Montag, Dezember 22, 2025

Rohköstliche Lebkuchen mit Schokolade, Kürbis und Wildpflanzen

Ihr Lieben, solltet ihr noch weihnachtliche Gelüste haben, aber der Meinung sein, dass es schon reicht mit Süßem, dann kommen hier die gesündesten Lebkuchen der Welt.
Mit 
- Gemüse = Kürbis
- Knollen eines Grases = Erdmandeln
- und wildem Gundermann.
Trotz allem werden sie dir mindestens genauso gut schmecken, wie alle anderen oder noch viel besser.
Du kannst sie auch kühl aufbewahren und gleich mit Ihnen ins neue Jahr starten, denn sie sind mindestens so inhaltsstoffreich wie dein bestes Müsli.

Viel Spaß bei der Zubereitung. Auf eine gute Zeit zwischen den Jahren und einen genüsslichen Rutsch ins Neue.



Sonntag, Dezember 21, 2025

Wintersonnwende 2026

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe kollegial, geschäftlich oder in anderer Art und Weise mit uns Verbundene, 

frohe Weihnachten, wollte ich auch dieses Jahr wünschen. 

Aber geht das überhaupt noch? Froh sein, wenn da draußen die Hölle tobt? Wenn auf Happy Hanukkah am Bondi-Beach ein Gemetzel folgt, wenn Weihnachtsmärkte zum Anschlagsziel von Terroristen werden und wenn Christen und andere Gläubige in den USA wie in Deutschland und anderswo, vergessen haben, dass Immigranten auch nur Menschen sind, die ihr Land verlassen mussten, weil sie dort verfolgt wurden oder aus anderen Gründen nicht leben konnten - die Geschichte kommt uns bekannt vor. 

Viele haben in diesem Jahr Verluste erlebt, Menschen sind von uns gegangen oder haben andere Wege eingeschlagen - wo soll jetzt plötzlich die Fröhlichkeit an Weihnachten herkommen? Wir werden sie vermutlich nicht finden, da draußen. Und diejenigen, die jetzt nicht noch einen Funken in sich tragen, der innerliche Wärme entfachen kann, wo sollen sie denn Fröhlichkeit finden? 
In Gaza kann immer noch kein Gemüse zur Versorgung der Bevölkerung angebaut werden. Auch in Georgien hat sich das Blatt gewendet - die Abkehr von dem Weg der Annäherung an die EU scheint beschlossen. In Deutschland sind immer mehr Menschen einsam. Trübe Aussichten überall. 

Und doch: Wir haben auch gefeiert in diesem Jahr und Liebe geteilt, die Zeit mit Familie und Freunden genossen. Menschen haben wieder zueinander gefunden, neue sind hinzugekommen. Unglaubliche positive Dinge sind passiert: In Bethlehem gibt es nach 3 Jahren Krieg wieder eine feierliche Vorweihnachtszeit, in Kolumbien finden Opfer und Täter nach 50 Jahren Gewaltherrschaft und Bürgerkrieg einen Weg zum gemeinsamen Frieden und in einer polarisierten Gesellschaft wie etwa in den USA, aber auch in Deutschland erscheint es manchen doch mit etwas Hilfe möglich, wieder zueinander zu finden. 

Es gibt sie also, die guten Nachrichten, die Beweise dafür, dass wir Menschen über unsere Schatten springen, uns zurücknehmen und einsetzen können, um Kompromisse zu finden und in Frieden leben zu können. Eines ist sicher: Es wird so nicht weitergehen 2026, es wird sich wie immer Vieles ändern. Wir alle können aber etwas zu positiven Entwicklungen beitragen: in erster Linie Zuversicht. 

Vielleicht ist es einfach die Aufgabe dieser Zeit, die Zukunft besser zu sehen. Wer Visionen hat, sollte eben nicht zum Arzt gehen, wer Visionen hat, darf ihnen folgen, den Weg ebnen und seinen letzten Funken Mut zusammennehmen und erfahren, dass es gemeinsam besser geht und Ziele erreicht werden können. 

Vielleicht geht es gar nicht darum, an Weihnachten besonders "fröhlich" zu sein. Vielleicht geht es einfach darum, sich froh stimmen zu lassen von den positiven Dingen. Die Augen zu öffnen und zu sehen, dass es uns gut geht, und auch dass wir diejenigen sind, die Weihnachten "froh" machen können. 

Ich danke dieses Jahr vor allem denjenigen, die mein Jahr und damit auch diesen Rückblick froh gemacht haben, für Telefonate, persönliche Gespräche, Austausch, Diskussionen, Kooperationen, Geschäftsbeziehungen, da waren sehr viel Fröhlichkeit, Vertrauen, gute Projekte und zufriedenstellende Zusammenarbeit und jede Menge, was ich lernen durfte. 

Besonders möchte ich auch denjenigen danken, die unsere Natur nicht aus dem Blick verlieren. Auch hier sehen wir oft nur Themen wie Artensterben und Flächenfraß, um die sich niemand zu kümmern scheint. 
Aber viele Initiativen und Projekte können Unterstützung brauchen und auch die Kommunikation im kleinen Kreis, das Aufmerksammachen auf Missstände ist heute wichtiger als jemals zuvor. 

