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Mittwoch, März 15, 2023

Blumenkohlröschen in Frühlingskräutercreme aus "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich"



Langsam wird es Frühling und der erste Bärlauch ist ja schon da. Zeit für ein Rezept - dieses Mal gib es eines aus "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich"

Es ist ganz einfach und stammt aus den Anfangszeiten meiner Rohkosternährung, aber es enthält alles was wichtig ist, um an der Rohkost Spaß zu finden: Würze, Cremigkeit und Suchtfaktor. Dabei kann man sich daran einfach richtig sattessen. Für mich ist das sicherste Zeichen, das es schmeckt, wenn man am liebsten mit den Fingern essen würde und sich diese nachher alle einzeln ableckt. Mein Tipp: Tu es!

Blumenkohlröschen in Frühlingskräutercreme
  • 1 mittelgroßer Blumenkohl
  • 3 EL Mandelmus Saft von 1 Zitrone 3 TL Kapern (in Salz eingelegt)
  • 1 – 2 Handvoll frischer Kräuter in folgender Zusammensetzung:
  • 2 Teile Bärlauch
  • je 1 Teil Giersch und Bitteres Schaumkraut (alternativ Behaartes Schaumkraut)
  • 100 ml Olivenöl oder 1 Avocado
  • Wasser nach Bedarf  – cremeartig wird es mit etwa 100 – 150 ml
  • nach Geschmack Meersalz oder Nama Tamari 

Den Blumenkohl putzen und in kleine Röschen brechen und auf Tellern oder in einer Schüssel anrichten. Mandelmus mit Zitronensaft, Kapern und Kräutern pürieren. Unter ständigem Pürieren das Öl dazufließen lassen oder das Fruchtfleisch der Avocado zugeben. Weiter pürieren und durch die Zugabe von Wasser die gewünschte Konsistenz herstellen. Die Kräutercreme über den Blumenkohl geben.



Insgesamt mehr als 200 leckere Rezepte findest du in meinen 4 Büchern - die ich dir hier rechts ---> verlinkt habe.


Samstag, März 21, 2020

Brigittes Bärlauch

Corona ist nicht alles. Und wie es bei vielen Dingen ist, die einen werden aggressiv und lassen sich fertig machen, wenn sich im Äußeren was ändert, die anderen ändern ihre Pläne und passen sich an. Dann bietet eine Krise auch eine neue Chance.

Heute hat mich eine sehr nette lange Email mit wunderschönen Bildern von Brigitte - einer Teilnehmerin aus dem letzten Jahreskurs erreicht, aus der ich gerne einen Auszug mit Euch teilen möchte.



Voller Tatendrang habe ich dann letzten Sonntag noch mein Kräuterbeet in Beschlag genommen. Ich habe nun erst mal aussortiert – dort wuchsen sehr alte

Lavendelbüschel, die riesig waren – die habe ich versetzt, damit neues Platz hat. Außerdem hatten sich dort noch Vergissmeinnicht und Traubenhyazinthen eingefunden, die ich auch versetzt habe. Jetzt ist das Feld recht leer – und irgendwann kann jetzt neues gepflanzt werden. Zunächst möchte ich hier nun erstmal Salat und Radieschen aussäen.


(c) Brigitte aus Ostfildern


Solange es noch geht, streife ich durch die Natur. Wir haben hier im Wald ein riesiges Bärlauchfeld.


(c) Brigitte aus Ostfildern


Dort sammle ich mit den Kindern fleißig, auch die Knospen, die ich eigentlich fermentieren wollte.
Aber mein Mann hat die alle einfach weggefuttert. Auch recht, dann gehen wir einfach nochmal los.


(c) Brigitte aus Ostfildern

Ich bin jetzt so froh, dass ich im letzten Jahr soviel über Wildkräuter erfahren habe und das Wissen jetzt an meine Familie weitergeben kann. Gerade diese Inhaltsstoffe benötigen wir jetzt, da brauch ich doch wirklich nicht Nudeln zu horten. Und diese ganze Diskussion mit dem Toilettenpapier. Gestern habe ich meiner Familie vom „Scheißblatterl“ erzählt, was hier überall wächst…. Ich bin so dankbar, was du mir alles beigebracht hast.


Ich bin - nicht nur angesichts dieser Mail - dankbar... dass ich diese Arbeit machen darf und Mittlerin sein darf zwischen Pflanzen und Menschen.
Wenn Du mehr über den Bärlauch wissen möchtest, schau in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich", da findest Du auch ein leckeres Rezept und außerdem kannst Du noch viel mehr über den Bärlauch hören:







Sonntag, Juni 03, 2018

Spargelsalat

Oh, es ist Spargelzeit, wie wunderbar. Gefühlt esse ich jeden Tag Spargel momentan.


