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Sonntag, April 27, 2014

Was sich manchmal unter Linden verbirgt

Als ich neulich zur Vorbesichtigung unseres Seminarhauses für Yoga+Wilde Rohkost wieder einmal in der Südpfalz war, da war ich auch an einem meiner Lieblingsplätzchen dort. Es ist ein alter Lindenbaum, dessen Zweige so tief hängen, dass sich darunter ein wunderbares Schattenplätzchen wie eine Art natürliches Tipi entwickelt hat. Hauptsächlich Efeu wächst dort, aber jetzt im Frühjahr, da tanzen dort auch die Elfen - schaut mal genau hin, seht ihr die aufrechten Blüten? Im Hintergrund seht ihr übrigens einen sehr alten Grabstein, ja, an diesem lauschigen Plätzchen lässt es sich wohl gut ruhen.

Übrigens, bevor ich es vergesse - die Blogbesucher, die hier regelmäßig lesen, wissen es schon, der Aronstab ist giftig und sollte tunlichst nicht verwechselt werden. Aber wie so oft in der Natur liegen Schönheit und Gefahr nahe beieinander.
Also: Lindenblätter und Bärlauch genießen und Aronstab meiden, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Die Aronstab-Elfenblüten bezirzen uns dafür mit ihrer Schönheit, so haben auch diese Pflanzen uns etwas zu bieten.

Und wer noch nicht bei Radioeins RBB das Interview zum Thema essbare Baumblätter gehört hat, der kann hier nochmal reinhören.

Ich wünsche Euch einen angenehmen Sonntag im Grünen.

Wer nicht genau hinschaut, sieht nichts.
Auch hier...nur Blätter? Man braucht schon den Blick für die Blüten des Aronstabs,...
aber von der richtigen Seite betrachtet...

sehen wir hier die wunderschöne Seite dieser giftigen Pflanze.


Sonntag, April 06, 2014

"Zurück zum Ursprung" - Aronstab im Bärlauch bei Hofer (Aldi)

Ihr Lieben. Gestern war wieder Detox, Baby!-Seminar und wir waren wie üblich draußen unterwegs und haben auch Bärlauch gesammelt und anschließend verarbeitet. Und wie immer haben wir uns auch die Blätter der tödliche giftigen Herbstzeitlose angeschaut und die des Aronstabs, die zu schlimmen Verletzungen der Schleimhäute führen können.
Mein wichtigstes Thema beim Wildpflanzensammeln ist Achtsamkeit, Achtsamkeit und Achtsamkeit.
Es geht nicht darum, Angst zu machen, aber es geht darum die Wildpflanzen und ihre Wirkungen ernst zu nehmen. Deshalb informiert Euch, lernt die Pflanzen kennen und pflückt bewusst. Sonst kann es Euch gehen wie der Firma Hofer (österreichische Variante von ALDI) und ihr pflückt die jungen Aronstabblätter, die immer wieder in Bärlauchbeständen verstreut sind, mit. Die älterern Blätter verwechselt wohl keiner, aber die kleinen, jungen, die sind nur beim genauen Hinschauen zwischen dem Bärlauch zu erkennen. Wahrscheinlich haben die bei Hofer meinen Blogeintrag von neulich nicht gelesen.
Sonst wäre das nicht passiert:

(c) Hofer
Auf der Webseite schreibt Hofer dazu:

Liebe Kundinnen und Kunden,

Bärlauch aus Wildsammlung, Marke: Zurück zum Ursprung, Lieferant: Marchfeldgemüse GmbH, ist aufgrund einer möglichen Verunreinigung mit Aronstab-Blättern nicht zum Verzehr geeignet!
In einer amtlichen Probe des Produktes Bärlauch aus Wildsammlung wurde neben Blättern von Bärlauch ein Teilstück eines Aronstab-Blattes nachgewiesen. Aronstab gilt als giftig und kann beim Verzehr Reizungen der Schleimhaut, Brennen im Mund- und Rachenbereich sowie Übelkeit und Erbrechen auslösen. Untersuchungen weiterer Packungen haben keinen Nachweis von Fremdpflanzen erbracht. Dennoch veranlassen der Lieferant, die Marchfeldgemüse GmbH und die Hofer KG im Sinne des vorsorglichen Verbraucherschutzes einen Rückruf des Produktes.
Das Produkt war ab dem 11.03.2014 vorübergehend in einigen Filialen der Hofer KG erhältlich. Der Verkauf des Produktes wurde sofort gestoppt.
....Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeit!
Ihre Hofer-Filiale