Ich durfte im Sommerurlaub jeden Morgen in einem Fluss schwimmen und dabei flog immer ein Eisvogel an mir vorbei oder zischte mir über den Kopf - ein Eisvogel-Pärchen, wie sich herausstellte, das morgens im kristallklaren Wasser fischte, während ich ruhig meine Bahnen zog. Jetzt im Winter treffe ich fast täglich den Graureiher. 
Und ich durfte auch in diesem Jahr wieder einige seltene Wildpflanzenarten finden, Gärten mit Wildpflanzen gestalten, tolle Gartenprojekte kennenlernen und bestes Gemüse von Solawis und Kleingarteninitiativen genießen, ich fühlte mich aufs Beste versorgt. 

Und ich freue mich und bin dankbar für all diejenigen, die sich mit mir auf den Weg gemacht haben, zu einer Ernährung, die nicht nur die beste für unseren Körper ist, sondern auch die Biodiversität fördert und den Klimawandel positiv beeinflusst. 

Die Natur ist unerschöpflich mit ihren Geschenken an uns und macht mich immer wieder froh - nicht nur zu Weihnachten. Daher wäre mein größter Wunsch, dass wir uns mehr darum kümmern, dass wir diesen Rückzugsort, diese Energiequelle für neue Kraft noch mehr als solche wahrnehmen. Wenn wir das tun, dann wird auch der Schutz der Natur wieder ein gemeinsames Ziel werden, ganz natürlich, weil wir alle das wollen. 

Wenn wir festhalten an unseren Visionen für eine bessere Welt, dann wird die Welt auch besser werden, davon bin ich überzeugt. 

Dazu wünsche ich uns allen Zusammenhalt für jede gute Sache und gutes Gelingen auch im neuen Jahr 

mit herzlichen Grüßen 
Christine



Samstag, Dezember 20, 2025

Podcast Raunächte Christine Fuchs und Dr. Christine Volm

Für alle mit Interesse an den Raunächten: Macht euch eine schöne Zeit, vermeidet jeglichen Stress und genießt die Natur. Das sind so in etwa die wichtigsten Aussagen in dieser Podcastfolge mit Christine Fuchs.

Donnerstag, März 20, 2025

Heute ist Tagundnachtgleiche und damit Frühlingsbeginn

Juhu, ihr Lieben, der Frühling ist da.

Wenn die hässlichen Winterblätter von frischem Grün und duftenden Blüten abgelöst werden, dann ist der Wechsel von alt zu neu geschafft. Violo odorata schenkt uns dazu noch den passenden Duft.

Heute morgen habe ich ein Blaumeisenpaar beobachtet, das unser Vogelhäuschen auf dem Wildpflanzenbalkon inspiziert hat. Ich würde mich freuen, wenn sie einziehen würden. Die Veilchen dort sind eine duftend blaue Wucht und jeden Tag streckt ein anderes Wildkraut seine Blätter aus der Erde. 

Wie schön das ist, endlich wieder durchatmen und die laue Luft genießen zu können. Ein Grund zu feiern. Auch ein Grund kurz still zu halten und wahrzunehmen, was ist. Ein Vierteljahr ist nun vergangen seit der Wintersonnwende, seit Weihnachten. Was ist passiert, wie ist es mir ergangen seither. Womit bin ich zufrieden, was dürfte sich ändern.

Der Frühling, der so sehr nach Aufbruch schreit, darf auch Tiefgang haben. Wir brauchen nichts zu überstürzen, morgen steht nicht gleich der Sommer vor der Tür, wir dürfen langsam genießen. Aber wir dürfen uns auch bewusst machen, das der nächste Höhepunkt im Jahr, wenn wir vom Sonnenstand ausgehen, die Sommersonnwende ist. Deshalb ist es jetzt besonders schön 3 Monate voll und ganz mitzuschwingen und zu genießen. Viel Spaß wünsche ich dabei.

Samstag, Dezember 21, 2024

Wintersonnwende 2024

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe kollegial, geschäftlich oder in anderer Art und Weise mit uns Verbundene,

dieses Jahr war wohl für uns alle herausfordernd und anstrengend, es war vielleicht auch schwierig und manchmal hart. Wir haben es gemeistert, irgendwie hingekriegt und durchgehalten, haben uns unseren Aufgaben gestellt und sind nachhaltig dabei geblieben.
Das war sicher nicht immer für alle einfach, aber dass wir heute da sind, wo wir sind, ist das Ergebnis dieses Jahres.
Für uns persönlich ist es gut, wie es ist. Aber das Ende dieses Jahres ist eben auch nur ein Jahresende. Eine willkürliche Festlegung, um der Zeit einen Rahmen zu geben.
Andererseits auch eine Gelegenheit, um zurückzuschauen und das Jahr noch einmal zu rekapitulieren.

Die Umstürze, die wir in diesem Jahr erlebt haben sind gewaltig - Politik, Wirtschaft und Strukturen, alles scheint nicht mehr so ganz sicher zu sein, wie wir das aus früheren Zeiten kennen.
Auf der anderen Seite durften wir auch erleben, wie sich Dinge stabilisiert haben und neue, mutige Ideen zum Erfolg geführt haben.