Und natürlich auch roh. Gut, dass es mittlerweile auch Biospargel zu erschwinglichen Preisen gibt, denn wenn man das hier liest, kann einem der Appetit auf konventionell angebauten Spargel doch vergehen.


Und gut, dass der arme leckere Spargel nicht mehr so totgekocht wird wie früher. Früher musste er ja "durch" sein und schlapp über eine Gabel hängen, die Köpfchen matschig. Das hatte zur Folge, dass mir als Kind gerade die Köpfe ganz zuwider waren. Das ist heute anders, zumindest soviel Spannung sollte er haben, dass er sich nicht durchbiegt, wenn man ihn auf die Gabel nimmt, da sind sich die Spitzenköch/Innen mittlerweile einig.

Aber wie schon gesagt, es geht auch roh: Dazu schäle ich nur den festen Teil der Schale im unteren Bereich ab. Beim grünen Spargel also von unten ein Drittel der Stange.


Die Köpfe bleiben ungeschält.


Damit sie mehr Marinade und damit Geschmack aufnehmen, viertel oder halbiere ich sie gerne und lasse noch ein paar ganz kurze ganz.

Zum Marinieren nehme ich gerne Obst - hier Orangen. Die späten Orangen, die es zur Spargelzeit gibt, werden meist weniger geachtet, weil sie äußerlich nicht mehr ganz so schön sind. Aber gerade die sind supersaftig und haben mehr Saftschläuche als Trenngewebe, so dass wir sie nicht filetiert  brauchen, sondern in dünnen Scheiben verwenden können.


Eine Lage Spargel, eine Lage Orangen, so zieht alles gut durch.





Wer mag, kann auch eine Avocado mit reinschneiden, dass muss aber nicht sein, je nachdem, ob man Öl verwenden mag oder lieber auf das gesunde Fett der Avocado setzen will.


Und dann kommen noch jede Menge Kräuter dazu, im zeitigen Frühjahr waren es auch Bärlauch und Glöckchen-Lauch, dazu Labkraut und Giersch wie hier. Jetzt gäbe es stattdessen Schnittlauch, dazu schmecken auch leckerer Sauerklee, Kleiner Wiesenknopf, Beinwell und Borretsch (Achtung Pyrrolizidinalkaloide) und Zitronenmelisse und vieles andere mehr.

Ob die Kräuter klein oder groß geschnitten werden, hängt von der Intensität ihres Geschmacks ab. Wenn Laucharten dabei sind, eher kleiner.


Und so sieht der Salat dann fertig aus - es empfiehlt sich ihn ein paar Stunden durchziehen zu lassen und erst ganz am Schluss mit etwas Apfel-Essig und bei Bedarf Öl, Meersalz und Pfeffer abzuschmecken.


Der Vollständigkeit halber hier noch die Variante mit Bärlauch, ohne Avocado und geschichtet.


Falls ihr noch Spargel im Kühlschrank habt und Orangen, dann probiert es gleich aus, sonst nächste Woche. Die Spargelzeit dauert noch bis 24. Juni, und es wird auch nochmal ein kleines Rezept dazu geben hier.

Euch einen schönen Sonntag mit vielen frischen Genüssen.

Samstag, März 18, 2017

Von Dreikantigem und anderem Lauch


Heute stelle ich euch mal wieder eine essbare Wildpflanze vor, den Bärlauch kennt ihr ja schon, oder? Wenn nicht, kommt doch mit auf eine Frühjahrsexkursion, es gibt fast überall noch Platz an folgenden Terminen:

  • Fr. 24. März 2017: 15:30 Uhr nur für Anfänger
  • Sa. 25. März 2017: 15 Uhr
  • So. 26. März 2017: 10:30 Uhr
  • Di. 28. März 2017: 15:30 Uhr nur für Anfänger
  • Fr. 31. März 2017: 16:30 Uhr
Alle Exkursionen finden in Sindelfingen statt, die nächste Exkursion in München ist voraussichtlich am 23. April, wenn ihr daran Interesse haben solltet, dann meldet euch einfach bei mir, per Mail an info(ät)christine-volm.de.

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr wieder rauszukommen. Nach den langen und wirklich kräftezehrenden Schreibtischwochen, die ich mit den Korrekturen an den  Druckfahnen zum neuen Buch "Detox, Baby!" (schaut mal hier) verbracht habe, freue ich mich schon sehr, dass ich ab  Mittwoch wieder einen Großteil meiner Zeit draußen verbringen darf.