Mehr zum richtigen Umgang mit den Wildpflanzen, könnt ihr in meinen Büchern nachlesen, oder ihr kommt einfach mal mit auf Exkursion. Übrigens blühen nun schon die ersten Doldenblütler und auch hier ist Vorsicht geboten. Also geht raus, lernt die Pflanzen kennen und macht sie euch vertraut, dann ist alles in Kokosbutter.
Übrigens gleich noch ein Hinweis: Das Bestimmen der Pflanzen ist ein Teilbereich der Botanik und damit eine Wissenschaft und kann nicht mal eben im Vorbeigehen gelernt werden. Was ich auf Führungen mit den Teilnehmern übe, ist das Wiedererkennen, das kann auch jeder Laie lernen. Alle Pflanzen aber, bestimme ich zuerst, um sicher zu sein, dass es sich um genau diese Pflanze handelt und nicht um irgendeine so ähnlich aussehende. Das ist die Grundlage, erst dann kann entschieden werden, ob diese Pflanze giftig oder essbar ist.
Es gibt derzeit so viele Angebote für Führungen. Schaut, dass ihr Euch von wirklich qualifizierten Menschen die Pflanzen nahebringen lasst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es lange dauert, bis man wirklich gut sieht und auch die kleinsten Merkmale wahrnimmt. Habt Geduld und nutzt am Anfang einfach die Pflanzen, die ihr sicher erkennt.

Sonntag, März 16, 2014

Augen auf beim Bärlauchsammeln

Vorsicht, Verwechslungsgefahr - das ist kein Bärlauch sondern der giftige Aronstab
Nein, was hier so vorwitzig aus der Erde lugt ist kein Bärlauch. Das ist der Aronstab und der ist giftig. Ich habe ihn neulich schon einmal vorgestellt und da konntet ihr sehen, wie groß seine Blätter werden. Dann kann man sie freilich gar nicht mehr verwechseln, dank ihrer typischen Form und den gelben Blattadern. Aber dort, wo die Blätter ganz frisch sprießen, da sollte man tunlich vorsichtig sein. Sie sprießen nämlich gerne mitten im Bärlauchbestand und wer dann unvorsichtig erntet, hastig abreißt, statt bedächtig Blatt für Blatt, der kann sich mit den Blättern des Aronstabs ordentlich Mund, Speiseröhre und Verdauungsorgane verletzen.
Achtsamkeit ist auch beim Sammeln von Bärlauch das Zauberwort!

Solche und ähnliche Themen haben wir gestern auch auf der Exkursion besprochen, aber vor allem, haben wir die leckeren essbaren Wildpflanzen angeschaut, die es jetzt schon gibt. In "Rohköstliches" und "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" findet ihr mehr zum Umgang mit Wildpflanzen, zur benötigten Menge, gesundheitlichen Wirkung, etc.

junge Aronstabblättchen


Montag, Februar 17, 2014

Achtung: giftig!

Das war ein Wochenende, das ich nicht so schnell vergessen werde.Ich war mit dem SWR unterwegs und wir haben versucht, ein paar Facetten meiner Arbeit mit der Kamera einzufangen. Erst waren wir auf Exkursion, dann gabs einen kleinen Workshop und ganz zum Schluss hatten wir noch Freunde zum Potluck eingeladen. Anschauen könnt ihr das am Donnerstag, 20.Februar 2014 zwischen 18:45 und 19:45 Uhr in der Landesschau im SWR-Fernsehen.
Ich bin ja schon sehr gespannt, was dabei raus kommt.

Nun wollte ich aber noch etwas Anderes erzählen: Es ist schon wieder Bärlauch-Zeit und das heißt auch wieder Zeit für die giftigen Pflanzen, die man leicht mit dem Bärlauch verwechseln kann. Wenn man den Aronstab aber so anschaut, kommt man gar nicht auf die Idee, dass man ihn verwechseln könnte... und dennoch passiert es. Die jungen ganz kleinen Blättchen wachsen nämlich gerne auch zwischen dem Bärlauch und werden dann manchmal, wenn nicht vorsichtig geerntet wird, auch mit gepflückt. Sie enthalten messerscharfe Oxalatkristalle und fügen Mund- und Speiseröhre und auch dem gesamten Verdauungstrakt unangenehme Verletzungen zu. Also: Sorgfältig ernten heißt die Devise. Mehr dazu findet ihr natürlich auch in Rohköstliches und eventuell auch im Fernsehbeitrag am Donnerstag.

Achtung: giftiger Aronstab. Große Blätter lassen sich gut erkennen, aber die ganz jungen schmuggeln sich schon mal gerne zwischen den Bärlauch - in "Meine liebsten Wildpflanzen-rohköstlich" findet ihr davon ein Bild.

Und noch eine Pflanze tummelt sich jetzt gerne im Wald und wird von unerfahrenen Anfänger auch schon mal verwechselt: Die Haselwurz. Wenn ihr also Blätter seht, die von der Form her an Veilchenblätter erinnern, aber dunkelgrün glänzen und viel größer sind, dann bitte: NICHT ESSEN.

Giftige Haselwurz - immergrün und jetzt im noch braunen Blättergrund gut als grüne Nester zu identifizieren.