sind übrigens gar nicht so scharf nur intensiv im Geschmack. Kenner wissen das, wer von der besonderen Schärfe des Piments d'Espelette schwärmt (erst neulich wieder in einer Kochsendung gesehen) hat keine Ahnung. Nur 1500-2500 Scoville, das ist gar nichts, bedenkt man, dass es Chili-Schoten mit mehr als 500.000 Scoville-Einheiten gibt. (Scoville, gibt den Schärfegrad an - für Tabasco beispielsweise werden 2500-5000 Scoville angegeben.)


Die kleinen gelben Minipaprika sind milde Snack-Paprika, die im Sommer natürlich auch nicht so klein waren. Sie sind überhaupt nicht scharf, man kann sie einfach essen wie Cocktailtomaten.


Die Paprika passen übrigens hervorragend auch zum aktuellen Fermentationshype - ich verwende sie sehr gerne für mein Kimchi. Und das ist auch das Thema heute beim Kongress: Kimchi und milchsauer Eingelegtes: Und deshalb gibt es auch heute noch ein bisschen Werbung*:

Hier sind die Links zu den Themen heute beim Fermentationskongress:

Prof. Dr. Ulrich Köpke: Kimchi – das Koreanische Geheimnis für langes Leben

Maria und Marco: Milchsauer einlegen – Die Basics

Paul Seehorst & Halfdan Kluften: Wildes Kraut selber machen mit Erfolg (Anleitung, Tipps & Tricks)

Gestern war es übrigens sehr interessant, da wurde die Herstellung von Miso (u.a. Soba-Miso = Buchweizen-Miso) gezeigt. Zur Übersicht über alle kostenlosen Interviews kommst du hier mit einem Klick

Alle Videos (auch die abgelaufenen) und eine Menge Extras & Boni findest du hier im Wissenspaket.

Und heute startet der Vegan-Leben-Kongress, den ich auch sehr empfehlen kann:

26 Sprecher - heute unter anderem Niko Rittenau - erzählen dir, warum sie vegan leben und vor allem wie sie das tun. Ich finde ja immer, es lohnt sich, sich das Positive von anderen abzuschauen und gerade dann, wenn man sich einer neuen Sache nähert, mal etwas ausprobieren möchte, zu schauen, wie andere das machen. Also schau doch einfach mal hier rein.


Mittwoch, Oktober 31, 2018

Mein liebster Markt für Helden mit Steckrübengemüse und Gundermann-Schokolade




Juhu, am Wochenende ist es wieder soweit, in Stuttgart ist Heldenmarkt. Wenn du hier regelmäßig liest, weißt Du ja, das ich da schon öfter war und immer viele schöne Dinge entdecke - schau mal hier.

Damit ihr euch mehr vorstellen könnt, kommen hier auch noch Bilder aus dem Frühjahr vom Heldenmarkt in München:



Dieses Jahr gibt es wieder einige Aussteller, die oder deren Produkte ich noch nicht kenne und daher freue ich mich schon.

Es gibt ja immer viel zu entdecken - hier veganer Cashewkäse.
Außerdem werden wir auch wieder das Programm mitgestalten - zum einen mit einer kleinen Kochshow auf der Bühne zum anderen mit einem Vortrag.

In München gab es die Detox, Baby!-Bühnenshow, in Stuttgart wird roh gekocht.


Auf der Bühne um13:30 Uhr am Sonntag 4. November wird es

Leichte Herbstküche wild & roh – Rohkost mit Wildpflanzen kulinarisch

geben.
Ich werde zeigen wie einfach die Zubereitung rohköstlicher Gerichte mit Rohkost und Wildpflanzen sein kann und diese Ernährungsform ausführlich vorstellen, die uns mit allen wichtigen Inhaltsstoffen versorgt.
Geplant habe ich bisher, ein "Wildes Steckrübengemüse mit rosa Dressing" und "Rohköstliche Gundermann-Schokolade" zuzubereiten. Die meisten wissen nämlich gar nicht, wie lecker die Wintergemüse sind, wenn sie nicht gekocht werden und wie köstlich rohe Schokolade sein kann. Wenn sich das für dich lecker anhört, dann schau doch vorbei. 




