Mittwoch, Juni 13, 2018

München im Sommer - Icedate muss sein


Ah, ich bräuchte einfach mehr Zeit. Es tut mir leid, dass ihr schon wieder so lange nichts von mir gehört habt. Aber dafür wird es heute besonders lecker. Mein lieber Rohkostfreund Gunter Nann, den ich vor mittlerweile rund 12 Jahren auf einem Urkost-Treffen im Allgäu kennengelernt habe, macht nämlich Eis.
Das sieht so aus wie unten, wenn man auf seinen Stand auf einer Messe trifft, was ich bereits im März getan habe. Aber wie es halt so ist mit Eis - man bekommt nie genug davon.


Deshalb stand beim vorletzten Besuch in München (mittlerweile bin ich ja jeden Monat einmal dort für Exkursionen) endlich ein Besuch im Icedate auf dem Programm. Die sehr kleine Eisdiele in Schwabing, in Uninähe, läuft nun wirklich gut.

Gunther ist ein Idealist und hat sich mit dieser Eisdiele einen Lebenstraum erfüllt, was nicht nur seine ganze Überzeugung sondern auch jede Menge Geld benötigt hat, um ihn wahr werden zu lassen. 


Die Zutaten nämlich, die es braucht, um ein wirklich leckeres und gesundes Eis ohne jeglichen Mist (siehe rechts oben auf dem Foto) herzustellen sind einfach teuer. Und daher ist es das Eis natürlich auch.


Betrachtet man allerdings mal die Zutaten genauer, wird klar, wie sich der Preis ergibt:

Datteln - statt raffiniertem Zucker (daher kommt auch das Ice-"date" = englisch für Dattel)
Cashew-Creme, aus Cashewnüssen und Wasser täglich frisch hergestellt statt Kuhmilch (Cashews werden natürlich nicht subventioniert, im Gegensatz zur Milch.
Außerdem Früchte, Samen, Nüsse und Wasser, Gewürze.

Der Fruchtanteil der Fruchtsorten beträgt mindestens 50% (nur wirklich vollreife Früchte).

Dieses Eis - ohne Bindemittel, Verdickungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren, Süßstoffe, Aromen, Zucker, Farbstoffe, Mono- und Diglyceride, Gelatine oder sonstige Zusatzstoffe - ist also schlicht nicht vergleichbar mit anderem Eis, lest doch mal nach, was auch auf veganen Eisverpackungen alles drauf steht. Es graust einen manchmal, dabei will man doch nur die Zutaten im Eis zu sich nehmen, die man auch pur essen würde.



Und wenn man heutzutage ein Eis produziert, das so ehrlich ist, dann hat das seinen Preis. Gut so, sag ich, weil man bekommt ja was Gutes für die Kugel um 2,20 €.

Neu ist jetzt, dass es das Eis im Becher gibt - wow. Mango-Sorbet, Mandel-Vanille oder Waldfrucht und weitere Sorten.



Auch der Becher ist teuer. 7,99 für 400 ml - im Angebot manchmal unter 7 € Aber bei Eisvergleichen muss man vorsichtig sein - denn auf der Packung sind immer Milliliter angegeben. Deshalb vergleicht lieber mal zwei Packungen mit demselben Volumen. Dicht gepacktes Eis, wie dieses, hat eine höhere Dichte. Übrigens schmilzt es auch langsamer. Auf der Facebook-Seite hat Icedate beantwortet, warum das Eis fester ist als andere und wie man am besten damit umgeht:

Einfach ca. 30m stehen lassen. Das ist reine Physik. Zucker bewirkt in Eis eine Gefrierpunkt-Verschiebung. Wenn ein Eis bei -18Grad weich ist, dann weißt Du, dass es zu einem großen Teil aus Zucker besteht.
Da wir keinen Zucker zusetzen enthält unser Eis nur das bisschen Fruchtzucker aus den Früchten, und hat seinen Gefrierpunkt um die -8 Grad. Es wird genauso weich wie anderes Eis, aber es braucht deutlich länger.




Okay, soviel mal dazu, ich wollte das Eis jetzt einfach mal in der Amalienstraße probieren, wo es seit 2014 die erste Icedate-Diele gibt.

Zu zweit haben wir zwar ähnliche Farben, aber unterschiedliche Sorten gewählt.


Bezahlt haben wir je eine Kugel, insgesamt also 4,40 € und wie dort wohl üblich gab's noch ein Probierkügelchen obendrauf.

Links Nougat mit Pistazie, rechts Schokolade mit Mango. Das war ein Icedate ;-)



Ich würde mir wünschen, dass es mehr solcher Projekte gäbe und mehr Idealisten wie Gunther, die all ihre Zeit und ihr Geld in solche Projekte stecken. Daher wünsche ich Icedate in erster Linie ganz viel Erfolg und freue mich, wenn es dann auch bei uns im Biomarkt erhältlich sein wird. Übrigens habe ich schon mehrmals nachgefragt, wann es denn auch in unserer Filiale bei Denn's erhältlich sein wird - bisher gibt es das noch nicht. Aber in 4 Wochen bin ich wieder in München, dann probiere ich die Beerensorten!