Mittwoch, Oktober 03, 2018

Ein buntes Bad im Wald mit Pilzen


Der Herbst ist da und jetzt auch spürbar. Aber es soll wieder wärmer werden und ein goldener Oktober wird vorhergesagt. Ich freue mich schon darauf. Diesen etwas trüben Tag heute nutze ich für Vorbereitungen. Endlich ist das Herbstprogramm online und da gibt es einiges vorzubereiten. Exkursionen, Seminare und Besonderes. Dazwischen muss ich aber vor allem immer mal wieder raus in die Natur, auch wenn das Wetter nicht perfekt ist. Der Herbst ist und bleibt meine Lieblingsjahreszeit (weil es da am meisten zu essen gibt draußen) und ich will diese Zeit unbedingt genießen.

Mit den Pilzen ist es dieses Jahr nicht so weit her: Steinpilze, Maronen, Netz- und Flockenstieliger Hexenröhrling, Parasol und Birkenpilze waren bisher unsere Beute, aber alles nicht so üppig und vergleichsweise wenige Arten gibt es momentan.


Steinpilz

Die Rotkappen lassen noch etwas auf sich warten - nur die verwandten Birkenpilze haben wir schon gefunden.

Aber die Maronen haben jetzt Saison und wenn man eine findet, ist sie sehr knackig, wie übrigens alle Pilze in diesem Jahr. Es fehlt Feuchtigkeit, deshalb sind sie stabil und wenig wurmig, aber eben auch wenige.


Wenn ich im Wald unterwegs bin, dann ist aber das Pilzesammeln eher nur das Unterhaltungsprogramm nebenher. Eigentlich möchte ich nur genießen und, wie beispielsweise letzten Sommer, staunen. Da haben wir so viele Farben entdeckt. "Wald" haben wir ja eigentlich als grün und braun abgespeichert, aber schaut mal, wie bunt es manchmal dort zugeht. Die Natur hat immer Überraschungen auf Lager.

Der Tintenfischpilz, ein Verwandter der Stinkmorchel, stammt aus Australien, wächst aber mittlerweile - seit 1913, wird gesagt - munter auch in unseren Wäldern, weil er eingeschleppt wurde mit Woll- und Militärtransporten. Nicht wirklich giftig, aber auch nicht zum Verzehr geeignet.




Was das für ein lila Pilz ist ganz oben, konnten wir nicht eindeutig sagen, aber hübsch ist er. Und im Zweifelsfall gilt immer: nicht essen, stehen lassen und besonders gilt das für Pilze mit Lamellen.
Auch hübsch bunt und fürs Erste namenlos und daher natürlich nur fürs Auge:



Oh, eine Leuchtraupe? Nein, vermutlich keine Raupe, sondern wohl eine Blattwespenlarve, die auch Afterraupe (nicht schön) genannt wird.

Roter Pilz mit Lamellen - bleibt stehen, gut fürs Foto, aber nicht essbar. Vielleicht ein Täubling, aber da ich es nicht genau weiß, welcher und ob er essbar ist, kommt er nicht ins Körbchen - keine Experimente!


Genauso wie dieser lilafarbene Pilz. Man kann auch mit den Augen genießen, oder?


Es gibt so viele gut identifizierbare Pilzarten, da muss man keine Experimente machen. Manchmal ist es auch einfach schön, nur so durch den Wald zu streifen und Dinge zu entdecken. Um dafür endlich einmal Zeit zu haben und ohne definierten Zweck im Wald unterwegs zu sein, habe ich im Herbst-Programm auch einen Termin zum "Waldbaden" angesetzt. Am 27.10. werden wir durch den Schönbuch streifen, uns überraschen lassen von allerlei, was es im Wald zu finden gibt. Natürlich wird es Erklärungen geben für Naturphänomene aller Art, Wissenswertes zu Boden und Waldwirtschaft, zu der Kommunikation von Bäumen, aber ein bisschen werden wir auch uns auch einfach überraschen lassen wie Pippi Langstrumpf beim Sachensuchen.
Shinrin-yoku nennt man Waldbaden in Japan, es geht darum, den Wald mit allen Sinnen zu erfahren, wie man das Wasser erfährt beim Baden. Farben betrachten, die Waldluft spüren, die Geräusche der Blätter zu hören, sich mit der Natur verbinden, beobachten, Ruhe erfahren, all das klärt die Gedanken und lässt die Seele aufatmen. Viele Exkursionsteilnehmer haben mir erzählt, dass ein Grund für ihre Teilnahme an Exkursionen ist, sich wieder mit der Natur zu verbinden. Das wollen wir beim "Waldbaden" tun und ich bin sehr gespannt, wer mitkommt und wie diese Exkursion werden wird.

Das ist der Termin auf den ich mich am allermeisten gespannt bin, aber natürlich freue ich mich auch auf die vielen Essbaren-Wildpflanzen-Exkursionen, und die Rohkost"koch"kurse - dazu demnächst mehr. Die Termine findet ihr alle auf wildundroh.de - schaut mal rein. Das ganze Programm von Oktober bis Dezember gibt es per Mail - das könnt ihr dort direkt anfordern.