Im Vortrag dann werde ich erläutern

Warum Hänsel und Gretel niemals zur Hexe hätten gehen müssen

Du ahnst es vielleicht: Weil sie auch Wildpflanzen hätten essen können. Aber wie genau das funktioniert, wie die Ernährung mit Wildpflanzen nicht nur die Gesundheit fördert, sondern allgemein unabhängig und stark macht, das wird der Inhalt meines Vortrags sein. Und das ist auch der Grund, warum immer mehr Menschen auf die perfekte Nahrung (-sergän-
zung) aus der Natur stehen und sich entscheiden, selbst mehr Verantwortung für ihre Gesundheit zu
übernehmen. Außerdem werden wir erörtern, wo  sich essbare Wildpflanzen finden lassen und wie man Verwechslungen vermeidet. Was genau sie so gesund macht und wieviel man davon essen sollte? Und was findet man im Winter? All das dann am Sonntag 4. November um 15:00 Uhr im Vortragsraum auf dem Heldenmarkt.



Sehen wir uns am Sonntag? Ich würde mich freuen und für Blogleser/innen (bitte gebt euch zu erkennen) gibt es natürlich immer auch ein Stückchen Schokolade.





Dienstag, Oktober 30, 2018

Seminarvorbereitungen beim Essen



Heute erzähle ich euch einfach mal was aus meinem Alltag. Und manchmal sieht der so lecker aus wie hier. Ich habe mich mit meiner Freundin Almut Tobis getroffen, um unser Seminar am 10.11. Gold, Weihrauch, Myrrhe und Ysop – Heilmittel im Kontext der Sterbebegleitung vorzubereiten. Das heißt: Wir hatten einiges zu tun damit, uns abzustimmen - ich übernehme den Pflanzenpart und den der Inhaltsstoffe, während Almut den medizinischen Part übernimmt. So ein Seminar zu zweit will gut geplant und aufgeteilt sein. Zuerst allerdings gab es das Essen - bei Körle und Adam in Stuttgart. Klar, will man da nichts Schweres essen, sondern etwas, was den Geist befördert und nicht lahmlegt. 

Ich habe mich für die Rohkost entschieden: Ich weiß nicht mehr genau, wie es auf der Karte hieß, aber ich glaube Carpaccio von Kräuterseitlingen auf Zucchinibett oder so ähnlich. Ich hätte es nicht nehmen sollen, weil ich Carpaccio von Kräuterseitlingen selbst gerne zu Hause zubereite. Dann habe ich immer die Erwartung, dass es im Restaurant genauso oder besser schmeckt. Es war lecker, keine Frage, aber meins ist leckerer. Die Pize waren sehr fein gehobelt und so haben sie zu viel von ihrem sonst so leckeren Eigengeschmack verloren. Aber das ist einfach vielleicht auch Geschmacksache.


Almut war schlauer und hat die frischen Datteln gefüllt mit Hummus an frischem, fruchtigen, gehobeltem Fenchel bestellt, die auch wirklich hervorragend waren.


Nach unseren beiden Gerichten haben wir uns an die Arbeit gemacht und das Seminar vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt war noch komplett unsicher, ob es überhaupt stattfinden wird, ob sich genügend Menschen zu diesem speziellen Thema anmelden. Das ist nun geklärt: Es wird sicher stattfinden und wir freuen uns sehr darauf.

Es war ein arbeitsreicher aber leckerer Abend. Das Restaurant hat uns aber noch zu Bedenken gegeben, dass man von Gästen wie uns, die kein komplettes Menü verspeisen, nicht leben könnte. Abgesehen davon, dass das für mich gar nicht möglich wäre, weil ich ja lieber Rohkost esse und gar nicht soviel Rohkost auf der Karte steht, fand ich das schade, dass dieser Treffpunkt vielleicht nicht der geeignete ist, wenn man geschäftlich unterwegs ist und neben dem Essen auch noch einiges besprechen möchte. Wir haben insgesamt mit Getränken rund 50 € bezahlt, aber zwei Plätze über 2,5 Stunden belegt. Das, wurde uns erklärt, wäre für das Restaurant ein Minusgeschäft. Obwohl noch andere Plätze frei waren, haben wir das irgendwie auch verstanden, fanden es aber trotzdem bedauernswert.