Nun aber  den Laucharten:

Auf unseren Exkursionen finden wir gleich mindestens drei verschiedene Laucharten: Bärlauch (Allium ursinum), Weinbergs-Lauch (Allium vineale) und Dreikantigen Lauch (Allium triquetrum). Anderswo gedeihen oft noch andere Arten.

Typisch für die Hauptstadt ist beispielsweise der Seltsame Lauch (Allium paradoxum), der auch Wunder-Lauch oder Berliner Bärlauch genannt wird. Der Wunder-Lauch ist wie der Dreikantige Lauch ein Einwanderer.

Der Dreikantige Lauch ist außerdem ein Gartenflüchtling, wie der Schnittlauch, den man auch mancherorts in der Nähe von Gärten wild findet. Gartenflüchtlinge, die wissenschaftlich als hemerochore Pflanzen bezeichnet werden, sind solche Arten, die von Menschen eingeführt wurden und sich aus Anpflanzungen heraus verbreitet haben. Noch uneinig ist man sich darüber, ob vielleicht sogar der Bärlauch auch dazugehören könnte.

Dreikantiger Lauch heißt er oder auch Glöckchen-Lauch, Allium triquetrum lateinisch. Wie er blüht seht ihr neben dem Vorwort in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" ihr könnt auf den Link klicken und im Buch blättern, auf Seite 5 seid ihr richtig. Nicht nur die Blätter sind essbar, sondern auch seine Blüten und der Geschmack ist - finde ich - besser als beim Bärlauch: süßlich, scharf, aber weniger knoblauchig.




Sonntag, Mai 22, 2016

Wildpflanzen im Mai

Einen wunderschönen Sonntag euch. Heute zeige ich euch wie versprochen, was wir alles an Essbarem beim Maispaziergang entdeckt haben. Die leckeren Lärchennadeln im letzten Eintrag von gestern habt ihr ja  schon gesehen. Hier kommen noch mehr Köstlichkeiten und am Schluss - Achtung - auch was Giftiges. Also aufgepasst und schön die Bildunterschriften lesen.


Der Sauerklee, der seine Blätter zusammenfaltet, wenn es ihm zu hell ist, schmeckt köstlich in Kombination mit marinierten Champignons - siehe Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich

Die Gefleckte Taubnessel - auch sie eine Köstlichkeit und aus den Blüten kann man süßen Nektar zuzeln.


Genau so lecker: Die Weiße Taubnessel.

Der Beinwell - jetzt Erdbeersmoothie daraus zu machen, ist die beste Idee - siehe wild&roh

Bärlauch gab es noch in Hülle und Fülle. Jetzt blüht er schon, aber die Blüten sind auch lecker.
Achtung: Hiermit solltet ihr den Bärlauch nicht verwechseln - das unten ist ein giftiges Maiglöckchen. Nun müssen auch die Zweifler zugeben, dass Bärlauch und Maiglöcken gleichzeitig und nebeneinander vorkommen können.

Mehr dazu hier.

Giftig, aber wunderschön, wenn es ganz aufgeblüht ist: Das Maiglöckchen.


Mittwoch, April 27, 2016

Es stand in der Zeitung... von Bärlauch und Maiglöckchen

Es stand in der Zeitung, es kann aber auch wahr sein. Wie alt ist dieser Spruch?

In der Stuttgarter Zeitung stand letzte Woche Folgendes:


Tja, was sagt man dazu? Das haben mich einige Wildpflanzenfreunde gefragt und mir dankenswerter Weise den Artikel geschickt. Ehrlich, was soll man/ich dazu sagen? Das ist so eindeutig ein Fall von "Darf nicht passieren - kann aber passieren." So etwas gibt es. Und wer den Alltag in Zeitungsredaktionen heutzutage kennt, der weiß, dass es dort nicht nur Zeitdruck gibt und dass unterschiedliche Personen für Bilder und Texte verantwortlich sind. Und wir wissen alle, dass Menschen Fehler machen können. Nein, ich möchte jetzt nichts schönreden, dieser Ausflugshinweis hätte in Kombination mit dem Bild und der Bildunterschrift nicht gedruckt werden dürfen, das wissen die Verantwortlichen auch. Aber: Das ist ein Veranstaltungshinweis in einer Zeitung und keine Beschreibung zur botanischen Bestimmung von Bärlauch, wer sich auf solche Hinweise verlässt und womöglich mit dem Bild in der Hand Bärlauch sammeln gehen will, der setzt einfach auch aufs falsche Pferd.

