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Montag, Dezember 21, 2020

Wintersonnwende


Montag, 21. Dezember 11:02 Uhr

Zeit um innezuhalten. Nichts war vorhersehbar in diesem Jahr. Niemand, dessen Pläne nicht über den Haufen geworfen worden sind. Alles fremd. Alles anders. Und doch hat nahezu jede/r in Deutschland nach wie vor ein Dach über dem Kopf, die Sicherheit medizinischer Versorgung und genug zu essen.
Gleichzeitig Lamento an allen Ecken und Enden. Kein Alkohol, keine Silvesterböller, kein Rausch, begrenztes Vergnügen, wir Armen. 
Ich würde mir so wünschen, dass die Welt heute einmal für eine Minute stillstehen könnte und in dieser einen Minute jede/r vor ihrem/seinem inneren Auge sehen würde, wie ihr/sein Leben auch aussehen könnte.
In den Flüchtlingslagern überall auf der Welt leben Menschen wie wir, die nicht glauben würden, was sie sehen könnten. Läden, die übervoll sind mit Kuchen und Wein und Köstlichkeiten aus allen Ländern der Welt. Und wir hier könnten vielleicht wahrnehmen, wie es sich anfühlt, als Straßenkind in Indien zu leben, niemals auch nur die Aussicht auf ein Bett in einer sauberen Wohnung zu haben und dem Schmutz und der Brutalität der Straße lebenslänglich ausgesetzt zu sein. 
Das Leben auf der Schattenseite ist schon ohne Corona grausam genug. Bei uns wird niemand den qualvollen Tod durch Ersticken sterben, jede/r bekommt derzeit ein Intensivbett, wird ins Koma gelegt und medizinisch bestens betreut. Auch wenn es kein Vergnügen ist, es gibt eine Chance auf Überleben. Woanders nicht.
Können wir einfach mal eine Minute unseres Lebens darüber nachdenken, was in diesem Jahr gut war? Dankbarkeit ist das mindeste, was wir angesichts unseres unglaublichen Reichtums im Vergleich zu anderen Menschen tun können. Wir haben fließendes Wasser, ein Dach überm Kopf, wir haben Zugang zu Bildung, Grundrechte, die unser Dasein schützen und und und. 

Können wir uns einfach mal für eine Minute nicht wichtig nehmen?

 
In der Natur  nimmt alles seinen Lauf. Vielen Pflanzen war es in den letzten Wochen zu trocken, jetzt hat es, zumindest hier im Südwesten, ordentlich geregnet. Also wachsen jetzt die Taubnesseln beispielsweise wieder und wenn es weiterhin so warm bleibt, blühen sie auch. Und wenn es wieder kalt wird irgendwann, dann wachsen sie einfach nicht mehr weiter. Sie reflektieren nicht, beschweren sich nicht, sie tun einfach das, was möglich ist. Wie angenehm Pflanzen doch sind. Wir könnten uns ein bisschen was abschauen und einfach tun, was möglich ist. 
Die Tage werden wieder heller ab heute, nutzen wir sie.

Purpurrote Taubnessel - Lamium purpureum




Samstag, Dezember 22, 2018

Wintersonnwende mit Sommererinnerung


Während ich hier sitze und schreibe, ist die dunkelste Nacht des Jahres angebrochen und wir nähern uns der Wintersonnwende.

Ab 23:23 Uhr am heutigen 21. Dezember geht es wieder aufwärts, wenn ihr das hier lest, wird die Zeit der zunehmenden Dunkelheit schon überstanden sein. In wenigen Tage nimmt die Tageslänge wieder zu, erst nur um 1 Minute pro Tag, aber bald wieder mehr. Und damit geht es auch schon wieder der Sonne entgegen. Ich habe heute das Programm für das 1. Quartal 2019 fertiggestellt und vieles Neues auf den Weg gebracht nach diesem unglaublichen Jahr, in dem mich so viele unterstützt und begleitet haben. Ich fühle mich angekommen und als hätte ich alles fertiggestellt, was noch unbedingt fertig werden musste vor Weihnachten.

Keine Frage, es gibt noch so viel zu tun - der Jahreskurs Wildpflanzen-Praxis wird noch viel Hingabe verlangen bis er dann am 24. März starten kann. Aber alles, was es zu entscheiden gab, ist entschieden für den Moment und das ist ein gutes Gefühl.

Vieles ist nicht abgearbeitet worden, aber dafür nehme ich mir jetzt Zeit und fange mit etwas an, was ich schon seit Juli posten will.

Im Juli nämlich hat mir Elke, die an einer Exkursion in den Wald teilgenommen hat, diese tolle Seife mitgebracht und mich damit echt überrascht.