Was ich noch erwähnenswert finde: Auf der Karte wurde ein Affogato angeboten -untypisch, aber lecker mit Amaretto aromatisiert. Alles vegan natürlich - ideal für Süßschnäbel.


Zum Seminar kannst Du Dich hier anmelden: Klick
 

Montag, Oktober 29, 2018

Herbstsonne, Flechten und Vitamin D


Ich wollte euch ja noch mehr aus dem Schönbuch erzählen. Und vor allem über das, was dort auf und an den Bäumen wächst. So sah es dort im Oktober bei unserer Wanderung aus:


Diese Bäume sahen eigenartig aus und stifteten ein bisschen Verwirrung. Aber keine Sorge, sie waren nicht wirklich krank, sie hatten nur ihre Blätter schon abgeworfen und jetzt sah man die darauf wachsenden Flechten.




Flechten sind übrigens gute Bioindikatoren und diese hier sprechen für gute Luftqualität.


Ich bin keine Flechtenspezialistin, aber das hier dürfte eine Parmelia-Art, vermutlich Parmelia sulcata sein. Sie gehört zu den Blatt-Flechten - schön, oder nicht? Und rechts das könnten kleine Bartflechten sein.


Flechten sind übrigens keine eigenständigen Organismen, sondern Symbiosen zwischen Pilzen und Algen. Symbiose, d.h. jeder profitiert vom anderen, die Vorteile der Symbiose liegt hier allerdings eher auf der Seite der Pilze, sie werden nämlich von den Algen mit Nährstoffen versorgt, die diese durch Photosynthese bilden. Aber die Pilze stellen den Algen ihre Körper zur Verfügung, schützen sie unter anderem vor zu rascher Austrocknung und vor UV-Strahlung. Die Symbiose ist sehr vielgestaltig und erstreckt sich auch auf die Vermehrung.
Es gibt sehr viele solcher verrückter Lebensgemeinschaften, die auch aus einem Pilz und mehreren Algen bestehen können, weltweit ca. 25.000.

Hier eine Strauchflechte, meines Erachtens nach das Eichenmoos, das wird übrigens als Basisstoff für Parfums genutzt und gehört zum Grundakkord aus Bergamott, Labdanum und Eichenmoos der Parfümgattung Chypre. Eine Flechtenart, die ich gerne auch zum Räuchern verwende. (Sammeln von Bäumen ist nicht erlaubt - s.u.)




Alles in allem ist es eine wunderbare Welt, in die man eintauchen darf, wenn man sich mit diesen Wesen beschäftigt. Und obwohl ich nicht plane Lichenologin zu werden, will ich da gerne noch mehr eintauchen. (Für Botanikerinnen ist das Leben leider zu kurz.)



Aber schon alleine deshalb, weil vegane Vitamin-D-Präparate aus Flechten hergestellt werden, sind sie für mich unglaublich spannend. Und im Winter verspüre ich immer den Drang sie zu verspeisen (was ich mit manchen Arten auch tue) - könnte man damit eventuell seinen Vitamin-D-Bedarf ausreichend decken? Aber Achtung: Sie stehen unter Naturschutz, von den Bäumen pflücken darf man sie nicht. Aber lest mal hier, was mit den Strauchflechten im Winter passiert...

Von einem Lichenologen habe ich noch den Hinweis bekommen, dass "viele Flechtensubstanzen leicht giftig sind. Viel ist darüber aber nicht bekannt, da viele Flechten bitter und hart sind und nicht wie Pilze massenhaft gesammelt werden und es daher auch nicht zu Vergiftungserscheinungen kommt.." (Danke Dir Felix!) Also seid zurückhaltend und versucht erst einmal klar zu ziehen, um welche Flechte es sich handelt und erst wenn ihr sicher seid, dass es ungefährlich ist, probiert. Giftige Flechtenarten, wie beispielsweise die durch Vulpinsäure giftige Wolfsflechte (Letharia vulpina) natürlich niemals verspeisen.

Und demnächst erzähle ich euch auch mal, was es mit dieser Pflanze hier links auf dem Bild auf sich hat - da geht es dann um Viren.