Wie oft stelle ich fest, dass Menschen im Internet in fragwürdigen Foren nach Pflanzenbeschreibungen oder nach Pflanzenbildern suchen. Und was das Internet hergibt, wenn es um Pflanzenbestimmung oder Einordnung von Giftpflanzen geht, ist einfach zu einem großen Teil Mist.
Natürlich gibt es dort auch Brauchbares zu finden, aber eben nur, wenn man weiß, wie man die Qualität der Informationen einstufen muss. Ich finde es immer amüsant, wenn Menschen glauben, sie könnten Botanik einfach mal so nebenher lernen - da frage ich mir dann immer, warum ich das studieren musste und mich immer noch laufend weiterbilden muss. Physik will ja auch keiner im Internet lernen und ich habe dort auch noch nie einen verlässlichen Bauplan für ein Atomkraftwerk gefunden.

So jetzt aber nochmal zusammengefasst, was ich damit sagen will: Jede/r, die/der Wildpflanzen sammeln will, sollte sich ernsthaft damit auseinandersetzen und nicht darauf setzen, dass es mit dem Lesen der Tageszeitung getan ist. Eigenverantwortung ist das Zauberwort.

Dennoch bin auch ich der Meinung: Bärlauchtext + Maiglöckchenbild geht natürlich gar nicht. Das hat die Stuttgarter Zeitung aber auch schnell gemerkt und hat am nächsten Tag die Verwechslung richtiggestellt.



Danke, dass ihr da draußen so gut aufpasst und mir das gezeigt habt und vielen Dank für die beiden Fotos. Sicher haben auch ganz viele Zeitungsleser das gesehen und ihre Nachbarleser, Freunde etc. darauf aufmerksam gemacht. Sehr gut, wir wissen also doch wie es geht. In solchen Fällen hilft nicht nur Eigenverantwortung, sondern auch Schwarmintelligenz.

Wer außerdem noch lernen möchte, wie sich der Bärlauch von der Herbstzeitlose (tödlich giftig) und dem Aronstab unterscheiden lässt, kann am Samstag oder Sonntag noch mit zur Exkursion kommen - alle Termine findet ihr auf meiner Homepage unter Seminare.



Montag, März 21, 2016

Frühlingshafte rohköstliche Pesti

Pesto, das ist natürlich das Frühjahrsthema.
Das (auch: der) Pesto (von italienisch pestare, „zerstampfen“) ist eine pastose, ungekochte Sauce, die in der italienischen Küche meist zu Nudeln gereicht wird - so weiß es Wikipedia.

Selina und Simon haben gleich zwei dieser leckeren Saucen fabriziert und die haben ganz wunderbar zu unserem Buffet gepasst.

Einmal Apfel-Giersch-Rettich-Pesto


Vorne seht ihr noch kleine Röllchen aus Rettich, die Sie mit den Blütentrieben vom Wiesen-Schaumkraut dekoriert hat.

Und dann gab es noch ein Bärlauch-Pesto aus Bärlauch, Sonnenblumenkernen und Kokosöl.


Oben seht ihr noch ein bisschen Scharbockskraut, was wir zur Dekoration der Suppe von gestern genutzt haben und unten links das Quittenbrot - das ich euch hier vorgestellt habe.



Euch einen guten Start in die Woche - wer mag, kann morgen Nachmittag noch mit zur Exkursion kommen - meldet Euch am besten über die Kontaktdaten auf der Homepage an.

Mittwoch, Februar 24, 2016

Frühlingsgrüße - essbar oder nicht ist die Frage

Viele sind überrascht, wenn ich erzähle, dass der erste Bärlauch schon da ist und dass es sich bereits gut Löwenzahn ernten lässt. Ja, der Frühling will nicht verpasst werden. Vor 10 Tagen noch, sah der Bärlauch so aus, mittlerweile sind die Blättchen schon entfaltet - Zeit ihn zu nutzen. Auf den Exkursionen im März üben wir, wie seine Merkmale sicher zu erkennen sind.


Die Winterlinge sind hübsche Frühlingsboten aus der Hahnenfußfamilie, aber nicht zum Verzehr geeignet, in Teilen sogar hochgiftig weil sie herzwirksame Glykoside enthalten.


Schön sind die trotzdem, sollten aber nicht für essbar gehalten werden.

Was ihr alles essen könnt, und was nicht, das erfahrt ihr auf den März-Exkursionen in München und in Sindelfingen. Auf meiner Webseite unter Seminare findet ihr alle aktuellen Termine.



