Mittwoch, Dezember 10, 2014

Well, Beinwell

Huch, ich bin spät dran heute. Aber es wollten noch die Rezepte fertig korrigiert werden fürs neue Buch und da kam mir der Graupelschauer vorher gerade recht. Nun sieht es schon wieder besser aus draußen und eigentlich würde ich jetzt gerne rausgehen. Die Sache mit dem Bücherschreiben hat eindeutig einen Haken - rigendwie ist man letztendlich doch immer an den Schreibtisch gefesselt. Ja, ich weiß, ich könnte auch auf La Palma sitzen und dort schreiben oder woanders, wo es brauchbar warm ist. Aber irgendwie geht das auch nicht. In meinen Büchern geht es um unsere heimischen Wildpflanzen und wie man aus ihnen leckere Gerichte zubereiten kann, ich brauche dazu einfach das jahreszeitliche Erleben. Das nächste, was ich tun werde ist rauszugehen und zu schauen ob von meiner Mistel die Beeren nun abgefallen sind, dank des Schauers eben, oder nicht.

Letzte Woche habe ich noch frisch ausgetriebenen Beinwell entdeckt, und fand es ausgesprochen interessant, dass er nun viel intensiver schmeckt als im Sommer. Er ist einfach eine Köstlichkeit, die ich ungern verpassen würde. Ihr könnt ihn für leckere Beinwell-Bouletten (Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich, S. 45 ) verwenden aber auch zu Suppen, Aufstrich etc. verarbeiten.



Denjenigen mit Bedenken bezüglich der Verwendung von Beinwell kann ich nur sagen: Dass Wissenschaftler bei Tierversuchen festgestellt haben, dass die Pyrrolizidinalkaloide, die darin enthalten sind, bei Laborversuchen Leberschäden hervorgerufen haben, das braucht Euch nicht verrückt zu machen, denn
1. wird niemand diese Stoffe in konzentrierter Form zu sich nehmen,
2. Beinwell oder Borretsch nicht kiloweise vertilgen wollen,
3. nicht wie die armen Tiere ausschließlich damit gefüttert werden, beziehungsweise die Stoffe subkutan gepritzt bekommen.
4. lebst Du nicht unter Laborbedingungen und bist 5. keine Ratte oder Maus und hast bei normaler Lebensführung sowieso einen ganz anderen Stoffwechsel.

Also macht Euch nicht verrückt - wer dennoch Bedenken hat, findet ja auch genug Anderes zu essen.