Mehr denn je hängt es auch von einzelnen Menschen ab, wohin die Reise geht, aber vor allem unsere persönliche Reise hängt entscheidend davon ab, wie wir zurechtkommen mit den Herausforderungen unseres Lebens.
Ich bin dankbar, dass dieses Jahr eines war, in dem ich mich den Herausforderungen stellen durfte und in dem mich Menschen begleitet haben, die unglaublich unterstützend und hilfreich waren.
Es war ein Jahr, in dem alte Freundinnen und Freunde wieder aufgetaucht sind, in dem so viele von euch/Ihnen uns unterstützend begleitet haben und unerwartbar viel Gutes auf meinen und unseren Wegen beigetragen haben.

An alle, die in diesem Jahr, Licht, Liebe und Begeisterung geteilt haben, geht mein herzlichster Dank - Ihr wart die Highlights, ich kann es nicht anders sagen.
Auch wenn dieses Jahr vielleicht die bisher herausfordernsten Situationen meines Lebens mit sich gebracht hat, so waren da doch auch immer wieder diese Lichter, die sehr hell geschienen haben.

Heute Nacht hat die Sonne den tiefsten Stand erreicht, am Samstag, 21. Dezember 2024 um 10:21 ist Wintersonnwende.


Dazu wünsche ich uns allen - und ganz besonders denen, die es jetzt brauchen - dass das Funkeln der Lichter nicht aufhört.


Auf ein Neues und sehr gerne wieder zusammen,

mit herzlichen Grüßen

Christine






Samstag, Juli 20, 2024

Pflanzeninspirationen - hier mal reinhören



Vielleicht hast du schon von den Pflanzeninspirationen, die ich seit einiger Zeit veröffentliche gelesen. 

Die Rede ist von den  kleinen beflügelnden Audiodateien, die es jetzt bereits zum 3. Mal als tägliche Folge zum Anhören auf Telegram geben wird. Die Audios sollen dich durch den Tag begleiten, ein bisschen Seele und Geist anschubsen und dir dabei helfen, über besondere Themen nachzudenken. Und jeden Tag inspirieren uns dabei die Pflanzen.

Im August wird das Thema "Arbeit" die Pflanzeninspirationen bestimmen. Ja, da denken wir im Urlaub normalerweise nicht so gerne dran, aber erstens hilft es manchmal, sich den Themen zu stellen, vielleicht wird der Urlaubstag dann entspannter, als wenn du immer das Gefühl hast, da ist noch was unterm Teppich, was du spätestens nach dem Urlaub bearbeiten musst. Lieber gleich ran, ist mein Motto, dann kommst du voran und hast nach dem Urlaub einen konkreten Plan, wie du deine Arbeit gerne gestalten würdest, was du klären und endlich angehen möchtest. Und zweitens gibt es die Chance, die Inspirationen nachzuhören: In der Regel lasse ich sie nach dem geplanten Zeitraum noch 2-3 Wochen online, so dass sichergestellt ist, dass du nichts verpasst.

Zu allen weiteren Infos und zur Anmeldung für die aktuellen Pflanzeninspirationen kommst du hier. 

Ich freu mich, wenn du ab dem 1. August dabei bist.

Und hier kannst du mal reinhören in Tag 14 der vergangenen Pflanzeninspirationen im Mai: 





Montag, Juli 08, 2024

Orchideen im Juni

So, jetzt habe ich so lange nichts mehr von mir hören lassen, weil ich meistens auf Instagram oder Facebook gepostet habe. Die Kurzlebigkeit der Beiträge dort finde ich aber mehr und mehr bedauerlich. Hier sind die Beiträge viel länger zu sehen und können immer wieder aufgerufen werden. Daher gibt es nun hier die Orchideen, die ich im Juni gefunden habe:

Es war eine gute Orchideensaison und ich bin zufrieden mit dem, was ich auf 2 Exkursionen gefunden habe. Es waren noch ein paar mehr Arten dabei, die aber schon verblüht oder noch nicht aufgeblüht waren. Was wären Orchideen ohne Blüte!

Wenn du hier gerne mehr Pflanzenbeiträge sehen magst, dann lass doch mal einen Kommentar da.

 Dactylorhiza maculata agg. - Gefleckte Fingerwurz


Himantoglossum hircinum - Bocks-Riemenzunge
Himantoglossum hircinum - Bocks-Riemenzunge



Neottia ovata - Großes Zweiblatt

Neottia ovata - Großes Zweiblatt

Gymnadenia conopsea - Mücken-Händelwurz





Gymnadenia conopsea - Mücken-Händelwurz



Ophrys apifera - Bienen-Ragwurz


Anacamptis pyramidalis - Pyramiden-Knabenkraut

Anacamptis pyramidalis - Pyramiden-Knabenkraut







Freitag, Februar 02, 2024

Lichtmess und Murmeltiertag

"... und die warmen Schühchen nicht vergessen, denn es ist saukalt da draußen."
Na, aus welchem Film ist dieses Zitat? Ja: "Und täglich grüßt das Murmeltier.

