Sonntag, Juli 18, 2010

Und verschone mich mit dem täglichen Brot!

Der Tatsache, dass ich dem Brot heute nicht entkommen bin, ist geschuldet, dass ich zu nachtschlafender Zeit am Computer sitze und diesen Text in die Tasten hacke. Wieso eigentlich muss man dem Brot entkommen, werden nun viele fragen - Rohköstler kennen die Antwort. Aber viele von uns Rohköstlern müssen immer mal wieder prüfen, wie ihr Körper auf längst ad acta gelegte Lebensmittel reagiert. Die einen aus Neugier, die anderen aus Sentimentalität, manche auch aus Wagemut, es mag noch mehr Gründe geben. Warum ich heute zum Brot gegriffen habe hat einen Grund, den ich schon des öfteren bitter bereut habe, nennen wir es einmal: wissenschaftliches Interesse. Aber leider ist auch dieser Grund ein denkbar schlechter. Nach vielen rohköstlichen Jahren, in denen mir deutlich geworden ist, dass Brot mit zu den schlechtesten Lebensmitteln gehört, die wir unserem Körper zumuten können, ging mir dieses Thema in den letzten Tage wieder häufiger durch den Kopf, weil eine Klientin mir ihre Schwierigkeit geschildert hat, auf Brot zu verzichten. Ich habe mich gefragt, was ich ihr am Besten raten könnte und ich habe überlegt, welche Vorteile es hat, kein Brot zu essen. Dabei ist mir aufgefallen, dass wir Menschan -  haben wir uns erst an einen gewissen Status gewöhnt - uns gar nicht mehr bewusst werden, wie gut es uns eigentlich geht. Ob man sich dazu unbedingt bewusst machen muss, wie schlecht es einem gehen könnte, ist eine andere Frage - trotzdem habe ich es getan. Ich habe zwei Scheiben Brot gegessen - so genanntes gutes Brot: Bio-Dinkel! Und dafür kann ich mir nun die Nacht um die Ohren schlagen. Nicht nur, dass mich eine Nase plagt, die nur einen Bruchteil der Luft einzuatmen vermag, die sie sonst einatmet, nein, die geschwollenen Schleimhäute verursachen auch noch Kopf- und Zahnschmerzen. Auch das Riechfläschchen hilft nur bedingt, der Hals und die Nase bleiben zu. An Einschlafen ist nicht zu denken - mir ist es zu warm!!! Und das in einer Nacht, welche mit 14 °C die kühlste seit Tagen ist. Die 20-22 °C der letzten Nächte waren mir piepegal - ich habe wunderbar geschlafen, während ich jetzt das Gefühl habe, es nicht aushalten zu können. Mein Körper ist völlig überhitzt und meine Beine sind unruhig, an schlafen ist nicht zu denken. Prima, ja ich habe ein Luxusproblem, mir geht es mit der Rohkost so unendlich gut, dass ich es als selbstverständlich angesehen habe, dass mir die Hitze der vergangenen Tage nichts ausgemacht hat.
Nun, ich weiß nun, was ich meiner Klientin sage - nämlich dass wir wählen können, zwischen einem Körpergefühl, das schlecht, einigermaßen, gut oder sehr gut ist. Es geht nicht darum, das zu essen, was uns schmeckt, es geht darum das zu essen was uns gut tut. Ich für meinen Teil habe nun endgültig abgeschlossen mit dem wissenschaftlichen Interesse am Thema Brot. Diese Nacht wird noch oft in Vorträgen und Coachings zitiert werden  und meine Entscheidung ist nachhaltig gefallen: no Bread!!! Ich werden nun zur Heilerde greifen und den Saft einer jungen Kokosnuss trinken und auf Besserung warten.