Mittwoch, Mai 20, 2015

Sprechende Blümchen und verwechselbarer Bärlauch

Ich erzähle euch heute ein bisschen vom Seminar in Bad-Wörishofen im April. Damit ich ein weiß, was die Teilnehmer erwarten oder auch schon wissen, machen wir zu Anfang immer eine kleine Kennelernrunde, zu der jede/r ein Pflänzchen mitbringt. So entsatnd im April ein bunter Teller mit Frühlingsblüten und -kräutern. Für mich ist es wichtig zu wissen, mit welchen Erwartungen und Hoffnungen wir starten, nur dann kann ich auf alle Wünsche eingehen und nicht nur Pflanzen- und Rohkostwissen vermitteln, sondern auch ein bisschen hinter die Kulisse schauen und die tieferliegenden Wünsche erahnen. Pflanze verraten so viel über uns und die Verbindung mit ihnen heißt für viele auch, die Verbindung zu sich selbst wieder aufzubauen.


Blüten und Grün: Primelchen, Gänseblümchen, Labkraut, Giersch, gefolgt von Löwenzahn, Brombeer- und Veilchenblättern und dem Scharbockskraut - eine typische Frühjahrsmischung.


Während die Teilnehmer meiner Gruppe auf der Suche nach wilden Pflanzen waren (im Hintergrund) - betrieben andere ihre Übungen zur Körperertüchtigung.


Und auf den Exkursionen ging es natürlich zur Sache. Ich gebe zu, es war ein bisschen herausfordernd, hier zu fragen, welche Pflanze das wohl ist, nachdem wir alle Merkmale für Bärlauch gelernt und geübt hatten. Die meisten tippten auf Herbstzeitlose, es war aber tatsächlich Bärlauch, der hier ein ungewöhnlich üppig und dicht wächst.  Aber besser so als andersrum verwechseln - so verpasst man höchstens Genuss, während es andersrum lebensgefährlich werden kann. Und für mich ist es schön zu sehen, dass es gut ist, mit den Teilnehmer/innen immer wieder zu üben, denn auch ausgebildete Kräuterführerinnen ließen sich hier in die Bärlauchfalle locken. An dieser Stelle sage ich mal "Sorry, Ihr Lieben" :-)

wirklich untypisch und nur bei genauem Hinsehen und Merkmaleprüfen gut erkennbar - der Bärlauch
Alle wichtigen Merkmale und Verwechslungsmöglichkeiten findet ihr in Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich beschrieben.

Mittwoch, März 04, 2015

Der Bärlauch ist da - aber bitte nicht verwechseln!

 
Endlich ist der Bärlauch wieder in einer Größe zu finden, in der sich die Ernte auch lohnt. Ich habe mich vergangenes Wochenende noch mit den sehr kleinen Blättchen begnügen müssen. Aber gerade an denen kann ich euch ein Bestimmungsmekrmal zeigen, dass eindeutig auf den Bärlauch hinweist und ihn deutlich vom Maiglöckchen beispielsweise unterscheidet. Der gut gemeinte Tipp, auf den Geruch zu achten, ist leider kein guter Rat - wer schon den Bärlauchgeruch an den Fingern hat, kann nicht mehr unterscheiden, ob der von einem gepflückten Blatt oder von den Fingern kommt.


Hier könnt ihr es eindeutig erkennen - die Bärlauchblätter sind zur Rückseite hin von beiden Seiten eingerollt, wenn sie aus dem Boden kommen - das Maiglöckchenblatt ist dagenen eingerollt wie eine Zigarre.

rechts ein ganz junges Bärlauchblatt von der Rückseite her betrachtet

Es gibt noch mehrere solche zuverlässigen Bestimmungsmerkmale, die wir auf den Exkursionen - sozusagen am lebenden Objekt - mehrfach üben. Wir vergleichen dann auch mit dem hochgiftigen Aronstab und der tödlich giftigen Herbstzeitlose (welche direkt daneben wachsen), so dass Verwechslungen ausgeschlossen werden können.

Alle Termine findete ihr unter www.christine-volm.de unter "Seminare".

Auch in  "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" werden der Bärlauch und die leicht zu verwechselnden Arten ausführlich beschrieben - außerdem findet Ihr dort auf Seite 42 das Rezept für die unwiderstehliche Frühlingskräutercreme, die natürlich mit Bärlauch zubereitet wird.


http://www.amazon.de/gp/product/3800178532?adid=040G12ZE08AXFJD0GPYX&camp=1410&creative=6378&creativeASIN=3800178532&linkCode=as1&ref_=as_li_tf_til&tag=maxtremefoto-21

Donnerstag, Februar 26, 2015

Grippe - H3N2 - kann man überleben... meine Pflanzenhelfer

Ihr Lieben, nun melde ich mich mal wieder, nachdem mich für 12 Tage H3N2 niedergestreckt hatte. Woran es lag, dass dieser wirklich hochagressive Grippevirus auch mich erwischt hat - ich weiß es nicht. Ein paar Erklärungsversuche habe ich, allerdings weiß ich nicht, ob es überhaupt die eine Erklärung geben kann, oder ob es einfach die Mischung aus allem ist.