Und damals habe ich mir gedacht: Wie schön, ich werde sie aufheben für den Winter und sie wird mir mit ihrem Duft und ihrer Farbe den Winter erhellen und nach Sommer riechen. Jetzt ist es soweit, jetzt ist Zeit für Elkes Seife und ich freue mich sehr darüber.

Manchmal sind es die kleinen unerwarteten Dinge, die Licht ins Dunkel bringen und ein bisschen war es auch so mit dieser Seife. Elke hatte gar keinen Grund, mir diese Seifenstücke mitzubringen, es war auch erst die zweite Exkursion, bei der sie teilgenommen hat. Aber anscheinend war es ihr ein Bedürfnis und mir war es Ermutigung. Im Sommer noch war ich mir gar nicht sicher, ob die Exkursionen und Seminare denn ausreichen würden, um meine "neue" Existenz zu sichern. Dass da plötzlich jemand mehr oder weniger Unbekanntes war, der sich auf so nette Weise für meine Arbeit bedankt hat, hat mir aber Mut gegeben und klar gemacht, dass es wertvoll ist, was ich tue und es war eines der vielen kleinen Zeichen in diesem Jahr, die mich weitermachen ließen und mir den Rücken gestärkt haben.


Und so gab es viele andere, die ich nicht vergessen habe, wie etwa meine Freundin Kirstin, die mein Schokoladenkonto immer wieder aufgefüllt hat, Christine, die mit ihren Meditationskerzen und Räucherdüften und der Karde aus ihrem Garten für gute Stimmung gesorgt hat, Sandra, die mich mit Exkursionen in Heilbronn unterstützt hat, Birgit und Ursel, die im September mir den Popo in der Küche gerettet haben und viele andere mehr. Max natürlich, der sich um alle Bilder und noch viel mehr kümmert und ganz zum Schluss Thomas und Peter, die mich mit Kalendern für 2019 mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen versorgt haben. Nicht zu vergessen, die Moos- und Botanikfreunde, Uwe, Robert, Anna, Reinhard, Felix und Helga mit ihren Seminarräumen, Cheryl mit der ich für 2019 Neues plane und und und. Es war das reichhaltigste Jahr in meiner ganzen Berufstätigkeit und spezieller und außergewöhnlicher hätte es nicht sein können. Danke ihr alle da draußen - ihr wisst wen ich noch alles meine, auch wenn ich euch vielleicht nicht mit Namen erwähnt habe - euch allen eine fette Umarmung an dieser Stelle in dieser dunkelsten Nacht, die durch euch ganz schön strahlt, während ich das schreibe.


Und morgen wird es hier dann wieder lecker.

Mittwoch, Dezember 21, 2016

Geschafft: Wintersonnwende

Es ist wieder soweit: Die längste Nacht liegt schon hinter uns und damit ist das Jahr nun auch fast vörüber. Zeit, zurückzuschauen und dankbar zu sein. Für mich war es ein pralles Jahr mit so vielen neuen Entdeckungen.
Diese Woche habe ich schon über ein Ereignis nachgedacht, dass ich gedanklich eigentlich 2015 verortet hätte, dann aber festgestellt habe, dass es erst dieses Jahr im Mai passiert ist.

Aber nicht nur, dass viel passiert ist, vieles davon hatte auch eine ganz besondere Qualität.
Neue Menschen sind in mein Leben getreten und haben sich als freundlich und liebevoll gezeigt.
Ich habe Dinge und Fähigkeiten an mir entdeckt, die ich nie vermutet hätte.
Wir haben Experimente gewagt und neue Horizonte entdeckt.
Die Musik dieses Jahres ist eine fröhliche und friedliche gewesen - in meinem näheren Umfeld.

Aber wir alle haben auch die schrecklichen Dinge vor Augen, wenn wir zurückdenken: Nizza, Berlin, Türkei, Aleppo,... Flucht, unendliches Leid, das Menschen ertragen müssen. Und manchmal könnte ich fast verzweifeln angesichts der Hilflosigkeit, die ich dabei spüre.
Ich habe keine Angst.
Aber mehr denn je, habe ich das Gefühl, es gibt die Verpflichtung, das was wir Gutes erfahren, auch weiterzugeben. Anteilnahme statt Angst und Lähmung. Es ist an uns, den Blick nach außen zu richten und zu helfen, soweit es uns möglich ist. Möglich ist sicher mehr, als wir bisher tun und unsere Möglichkeiten hören nicht an unseren inneren oder äußeren Grenzen auf. Grenzen sind da, um überwunden zu werden.

