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Samstag, Oktober 13, 2018

Saubere Kleidung von der Alb - saubere Bäche im Tal



Werbung aus Begeisterung* - siehe unten. Heute ist mal wieder Zeit dafür, eine Geschichte zu erzählen und sicherheitshalber habe ich die als Werbung gekennzeichnet, wegen der Links, aber dennoch bleibt es eine private Geschichte.

Ich bin aufgewachsen am Fuße der Alb, wo ein kleiner Fluss sich an den Kalkfelsen entlang durch ein zerklüftetes Tal schlängelte. Damals, in den 70ern hat da noch niemand von Umweltschutz gesprochen. Der kleine Fluss, die Eyach, war kein Badegewässer, niemand wäre auf die Idee gekommen dort hinein zu steigen. Schon deshalb nicht, weil der Fluss jeden Tag eine andere Farbe hatte. Am Wochenende war er schlammig braun, aber unter der Woche auch mal blau, rot, gelb oder grün. Ursache dafür waren die Färbereien, Zulieferer der Textilindustrie, die damals auf der Alb noch florierte. 
Irgendwann wurde man umweltbewusster und der Fluss war nicht mehr bunt und die Textilindustrie auf der Alb verschwand nach und nach. Ein Strukturwandel, der mit dem im Bergbau verglichen werden kann. Tausende Menschen verloren ihren Job und Firmen machten pleite, bis auf ganz wenige. 
Dem kleinen Fluss aber ging es besser. Heute glauben die Menschen dort, dass alles im Lot wäre. Dabei ist heute nur alles anders, die Textilfirmen wurden ins Ausland verlagert und dort produzieren Menschen heute das, was wir am Körper tragen, vielfach unter menschenunwürdigen und vor allem gesundheitsschädigenden Bedingungen. Und wir sind dafür verantwortlich, wenn wir da 3 € T-shirt im Billigklamottenladen kaufen. Wir sehen das Unglück nicht, aber wir wissen es doch. Und während man in unseren Flüssen sogar wieder baden kann, sind dort die Flüsse bunt und giftig. Wie die Affen, die sich Augen, Mund und Ohren zuhalten, wollen wir das aber häufig nicht sehen und hören und schon gar nicht darüber sprechen. Könnte ja sein, dass man sich dann unwohl fühlt.

Auf dem Heldenmarkt im Frühjahr in München bin ich auf einen Stand gestoßen mit fairer Unterwäsche aus Biobaumwolle. Unterwäsche, das ist das, was wir direkt auf der Haut tragen, sollte es nicht selbstverständlich sein, dass das gesund ist und anderen Menschen kein Leid zufügt?

Als sich herausgestellt hat, dass Comazo, so heißt die Firma von der Alb, gegründet 1884, nicht nur fair und bio produziert, sondern auch noch aus meiner alten Heimat stammt, war klar, davon wollte ich euch erzählen.


Und ich durfte testen, diese Stücke aus der comazo | earth -Linie, die ihr hier seht. Die beiden Unterwäschesets fühlen sich super an, sitzen perfekt und haben dreifachen Wohlfühlfaktor, weil sie auch noch fair und aus Baumwolle in Bioqualität  produziert werden.


Die Stoffe und ihre Verarbeitung sind GOTS-zertifiziert, was bedeutet, dass diese Textilien die Global Organic Textile Standards einhalten müssen. Diese Standards gelten weltweit für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern und legen die umwelttechnischen Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und Sozialkriterien fest. Die Qualität wird durch unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette gesichert. Mehr dazu hier. 


Und hübsch anzusehen sind die Stücke auch. Und jetzt, wo irgendwann wohl doch noch der Winter kommt, sind Unterhemden ja ohnehin Pflicht - für mich zumindest. Aber auch bei all meinen anderen Klamotten achte ich darauf, dass sie soweit möglich ökologisch und produziert wurden. Das hat allerdings zur Folge, dass ich nicht jede Mode mitmachen kann, aber ich weigere mich, mich einem Modediktat unterzuordnen, was für Menschen in anderen Ländern Krankheit und Ausbeutung mit sich bringt. Wie soll ich mich in solchen Kleidern wohl fühlen?

Aber hierin fühle ich mich wohl und ich freue mich, dass es durch Fortschritt und Technisierung gelingen kann, überall auf der Welt, die Flüsse sauber zu halten, die Felder, auf denen Baumwolle angebaut wird, nicht zu vergiften und den Menschen einen fairen Lohn zu bezahlen. Mein kleiner Fluss aus meiner Kindheit ist nur ein Beispiel dafür, dass wir "Change" können. Aber wir müssen halt alle mitmachen.

Schönes Design,


ein schönes Etikett



und eine umweltschonende Verpackung.


Aber Comazo geht noch einen Schritt weiter: Lieber sparen an Profimodels und Motive mit Mitarbeitern (die ja durchaus auch hübsch anzusehen sind) verwenden und das Geld in wirklich sinnvolle Dinge stecken. Das nenne ich Verantwortung für den Rest der Welt zeigen.




Ich möchte weder Mitarbeiter bei Comazo noch überhaupt in der Textilindustrie tätig werden, aber ich finde "Gesichtzeigen" für die gute Sache wichtig. Daher habe ich mich überwunden und ihr seht mich heute in Unterwäsche ;-)


Wer sich übrigens unsicher ist und sich fragt "Wie fair wird das, was ich kaufe eigentlich produziert?", kann bei Fairtrade.org nachlesen. Hier ist auch Comazo registriert. Und da steht Folgendes: Anfang 2009 bot Comazo als erstes deutsches Wäscheunternehmen Produkte aus "Fairtrade"-zertifizierter Baumwolle an und ist bis heute größter deutscher Abnehmer von Fairtrade-Baumwolle für die Produktion von Unterwäsche.