1. Zu wenig Sonnenlicht und damit Vitamin D3. Ja, ich glaube, dass wir uns gut selbst versorgen können mit Vitamin D3, aber in den Wintermonaten ist das in unseren Breiten einfach fast unmöglich, da die Kraft der Sonne zwischen November und März nicht ausreichend ist. Zudem bin ich in der Abgabephase des Buches vielleicht doch zu wenig draußen gewesen.

2. Der Infektionsdruck. Hier gibt es mittlerweile so viele Grippekranke, dass es schier unmöglich erscheint, dem Virus zu entkommen. Dazu hatte ich zwei Infizierte hier direkt um mich. Ich dachte erst, wunderbar, wenigstens eine gesund, die die anderen pflegen kann, aber das war ein kurzes Vergnügen und schon lag ich auch flach.

3. H3N2 ist hochagressiv, schlägt ganz unbarmherzig zu und schädigt sofort die Zellen der Luftröhre und der Atmungsorgane, zieht einem dank Muskelschmerzen den Boden unter den Füßen weg und raubt dem Körper jede Kraft. Gegen solch ein gezielt "arbeitendes" Virus hat es unser Immunsystem ganz schön schwer.

Nun ja, ich bin um eine Erfahrung reicher und hoffentlich für die nächsten 5 Jahre wieder immunisiert.

Wenn Ihr mich fragt, was geholfen hat, dann kann ich Euch sagen: Alles was ich verwendet habe sind Lebensmittel (Heilmittel im hippokratischen Sinne), von allem anderen habe ich die Finger gelassen, weil ich glaube, dass die Nebenwirkungen davon mehr schaden als nutzen. Ich habe auch auf Tee verzichtet, nachdem ich ganz schnell gemerkt habe, dass dieser nur zusätzlich verschleimt.

Es war nicht einfach, aber nun bin ich wieder auf dem Weg der Besserung und bin froh, dass ich meinem Körper diese Reinigungs- und Heilungsphase gegönnt habe. Mittlerweile wundert mich aber nicht mehr, dass in den USA jährlich 36.000 Menschen an der Infektion mit H3N2 sterben. Wie soll jemand, der vielleicht ohnehin geschwächt und möglicherweise alleinstehend ist, das überleben?

Für alle von Euch, die Ihr vielleicht auch betroffen seid, das hat mir geholfen:

1. Phase Erkrankung:
  • Shatavari-Wurzel-Pulver zum Schleimlösen.
  • Frischer geriebener Ingwer und frische Sabeiblätter, um weitere Infektionen zum Beispiel der Mandeln zu verhindern.
  • Kresse  zur Versorgung mit Grün und zur Vorbeugung von Blaseninfektion, etc.
2. Phase mit viel Husten, Fieber
  • Zitronenwasser, um den Körper mit Vitamin C zu versorgen.
  • Camu-Camu und Shatavari-Wurzel-Pulver zum Stärken der Abwehrkräfte und zum Lösen von Schleim.
  • Kaltansatz mit Eibisch-Wurzel zur Versorgung der mittlerweile wundgehusteten Luftröhre und zur Hustenberuhigung.
  • jede Menge Petersilie zur Versorgung mit Grün
3. Phase langsame Besserung, immer noch viel Husten
  • Spitzwegerich und Thymian für die Atemwege
  • Mandelpilz und Reishipilz gegen den Husten (war das, was am besten gewirkt hat - Reishi heißt auch "Pilz der Unsterblichkeit - der Name war mir Programm!)
  • Kresse, Petersilie...
Was habe ich gegessen?

Die erste Zeit fast nichts, ich wollte meinen Körper nicht auch noch mit Verdauung belasten, dann irgendwann Früchte und Grün - so einfache Dinge wie Banane oder Birne mit Petersilie oder Kresse. Mittlerweile ist endlich ein Orkospaket angekommen und es gibt Maracujas, Clementinen, Datteln, Grenadillen, Champignons, Spitzkraut und dazu viel Grünes: Brokkoli, Endiviensalat, etc. - alles roh versteht sich.