Samstag, Oktober 27, 2018

Entdeckungen beim Waldbaden


Ihr Lieben, hattet ihr einen guten Start ins Wochenende? Ich ja, nach einer Woche in der Hauptstadt ist mir wieder einmal klar geworden, wie sehr mir die Verbindung zur Natur fehlt. So schön das alles in Berlin ist, die Unterhaltung, das inspirierende Entdecken und Erleben, so anstrengend ist es auch. Toll, all das vegane und gesunde Essen dort zu sehen, dass es an jeder Ecke gibt, aber Grün ist dort echt Mangelware. Jetzt, wo die meisten Baumblätter auch nicht mehr frisch und essbar sind und die Auswahl an frischen Kräutern in Bio-Qualität auch beschränkt ist, bin ich immer wieder froh, zurück zu sein und erst mal wieder eine Runde im Wald und in der Natur zu baden.


Einmal durchschnaufen und die frische Atmosphäre zu spüren tut schon sehr gut. Aber ich genieße es auch, beim Gehen im Wald die Feuchtigkeit der Waldluft einzuatmen.


Nur diese großen Lebewesen unten, die dafür sorgen, dass unsere Luft viel Sauerstoff und Feuchtigkeit enthält sind in Städten leider Mangelware, auch wenn es in Berlin viele Bäume gibt. Da zieht es mich dann immer hin, zum Beispiel in den Botanischen Garten, Bilder folgen dann demnächst hier.


Auch die Wälder hier auf den Bildern sind natürlich keine Urwälder sondern Kulturlandschaften - leider, aber dennoch gut geeignet, um Wildpflanzen zu entdecken, kennenzulernen und zu sammeln - dort wo es erlaubt ist. Die nächste Exkursion im Wald findet übrigens am 11. November statt - hier am Rand des Schönbuchs. In München werden wir am 17. November gemeinsam auf Exkursion gehen - hier gibt es alle Infos.


Wasser ist auch ganz oft ein Thema im Wald - künstlich angelegte Reservoirs und natürlich entstandene Seen und Bäche erzählen Geschichten. Der Wald hat seine Geheimnisse aber plaudert auch ganz schön viele davon aus, wenn man gut zuhört und genau hinsieht. Dazu demnächst auch mehr hier.


Pilze sind ebenso geheimnisvolle Wesen, die früher mehr genutzt wurden, als Medikament beispielsweise. Auch die Baumpilze sind nützlich, wie jedes Lebewesen im Wald, sogar für uns:


Der Zunderschwamm hat unten noch junges Pilzfleisch (Trama) aus dem traditionell zum Beispiel Hüte und Taschen hergestellt wurden.


Diesen hier verspeist man einfach - ein essbarer Parasol.


Aber tödlich kann es auch ganz schnell werden, wenn man sich nicht auskennt.

Dieser glatthütige Pilz unten ist von heimtückischer Schönheit - daher habe ich vermutet, es würde sich um  einen giftigen Knollenblätterpilz handeln. Allerdings: Die braunen Sporen - mit denen sich der Pilz vermehrt - auf der Brennnessel gibt es beim Knollenblätterpilz wohl nicht. Die Sporen des Knollenblätterpilzes wären weiß. Genau bestimmen, das ist so alleine jetzt vom Foto her nicht möglich, das muss ich wohl bei Gelegenheit vor Ort nachholen.

Unbekannter Pilz mit Hahnenfuß
Ihr seht schon: Generell ist bei Pilzen Vorsicht geboten. Obwohl ich auch an der Uni Pilzexkursionen mitgemacht habe, habe ich mich immer nur mit den sicher essbaren beschäftigt. Ob dieser hier essbar wäre oder nicht, konnte mir letztendlich niemand mit Sicherheit sagen (ist wenn man alleine das Foto zur Verfügung hat eigentlich auch unmöglich).

Giftig ist aber der Kriechende Hahnenfuß  - da kenne ich mich wieder aus. Aber die Brennnessel ist essbar und jetzt im Herbst wieder ganz frisch zu finden; und auf den Exkursionen üben wir auch, wie wir sie am besten ernten und verzehren können. So ist die Natur: Giftiges und Lebenswichtiges im Einklang und wir müssen dort nur den richtigen Schatz heben.


Dir ein schönes Wochenende, ich wünsche dir viele grüne Schätze auf deinem Weg.