Ich möchte diese Zeit jetzt um Weihnachten herum nutzen, um einfach zu sein, mich zu sammeln, Energie zu tanken und Kraft zu schöpfen. Weihnachten ist nicht dazu da, um irgendwelche Dinge zu realisieren, die an den restlichen Tagen des Jahres kein Thema waren. Wenn Weihnachten Frieden mit uns selbst ist, dann ist es schon viel. Das musste ich auch erst lernen. Und ich wünsche euch allen, gesegnete Tage und viel Licht. 


Montag, Dezember 21, 2015

Neue Wege wagen - kurz vor der Wintersonnwende

Kommende Nacht ist es wieder soweit, das Blatt wendet sich. In wenigen Tagen wird die Zeit in der es hell ist wieder länger und es geht gemächlich wieder aufwärts. Heute in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember ist Wintersonnwende, dann haben wir den Tiefpunkt des Sonnenstandes erreicht. Um 05:48 MEZ ist es soweit.

Dann folgen ein paar Tage mit langen Nächten (allerdings mit Vollmond an Weihnachten und dann werden die Tage in kleinen Minutenschritten wieder heller. Wow - für mich immer ein Grund zum Feiern und eigentlich für alle - haben wir Weihnachten oder Wintersonnwende doch schon immer gefeiert, auch in vorchristlicher Zeit.

Es ist die Zeit der Ruhe und des Rückzugs, die nun beginnt, die Zeit der Raunächte. Genießt es, lasst eure Wurzeln unter der Erde erkunden, was eure neuen Themen für 2016 sein mögen und nährt eure Pläne mit Ruhe in dieser Zeit.

Wenn ich zurückschaue auf dieses Jahr, dann weiß ich, was mir besonders gut gefallen hat und was ich im nächsten Jahr weiterführen und ausbauen möchte. Es waren vor allem die vielen Kontakte - hier mit euch Lesern und draußen auf den Vorträgen, die mir gezeigt haben, dass ich richtig liege.

Ich habe mich über jeden Einzelnen der Vortrags- und Seminargäste sehr gefreut und möchte an dieser Stelle einfach mal "DANKE" sagen für euer Interesse an Wildpflanzen und Rohkost und viele schöne gemeinsame Stunden, die ich mit euch verbringen durfte.

Und ich freue mich auf nächstes Jahr, für das schon viele Überraschungen geplant sind. Ich habe gelernt, dass es richtig ist, zu meinen Themen und Vorhaben zu stehen und auch dann, wenn es noch so wenig erfolgversprechend ist - Wege entstehen dadurch, dass sie begangen werden, das war vielleicht die Quintessenz des Jahres.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Vortrag mit Smoothieverkostung beim Rotary-Club Friedrichshafen:




Sonntag, Dezember 21, 2014

Lange ruhige Nächte

Nun ist es fast geschafft - dieses Jahr. Vor uns liegt die längste und gleichzeitig dunkelste Nacht des Jahres. Und wenn wir morgen früh aufwachen, dann ist es schon passiert - morgen am 22. Dezember ist nämlich Wintersonnwende, genauer gesagt heute Nacht um 00:03 Uhr. Diese längste Nacht des Jahres dauert in Hamburg und Berlin 16,5 Stunden und hier im Südwesten des Landes 15 Stunden und 40 Minuten. 3 Tage lang wird das etwa so bleiben erst dann nimmt die Tageslänge wieder ganz langsam in kleinen Minutenschritten zu.
Gleichzeitig ist morgen auch noch Neumond, um 02:36:15. Wintersonnwende und Neumond an einem Tag, das kommt gar nicht so oft vor, das letzte Mal soll das nach einer Quelle 1976 der Fall gewesen sein - eine andere Quelle sagt, das passiere alle 19 Jahre - dann hätte jemand 1995 vergessen - weiß das jemand von Euch - stimmt das?
Ich weiß nicht mehr, wie der Winter 1976 war, aber ich rieche all die Weihnachtsdüfte von damals noch. Heute ist ein Tag, um die trockenen Nadeln vom Adventskranz an den Kerzen ankokeln zu lassen und den Harzduft zu genießen oder eine große Portion von dieser Räuchermischung zu räuchern, die ich zur Wintersonnwende 2012 veröffentlicht habe. Egal was Ihr tut, die Rauhnächte liegen vor uns und wollen uns eine nun ruhigere Zeit bescheren. Vielleicht findet Ihr etwas Muße und könnt diese Tage genießen und von der Ruhe da draußen ein bisschen Ruhe nach innen lassen.
Euch heute einen schönen 4. Advent.

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