Heute ist Mariä Lichtmess, katholischer Feiertag, Ende der Weihnachtszeit,... Imbolc nach keltischer Lesart.
Jedenfalls mir einer der liebsten Tage im Jahr. Denn von nun an werden die Tage wieder schneller länger. Die Zunahme der Tageslänge ist unterschiedlich und steigt ab heute spürbar an, bis sie am 21. März 4 Minuten/Tag erreicht hat. Sind das nicht gute Nachrichten? Ein Grund zu feiern!

Und der Murmeltiertag kommt auch nicht von ungefähr, er ist nur die amerikanische Variante des Lichtmesstages, wobei alte Bauernregeln die Vorläufer von Punxsutawney-Phil waren. "Lichtmess im Schnee, Ostern im Klee." Bei uns zuhause hieß es immer: "Lichtmess, zDag nacht ess." - zu deutsch, an Lichtmess kann man bei Tageslicht zu Abend essen.
Sonnenaufgang heute 7:52, Sonnenuntergang 17:23, für Stuttgart. Tageslänge 9h und 31 min. Das ist doch mal ein Angebot.






Montag, Januar 29, 2024

Fleisch oder Nicht-Fleisch - neue Steinzeittheorien

In meinen Kursen versuche ich immer wieder zu erklären, das Fleischessen keine Frage der Wissenschaft ist, auch medizinisch nicht einwandfrei begründbar ist und historisch kontrovers diskutiert wird. Nachdem ich mich intensiv in Museen zu diesem Thema informiert habe, meine ich verstanden zu haben, dass Menschen bis Steinzeit eher die Gejagten als die Jäger:innen waren. Wie soll es denn funktionieren ohne Waffen und ohne geeignetes Werkzeug die Tiere zu schlachten, ihnen die Haut abzuziehen, etc. Also waren es wohl die Wildpflanzen, die den Großteil der Ernährung und der Versorgung mit essentiellen Nährstoffen ausgemacht haben. 

Aktuell gibt es eine neue Veröffentlichung von Forscher:innen (Jennifer C. Chen, Mark S. Aldenderfer, Jelmer W. Eerkens, BrieAnna S. Langlie, Carlos Viviano Llave, James T. Watson,
Randall Haas) von der Universität Wyoming, die besagt, dass auch Steinzeitmenschen am Übergang zur Sesshaftigkeit, kaum Fleisch gegessen haben dürften. Das konnte bewiesen werden durch Isotopenanalysen der Knochen menschlicher Fossilien, die 9000 Jahre alt sind. Es konnte gezeigt werden, dass sich diese Steinzeitmenschen nicht wie erwartet vorwiegend von Fleisch ernährten, sondern zu 70-95 Prozent von pflanzlichen Lebensmitteln.

Warum haben frühere Forschungen dann vermutet, die Menschen hätten sich vorwiegend von Fleisch ernährt? Das basiert wohl auf einem Missverständnis: Weil bei den Ausgrabungen häufig eher tierische Reste, wie Knochen, gefunden wurden und kaum pflanzliche Überreste, nahm man an, dass vorwiegend Tiere gejagt und gegessen wurden - dabei waren die Pflanzen einfach nur nicht erhalten geblieben. Bestärkt wurden die Annahmen durch Funde von Waffen, Speerspitzen etwa.
Aber nun, mit einer anderen Betrachtungsmethode, wurde gesehen, was vorher nicht gesehen wurde - nämlich, dass die Tiere wohl wesentlich weniger in den Körper aufgenommen wurden. 

Paläoethnobotanische Daten zeigen auch, dass wilde Knollen und Malvengewächse zu den wichtigsten Bestandteilen der Ernährung gezählt haben. Es wird außerdem davon ausgegangen, dass zur Selbstversorgung beispielsweise Maca-Knollen und Kartoffeln angebaut wurden. 

 

Rote Bete gab es in den Anden nicht - aber im Mittelmeerraum.

Diese Forschungen bezogen sich auf Gebiete in den Anden, ich hätte nun gerne mehr Untersuchungen dazu.

Zum Nachlesen der Veröffentlichung klick hier. 



Dienstag, Januar 23, 2024

Start ins Wildpflanzenjahr - Webinar zu den aktuellen Kursen

Im März geht's los, Zeit sich anzumelden, wenn du dabei sein magst und das neue Wildpflanzen-Jahr mit mir verbringen magst. 

Dabei gibt es nicht nur Kurse für Anfänger:innen, ganz besonders freue ich mich auch über Fortgeschrittene - schau mal in die Beschreibung vom Botanik-Jahreskurs!

Damit du dich umfassend informieren kannst, gibt es vorab einige Webinartermine, bei denen ich dir alle Kurse vorstelle - buche deine Webinarteilnahme hier kostenlos und unverbindlich.







Mittwoch, Januar 17, 2024

Männer und Wildpflanzen?

Männer, wo seid ihr? Im Zirkus der wilden Pflanzen, bei Kursteilnehmenden wie Anbietenden seid ihr kaum vertreten oder wirklich rare Einzelexemplare. Warum eigentlich? 