Schön finde ich übrigens auch, dass man bei Comazo intensiv Aufklärung betreibt. Was heißt Fairtrade, was heißt Gots, bevor nicht jedes Kind darüber Bescheid weiß, braucht es genau solches Bemühen.  (Hallo Bildundssystem - steht das in den Lehrplänen?)


Und ja, ich bin mir darüber im Klaren, dass das erst ein Anfang ist und dass es noch viel zu tun gibt, solange anderswo die Flüsse noch bunt sind.


Aber Verantwortung für das eigene Handeln bringt manchmal schnellere Entwicklung als politische Entscheidungen es können, denn es ist doch geradezu lächerlich, das die Politik es ermöglicht, Produkte aus menschenunwürdiger und umweltschädigender Produktion hier überhaupt auf den Markt zu bringen.



Morgen, erzähle ich noch eine andere Geschichte zum Thema saubere Flüsse, dann geht es hier wieder um heimische Pflanzen - schaut rein.

Übrigens, zum Heldenmarkt geht's hier, der findet dieses Mal in Stuttgart statt, am ersten Wochenende im November und ich bin mit einem Vortrag und einer Kochshow (mit Wildpflanzen natürlich) dabei - demnächst dazu mehr.

Samstag, März 12, 2016

Wohlfühlen mit gutem Gewissen in Kleidern von Helden

Ich hatte euch ja erzählt und euch eingeladen zum Heldenmarkt in München letzten Samstag. Schön war's und danke, dass so viele gekommen sind und zugeschaut und mitgemacht haben. Ich war ein bisschen aufgeregt vorher, aber das bin ich ja immer, wenn es um was geht.
Und dieses Mal sollte es besonders gut werden. Denn auf dem Heldenmarkt geht es zwar um Nachhaltigkeit, aber nicht zwangsläufig auch um Veganes Essen und Rohkost. Will heißen, hier hat es auch immer Publikum, das erst noch begeistert werden will - kein Heimspiel sozusagen.


Mein Thema war im Vorfeld aber auch: Was zieh ich an? Ein Thema das wohl alle kennen, die in der Öffentlichkeit stehen, aber mir ging es dabei vor allem darum, dass alles vegan und gots-zertifiziert sein sollte. Meine Suche hat lange gedauert, war aber erfolgreich. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich dabei auf LANIUS gestoßen bin, die in ihrer aktuellen Kollektion genau diese meine Wünsche erfüllt haben und dazu meiner Meinung nach auch durch erstklassiges Design glänzen.
 
Peta-zertifiziert - wow - ich wusste gar nicht, dass es dieses Zertifikat gibt.




Aber nun von vorne, so sah das Päckchen aus: Die Kleidung in Seidenpapier gehüllt und mit Teepröbchen
 

Herauskamen erst einmal wunderschöne Stoffe - hier der Rock Print Rice Pinie, fair produziert, vegan, PETA-Approved, und aus 100 % Bio-Baumwolle, ein leichter Baumwoll-Jersey, der sich angenehm trägt.



LANIUS ist GOTS-zertifiziert - das heißt, dass hier nach Global Organic Textile Standard gearbeitet wird - dafür steht das Herz bei den Artikeln im Shop.

Ziel des GOTS Standards ist es, Anforderungen zu definieren, die eine nachhaltige Herstellung von Textilien gewährleisten, angefangen von der Gewinnung textiler Rohfasern über die umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung bis zur Kennzeichnung der Endprodukte. Letztlich soll dem Endverbraucher bei seiner Kaufentscheidung durch das GOTS Label am Produkt Sicherheit gegeben werden. Textilverarbeiter und -hersteller sollen ihre ökologisch erzeugten
Textilprodukte mit einer Zertifizierung anbieten können, die auf allen relevanten Märkten anerkannt wird.



Allein das Gefühl, dass beim Anbau der Baumwolle, die Menschen, die auf den Feldern arbeiten, nicht permanent giftigen Pestiziden ausgesetzt werden, ist ganz wunderbar. Aber gleichzeitig habe ich mich in diesen Kleidern auch gut angezogen gefühlt. Da hat nichts gezwickt, keine Naht war krumm und alles saß perfekt.



Das ist schonmal eine gute Voraussetzung, um einen Vortrag zu halten.




Auch das Oberteil, ein Wasserfallshirt aus Hanf und Baumwolle, ließ keine Wünsche offen, war angenehm zu tragen, eng an den Armen und sonst ganz locker - perfekt einfach.


Und auch dieses Stück ist vegan und gots-zertifiziert. Hierbei wird nicht nur auf die Rohwaren geachtet, sondern auch sichergestellt, dass bei Ausrüstung, Garnen etc. keine tierischen Materiliane und Hilfsmittel verwendet werden.

 

Man kann sich vorstellen, wieviel Aufwand es für Firmen, die so arbeiten, bedeutet, diese Maßstäbe einzuhalten.


Solche Labels werden von Helden geführt - in diesem Fall von Claudia Lanius und ihrem Team bei Lanius in Köln. Wenn ihr auch mal schauen wollt, was es dort alles gibt - hier kommt hier hin.

Für mich war es die perfekte Kleidung, die mir auch beim "Kochen" auf der Bühne genügend Freiraum gelassen hat.
Und das war noch nicht alles vom Heldenmarkt... schaut doch einfach wieder rein, hier gibts dann noch mehr dieser Tage.