Heute nun werde ich das erste Mal wieder Yoga machen, von BKS Iyengar gibt es eine Serie, die immunstärkend wirkt und vor allem bei Erkältung empfehlenswert ist. Ich hoffe, ich schaffe das und dann wird es morgen langsam Zeit raus und auf Bärlauchjagd zu gehen - die ersten Spitzen waren schon vor 2 Wochen zu sehen, ich freue mich also auf die erste reichhaltige Ernte. Und das Scharbockskraut wird mir auch helfen, wieder auf den Damm zu kommen.
Hiermit erkläre ich den Winter und die Grippezeit nun für beendet - Euch da draußen allen weiterhin viel Widerstandskraft oder gute Genesung - je nachdem.

ein Frühlingssymbol: der Widderkopf - auch ein Symbol für Widerstandskraft

Sonntag, April 06, 2014

"Zurück zum Ursprung" - Aronstab im Bärlauch bei Hofer (Aldi)

Ihr Lieben. Gestern war wieder Detox, Baby!-Seminar und wir waren wie üblich draußen unterwegs und haben auch Bärlauch gesammelt und anschließend verarbeitet. Und wie immer haben wir uns auch die Blätter der tödliche giftigen Herbstzeitlose angeschaut und die des Aronstabs, die zu schlimmen Verletzungen der Schleimhäute führen können.
Mein wichtigstes Thema beim Wildpflanzensammeln ist Achtsamkeit, Achtsamkeit und Achtsamkeit.
Es geht nicht darum, Angst zu machen, aber es geht darum die Wildpflanzen und ihre Wirkungen ernst zu nehmen. Deshalb informiert Euch, lernt die Pflanzen kennen und pflückt bewusst. Sonst kann es Euch gehen wie der Firma Hofer (österreichische Variante von ALDI) und ihr pflückt die jungen Aronstabblätter, die immer wieder in Bärlauchbeständen verstreut sind, mit. Die älterern Blätter verwechselt wohl keiner, aber die kleinen, jungen, die sind nur beim genauen Hinschauen zwischen dem Bärlauch zu erkennen. Wahrscheinlich haben die bei Hofer meinen Blogeintrag von neulich nicht gelesen.
Sonst wäre das nicht passiert:

(c) Hofer
Auf der Webseite schreibt Hofer dazu:

Liebe Kundinnen und Kunden,

Bärlauch aus Wildsammlung, Marke: Zurück zum Ursprung, Lieferant: Marchfeldgemüse GmbH, ist aufgrund einer möglichen Verunreinigung mit Aronstab-Blättern nicht zum Verzehr geeignet!
In einer amtlichen Probe des Produktes Bärlauch aus Wildsammlung wurde neben Blättern von Bärlauch ein Teilstück eines Aronstab-Blattes nachgewiesen. Aronstab gilt als giftig und kann beim Verzehr Reizungen der Schleimhaut, Brennen im Mund- und Rachenbereich sowie Übelkeit und Erbrechen auslösen. Untersuchungen weiterer Packungen haben keinen Nachweis von Fremdpflanzen erbracht. Dennoch veranlassen der Lieferant, die Marchfeldgemüse GmbH und die Hofer KG im Sinne des vorsorglichen Verbraucherschutzes einen Rückruf des Produktes.
Das Produkt war ab dem 11.03.2014 vorübergehend in einigen Filialen der Hofer KG erhältlich. Der Verkauf des Produktes wurde sofort gestoppt.
....Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeit!
Ihre Hofer-Filiale

Mehr zum richtigen Umgang mit den Wildpflanzen, könnt ihr in meinen Büchern nachlesen, oder ihr kommt einfach mal mit auf Exkursion. Übrigens blühen nun schon die ersten Doldenblütler und auch hier ist Vorsicht geboten. Also geht raus, lernt die Pflanzen kennen und macht sie euch vertraut, dann ist alles in Kokosbutter.
Übrigens gleich noch ein Hinweis: Das Bestimmen der Pflanzen ist ein Teilbereich der Botanik und damit eine Wissenschaft und kann nicht mal eben im Vorbeigehen gelernt werden. Was ich auf Führungen mit den Teilnehmern übe, ist das Wiedererkennen, das kann auch jeder Laie lernen. Alle Pflanzen aber, bestimme ich zuerst, um sicher zu sein, dass es sich um genau diese Pflanze handelt und nicht um irgendeine so ähnlich aussehende. Das ist die Grundlage, erst dann kann entschieden werden, ob diese Pflanze giftig oder essbar ist.
Es gibt derzeit so viele Angebote für Führungen. Schaut, dass ihr Euch von wirklich qualifizierten Menschen die Pflanzen nahebringen lasst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es lange dauert, bis man wirklich gut sieht und auch die kleinsten Merkmale wahrnimmt. Habt Geduld und nutzt am Anfang einfach die Pflanzen, die ihr sicher erkennt.