Die Botanik wurde wie einst alle Wissenschaften von Männern begründet und viele Lehrstühle in diesem Bereich sind von Kollegen besetzt. Da aber wo die Botanik in den Alltag hineinspielt, zum Beispiel bei der Verwendung von Wildpflanzen, da dreht sich das Blatt und die Frauen sind in der Überzahl. Woran liegt das? 
Und wieso kochen Männer heute so viel und häufig, dass in allen Koch-TV-Sendungen doch die Hälfte der Teilnehmenden Männer sind? Wie hat sich das entwickelt?


Ich wünsche mir für meine Jahreskurse, dass mindestens 1/3 Männer dabei sind. Es ist nicht so, dass nie Männer dabei sind, aber eben deutlich weniger als Frauen. Dabei habe ich das Gefühl, die männliche Sicht auf die Wildpflanzen würde deren Betrachtung weitere gute Aspekte bringen.
Jetzt kann man natürlich sagen, das macht doch keinen Unterschied, ob Männer oder Frauen sich mit Wildpflanzen beschäftigen, ja, auch ich hoffe, in Zukunft wird das so sein. Aber momentan sind es 90 Prozent Frauen, so wie Frauen früher überwiegend gekocht haben.

Ob Frauen oder Männer, das ist den Pflanzen ganz egal, sie haben für jeden etwas zu bieten: Bäume, Sträucher, Kräuter gibt es in zart und robust und in allen Regenbogenfarben. Geschlechterspezifische Wildpflanzen gibt es nicht, im Gegenteil, bei den Pflanzen ist es wie bei den Menschen, nonbinär ist hier Standard, nicht außergewöhnlich.

Also Männer, ich suche euch, weil ich euch gerne mit den Wildpflanzen bekannt machen möchte. Und übrigens: Richtig gute Köchinnen und Köche kommen heutzutage ohne Wildpflanzen doch gar nicht mehr aus. Die wirklich guten Geschmäcke wollen gesammelt werden - los geht's. 

Montag, Dezember 18, 2023

Rohkost"käse"spezialitäten

Obatzda geht auch vegan, roh und mit Wildpflanzen - Rezept aus "Rohköstliches"

Endlich, endlich gibt es sie, die Riesenauswahl an veganem und rohköstlichem Käse, auf die ich seit rund 20 Jahren warte. Aber viele Menschen denken noch, dass Käse nur aus Milch von Tieren hergestellt werden muss. Aber es geht auch anders: Käse-Alternativen, heißen die unzähligen pflanzlichen Zubereitungen, beispielsweise aus Nüssen, die man nicht nur kaufen kann, sondern auch selbermachen.

Unten siehst du Bilder aus dem ersten Alles Käse!-Seminar. Wir haben zahlreiche unterschiedliche Käsesorten aus vielen verschiedenen Nüssen hergestellt. Und wir lassen den Klassiker wieder aufleben: Das nächste "Alles-Käse!-Seminar" findet Anfang Februar statt - hier findest du alle Infos und kannst dich anmelden.




Nach diesem Seminar wirst du eine Vorstellung davon haben, was alles möglich ist, vegan und rohköstlich, natürlich auch glutenfrei. Und Wildpflanzen gibt es natürlich auch.

Cremige  Frischkäse-Alternative

Parmesan-Alternative

Kräuter-Scheibletten

Feta-Alternative

Wildkräuter sind natürlich auch immer dabei
Wildgrüner Mozzarella aus Nüssen und Samen


Vorspeisenteller mit Gemüse und Parmesan-Alternative

Und damit nicht genug, auch einen Ruckzuck-Camembert mit echtem Edelschimmel und Tzatziki werden wir am Freitag, 2. Februar 2024 16:30-21:30 Uhr zubereiten. Ich freu mich schon.


Freitag, Mai 12, 2023

App oder nicht App?


Gerade lese ich in einer Kräutergruppe, die Empfehlung: "Niemals der App vertrauen!" Hast du dich auch schon mal gefragt: Wieso hört man das niemals von Anfänger:innen, sondern meistens nur von Menschen, die sich gut auskennen mit Pflanzen? Die Antwort ist ganz einfach: Diejenigen, die die App nicht überprüfen können, wissen ja gar nicht, ob das falsch ist oder nicht, was sie als Ergebnis ausspuckt.
Gute Apps steigen aus, wenn's kompliziert wird und enthalten Hinweise z.B. dazu, dass gelbe Korbblütler und Doldenblütler oft nicht bestimmbar sind mit Hilfe von Fotos, schlechte zeigen einfach einen Pflanzennamen und lassen einen damit alleine.
Aber auch gute Apps können mal falsch liegen, was häufig mit der Qualität der Fotos und den fotografierten Merkmalen zu tun hat - eine Blüte alleine kann u.U. einfach nicht aussagekräftig genug sein. Für Anfänger:innen empfehle ich daher immer, auf Live-Exkursionen mitzugehen und zu lernen, was man als Basis erst einmal wissen muss. Es ist ein bisschen wie mit dem Rechnen: Eigentlich könnte man das Rechnen lernen in der Grundschule ja auch gleich sein lassen, denn die Grundrechenarten beherrscht jeder Taschenrechner. Wer aber für alles den Taschenrechner bemühen muss, ist doch ganz schön aufgeschmissen.

