Gärtnerinnen, Botaniker und andere Pflanzenfreunde sind manchmal komische Vögel. Das will ich gerne zugeben. Wir können uns stundenlang über Pflanzen und ihre speziellen Eigenschaften unterhalten. Gestern zum Beispiel habe ich mich über die Eichen gefreut, die dieses Jahr so schön sind. Oder ordentlich oder entblättert oder wie auch immer man das nennen mag. Und ich habe mich gefragt, ob es nur mir aufgefallen ist. Aber nein, meine Gärtnerfamilie hat es bestätigt, es ist ein besonderes Eichenjahr.

Im vergangenen Herbst nämlich sind tatsächlich fast alle Blätter
von den Bäumen abgefallen. Das ist außergewöhnlich für Eichen in unseren Breiten.
Normalerweise kommt der Winter schneller als die Pflanzen das
Trenngewebe zwischen Blattstiel und Zweig bilden können und die Blätter
bleiben in ihrem braunen Zustand bis zum Frühjahr am Baum hängen. Weil
der Herbst aber so lange warm und mild war, konnte Vieles ausreifen, was
sonst einfach vom Winter überdeckt wird. So sind auch große
Waldgebiete, wie beispielsweise der Aichelberg dieses Jahr nicht
hellbraungefärbt geblieben, sondern eher grau bis dunkelbraun, weil die
Eichen kahl sind.
Und auch Wiesen und Felder sind grasgrün, weil der Winter bisher mild
war. An den wenigen kalten Tagen hatte sich der Schnee schützend über
die Vegetation gelegt. Ich hoffe, Ihr könnt diesen so speziellen Winter
auch genießen und vielleicht habt auch Ihr irgendetwas Besonderes
entdeckt?