Freitag, April 04, 2014

Süße Karotten mit Labkraut

Heute mal was ganz Einfaches. Das Aufwändigste daran ist vermutlich das Sammeln der Kräuter. Alles andere geht ratzfatz. Diesen Salat hat Annette zum Potluck mitgebracht. Im Original findet ihr das Rezept auf Seite 131 in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich".

Ihr könnt diesen Salat in vielerlei Variationen herstellen - Annette hat nicht nur Karotten und als süße Zutat Rosinen verwendet wie im Originalrezept, sondern ganz viele verschiedene Wildkräuter: Bärlauch, Löwenzahn-Blüten, Wiesen-Schaumkrautblüten, Veilchen, Giersch und Gundermann. In meinem Originalrezept ist es das Wiesen-Labkraut, das dem Salat grüne Power verleiht. Im Buch gibt es dazu außerdem ein Saftrezept. Labkraut ist so chlorophyllhaltig, dass dieser intensiv grün wird. Probiert es mal aus - jetzt hat wieder jede Wiese das Labkraut im Angebot, und wie immer bei den Wildpflanzen: umsonst und draußen!


Sonntag, März 16, 2014

Augen auf beim Bärlauchsammeln

Vorsicht, Verwechslungsgefahr - das ist kein Bärlauch sondern der giftige Aronstab
Nein, was hier so vorwitzig aus der Erde lugt ist kein Bärlauch. Das ist der Aronstab und der ist giftig. Ich habe ihn neulich schon einmal vorgestellt und da konntet ihr sehen, wie groß seine Blätter werden. Dann kann man sie freilich gar nicht mehr verwechseln, dank ihrer typischen Form und den gelben Blattadern. Aber dort, wo die Blätter ganz frisch sprießen, da sollte man tunlich vorsichtig sein. Sie sprießen nämlich gerne mitten im Bärlauchbestand und wer dann unvorsichtig erntet, hastig abreißt, statt bedächtig Blatt für Blatt, der kann sich mit den Blättern des Aronstabs ordentlich Mund, Speiseröhre und Verdauungsorgane verletzen.
Achtsamkeit ist auch beim Sammeln von Bärlauch das Zauberwort!

Solche und ähnliche Themen haben wir gestern auch auf der Exkursion besprochen, aber vor allem, haben wir die leckeren essbaren Wildpflanzen angeschaut, die es jetzt schon gibt. In "Rohköstliches" und "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" findet ihr mehr zum Umgang mit Wildpflanzen, zur benötigten Menge, gesundheitlichen Wirkung, etc.

junge Aronstabblättchen


Dienstag, März 04, 2014

Wildpflanzen-Salat contra Hangover

Oh je, einige werden heute und morgen schwer geplagt sein von den Nachwirkungen des Faschings.
Nein, nicht die Rohköstler, die mit Kokosnusswasser angestoßen und Süßkartoffelpommes gefeiert haben. Gibts die überhaupt? Wenn ja, dann meldet euch doch mal hier...

Für all die anderen, die sich heute oder morgen dann noch mehr quälen und versuchen Rollmöpse oder Bloody Marys oder womöglich noch die unselige Kombination aus Tabasco und rohem Ei in ihren Körper zu befördern - sei gesagt: Lasst es!

Wenn ihr wirklich etwas Gesundes wollt, dann greift zu Wildpflanzen. Sie haben mehr von allem was guttut als alles andere. Was soll denn am Rollmops helfen? Das tierische Protein belastet nur, und Mineralstoffe nur als NaCl (Salz) aufzunehmen hilft auch nicht weiter. Was wir brauchen sind Mineralstoffe, Vitamine und all die wertvollen Sekundären Pflanzeninhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Bitterstoffe, Terpene, und und und. Das alles ist drin in solch einem Wildpflanzensalat, wie Almut ihn neulich für unseren Potluck gemacht hat. Also haut rein!


Und was war drin? Vogelmiere, Wiesen-Labkraut, Gänseblümchen, Feldsalat, Chicoree, Avocado und Granatapfelkerne. Das Dressing bestand aus: Olivenöl, Apfelessig, Samen von der Knoblauchsrauke, Agavendicksaft und Bärlauch. Und wie hat's geschmeckt? HMMMMM!!!