Also komm lieber mit nach draußen, lern die Pflanzen von der Pike auf kennen und dann kann man irgendwann auch richtig Spaß mit den Apps haben - nichts ist amüsanter, als zu schauen, wer besser ist: Ich oder die App. Momentan gewinne ich noch oft - vielleicht werden sie mal besser, aber dann verzichte ich trotzdem nicht darauf, mein Wissen zu nutzen - wie beim Rechnen.


 Alle Termine findest du auf wildundroh.de

Mittwoch, März 15, 2023

Blumenkohlröschen in Frühlingskräutercreme aus "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich"



Langsam wird es Frühling und der erste Bärlauch ist ja schon da. Zeit für ein Rezept - dieses Mal gib es eines aus "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich"

Es ist ganz einfach und stammt aus den Anfangszeiten meiner Rohkosternährung, aber es enthält alles was wichtig ist, um an der Rohkost Spaß zu finden: Würze, Cremigkeit und Suchtfaktor. Dabei kann man sich daran einfach richtig sattessen. Für mich ist das sicherste Zeichen, das es schmeckt, wenn man am liebsten mit den Fingern essen würde und sich diese nachher alle einzeln ableckt. Mein Tipp: Tu es!

Blumenkohlröschen in Frühlingskräutercreme
  • 1 mittelgroßer Blumenkohl
  • 3 EL Mandelmus Saft von 1 Zitrone 3 TL Kapern (in Salz eingelegt)
  • 1 – 2 Handvoll frischer Kräuter in folgender Zusammensetzung:
  • 2 Teile Bärlauch
  • je 1 Teil Giersch und Bitteres Schaumkraut (alternativ Behaartes Schaumkraut)
  • 100 ml Olivenöl oder 1 Avocado
  • Wasser nach Bedarf  – cremeartig wird es mit etwa 100 – 150 ml
  • nach Geschmack Meersalz oder Nama Tamari 

Den Blumenkohl putzen und in kleine Röschen brechen und auf Tellern oder in einer Schüssel anrichten. Mandelmus mit Zitronensaft, Kapern und Kräutern pürieren. Unter ständigem Pürieren das Öl dazufließen lassen oder das Fruchtfleisch der Avocado zugeben. Weiter pürieren und durch die Zugabe von Wasser die gewünschte Konsistenz herstellen. Die Kräutercreme über den Blumenkohl geben.



Insgesamt mehr als 200 leckere Rezepte findest du in meinen 4 Büchern - die ich dir hier rechts ---> verlinkt habe.


Sonntag, Januar 22, 2023

Essbare Wildpflanzen - Brombeerblättergenuss im Erdmandelmüsli


Brombeerblätter im Winter © Maximilian Ludwig


Inhaltsstoffreich, widerstandsfähig und im Winter unschlagbar – die Brombeere

Jetzt, da der Winter doch so ein bisschen Einzug gehalten hat, ist es gar nicht mehr so leicht, essbare Wildpflanzen zu finden. Man braucht schon ein bisschen Zeit, um für eine Mahlzeit frisches Grün zu sammeln. Dabei sollte man jedoch auch die positiven Nebeneffekte nicht außer Acht lassen: Die warme Stube zu verlassen, heißt auch der trockenen Heizungsluft und dem unzureichenden Licht zu entfliehen und seiner Gesundheit beim Pflanzensammeln mit frischer Luft und Helligkeit Gutes zu tun.
Auf eine Pflanze ist selbst bei dichter Schneedecke Verlass: Die Echte Brombeere, lateinisch Rubus fruticosus gehört zur Familie der Rosengewächse und hat auch im tiefsten Winter noch kräftig grüne Blätter.
Überall dort, wo sich die stacheligen Ranken der Brombeerpflanzen am Waldrand, an Hecken, Rainen und in Gärten finden lassen, können wir auch bei Schnee und Eis ihre Blätter ernten. Sie sind ledrig, fest und bei Minusgraden auch steif gefroren. Bei Zimmertemperatur tauen sie aber schnell auf, ohne matschig zu werden und können dann verarbeitet und verzehrt werden. Nur die bestachelte Mittelrippe auf der Blattunterseite der einzelnen Blätter muss unbedingt entfernt werden. Die wertvollen Blätter schmecken pur etwas trocken, weil das Gewebe so fest ist, um sogar dem Frost trotzen können. Sie lassen sich aber sehr gut klein hacken und so für Müsli, Salat oder in Smoothies verwenden.


Erdmandel-Müsli mit Brombeerblättern

(c) Maximilian Ludwig

  • 10 große Brombeerblätter
  • 1 große oder 2 kleine Saftorangen
  • Fruchtfleisch von 1 jungen Kokosnuss
  • (Pagode)
  • 2 Handvoll Erdmandeln, 2 Tage eingeweicht
  • im Herbst: frische Brombeeren nach Belieben, sonst Tiefkühlbrombeeren oder anderes Obst
Brombeerblätter in einzelne Fiederblättchen zerteilen und jedes von der stacheligen Mittelrippe befreien. Die Orange schälen und die groben weißen Fasern aus der Mitte sowie eventuell vorhandene Kerne entfernen. Alle Zutaten (bis auf die Brombeeren) mit dem Pürierstab grob pürieren, sodass das
Müsli noch ordentlich Biss hat. Dann, sofern vorhanden, die Brombeeren dazugeben.

(c) Dr. Christine Volm aus Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich - sicher erkennen, vegan genießen

Freitag, Dezember 23, 2022

Frohe Weihnachten 2022

Liebe Freund:innen, Bekannte, Kolleg:innen, Geschäftspartner:innen und natürlich Blogleser:innen,

es ist geschafft - die Wintersonnwende ist da und die Tage werden von nun an wieder länger. Für die Menschen muss das früher einer Erlösung gleichgekommen sein,
zu wissen, dass es wieder heller wird und die Aussichten wieder besser. Spüren können wir das so richtig noch nicht, aber ahnen können wir es, wie es sich anfühlt, wenn wir
spätestens ab 2. Februar (Lichtmess) deutlich merken, dass die Tageslänge (dann rund 9,5 Stunden) wieder ordentlich zugenommen hat.
40 Tage sind es nur von Weihnachten bis Lichtmess und solch eine Veränderung!

Dieses Jahr ist für uns und wahrscheinlich für viele Menschen ein besonderes Jahr gewesen, es wurden wieder einige Meilensteine geschafft, aber es wurde auch einiges auf den Prüfstand gestellt.
Aber ist das nicht in jedem Jahr so? Geht es nicht immer darum, uns neu zu positionieren?
Und geht es uns nicht einfach blendend, verglichen mit vielen anderen Menschen?
Jeder hat sein Päckle zu tragen, ja, aber mehr denn je sind wir auch verantwortlich für das, was wir tun, was wir entscheiden und wofür wir einstehen.
In diesem Jahr erschien es mir häufig aussichtslos, dass ein einzelner Mensch etwas ändern kann.

Aber dann sehe ich die Pflanzen in ihrer Schönheit, die eigentlich nur für sich selbst blühen und fruchten und mit ihrem Sein trotzdem alles bereitstellen, was wir brauchen.
Vielleicht sind auch wir am besten, wenn wir ganz wir selbst sind und das tun, was wir wirklich brauchen.
Aber was brauchen wir wirklich, um gut zu sein und uns gut fühlen zu können, habe ich mich gefragt?
Das gilt es wohl immer wieder neu zu entdecken und diese Aufgabe wird auch nie ein Ende finden -
nicht am Ende eines Jahres, nicht durch eine "Zeitenwende" und nicht durch Einflüsse von außen. Nie.
Jeder Tag will für sich gut gelebt werden.
Wenn mein Motto in diesem Jahr war, nicht auf ein Ende zu warten, sondern mit dem zu leben, was im Augenblick ist, dann könnte es im nächsten Jahr sein, jeden Tag einen neuen Anfang zu machen.

Ich sage von Herzen "Danke" an dieser Stelle an alle, denen ich in diesem Jahr in der ein oder anderen Weise begegnen durfte und besonders auch an dich als Blogleser:in.

Ich wünsche uns allen viele neue Anfänge 2023, und eine besinnliche und gesegnete Weihnachtszeit.

Christine




Dienstag, November 22, 2022

Wildpflanzen gegen Winterdepression

Früher war die Winterzeit immer ein Problem für mich. Es war die Zeit der trüben Stimmung, die eigentlich schon mit den ersten grauen Herbsttagen schleichend begann, aber meist von der Geschäftigkeit der Adventszeit und dem Lichterglanz der Weihnachtszeit kaschiert wurde. Der Januar war meist auch noch erträglich, aber spätestens Anfang Februar war meine Stimmung auf den Nullpunkt gesunken und die Depressionen waren unerträglich.



Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich daran etwas ändern ließe, habe gelitten und ausgehalten. Auch nach der Umstellung meiner Ernährung auf Rohkost mit Wildpflanzen, womit ich ja ursprünglich nur den Eisenmangel in den Griff kriegen wollte, habe ich keinen besseren Winterzustand meiner Psyche erwartet. Um so überraschter war ich, als nach anderthalb Jahren mit dieser Ernährung plötzlich der erste Winter anders für mich war. Ich hatte Spaß und fühlte mich sicher in meinem Körper, der zum ersten Mal nach zig Jahren wieder zu funktionieren schien.
Ich bin den Wildpflanzen bis heute dankbar dafür und gehe deshalb auch an trüben Tagen wie heute raus zum Sammeln. Mittlerweile weiß ich, was ich brauche und gebe das natürlich auch gerne in der Ernährungsberatung weiter. Aber ich bin immer noch auf der Hut, selbst nicht ins Defizit zu geraten und ausreichend Rohkost und Wildpflanzen zu mir zu nehmen - auch im Winter. 💚😃🌿
Auf dem Bild seht ihr die Goldene-Rübli-Torte, da verbergen sich jede Menge Wildpflanzen im Rohkost-Teig.

Bild aus "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich"
(c) Maximilian Ludwig

Freitag, Juli 29, 2022

Wie Corona mich lehrte, Spirulina zu lieben



Spirulina kenne ich seit Ewigkeiten, aber nie waren sie für mich so wichtig, wie während meiner Corona-Erkrankung im Frühjahr 2022. Als ich noch im Botanik-Institut an der TU München gearbeitet habe sind mir verschiedenste Algen häufig begegnet - vorwiegend unter dem Mikroskop - auch sogenannte fädige Blaualgen, Verwandte von Spirulina, die sich in Gewässern unterschiedlichster Art entwickelt haben und eher auf Probleme hinwiesen, also weniger gerne gesehen waren. 

Als ich Spirulina dann als Nahrungsmittel kennenlernte, hatte ich erst Vorbehalte - die nette einzellige Chlorella war mir die liebere - eine echte Grünalge, die nichts mit den fädigen Blaualgen gemein hatte - die ja eigentlich eine Form mehrzelliger Bakterien aus der Abteilung Cyanobakterien darstellen.

Spirulina hat aber zwei entscheidende Vorzüge in der Rohkostküche, die mich damals schon neugierig machten: Erstens können sie mit ihrem wunderschön blauen Farbstoff, Gerichten eine schlumpfähnliche Farbe verleihen und zweitens schmeckt sie  - das ist jetzt mein persönlicher Geschmack: nach Eigelb. Eigelbgeschmack, das war für mich so lecker, dass Spirulina zu einem Bestandteil meines Avocado-Eiersalats wurde in wild&roh.

Dennoch, ich blieb eher Chlorella treu als Nahrungsergänzungsmittel. Nur wenn ich Lust auf Eiergeschmack hatte, nutzte ich manchmal das Spirulina-Pulver, um Cashewnüsse damit einzupudern - wie ich finde ein hervorragender Snack. Dass ich aber Spirulina in unterschiedlichen Formen einmal pur und in großer Menge zu mir nehmen würde, damit hatte ich eher nicht gerechnet.


Es muss nicht ein ganzes Gericht sein - Spirulina kann auch nur auf eine Avocado gestreut werden.

Als ich vor einigen Monaten eine Probepackung Spirulina-Tabletten von for you ehealth zur Verfügung gestellt bekommen habe mit Spirulina aus deutschem Anbau war ich angenehm überrascht von dem leckeren Geschmack, der sich beim Lutschen in meinem Mund entfaltete - das war Eigelb mit Salz und feinen Gewürzen. Also lutschte ich doch ab und zu mal eine Tablette.

Nebenher habe ich ein bisschen recherchiert, was Spirulina sonst noch alles können soll: Beim Thema Eisen werde ich immer hellhörig - wer meine Geschichte kennt, weiß, dass ich darauf anspringe. Der Eisengehalt liegt bei 65,2 mg/100g - die Empfehlung zur Aufnahmen liegt bei 10-15 mg/Tag. Bei 10 Tabletten - was als Dosierungsempfehlung gerne angegeben wird, aber durchaus auch überschritten werden darf, würde man 2,6 mg Eisen aufnehmen - das wäre schon 1 Viertel des Tagesbedarfs.

Spirulina in Tablettenform zum Lutschen oder auch Schlucken, sollte jemand den Geschmack nicht mögen.

Auch nachdem ein Selbsttest im Winter mir Vitamin-K-Werte eher im unteren Normbereich bescheinigt hat, fand ich es nun super hierfür mit Spirulina eine natürliche Quelle zu haben - die Tagesportion von 10 Tabletten deckt ganze 58% des Tagesbedarfs. Soviel brauch ich gar nicht, ich bin ja meist gut versorgt durch die Wildpflanzen, aber das nehme ich gerne mit.

Spirulina sind außerdem reich an einfach (12%) und mehrfach ungesättigten (43,4 %)  Fettsäuren, und  eine gute Quelle für Gamma-Linolensäure (21,4 %).

Zu Spirulina gibt es mittlerweile auch einige Studien, die klar zeigen, wie gesund eine Nahrungsergänzung mit den fürs bloße Auge eigentlich unsichtbaren Algenspiralen sind; sie können

  • dem Immunsystem auf die Sprünge helfen
  • Blutzuckerwerte und Blutfettwerte senken
  • zur Linderung von Symptomen bei Allergien beitragen (das kann ich absolut bestätigen - ich hatte ja seit meiner Ernährungsumstellung auf Rohkost mit Wildpflanzen kaum mehr Anzeichen einer Reaktion auf Baumpollen, aber jetzt gibt es null Reaktion mehr auf die Pollen der frühblühenden Bäume)
  • die Bildung von roten Blutkörperchen verstärken und damit zum Beispiel Müdigkeit entgegen wirken
  • die Darmgesundheit fördern
  • das Herz-Kreislaufsystem stärken
  • Alterungsprozesse durch Antioxidantien verlangsamen
  • Entgiftungsprozesse unterstützen zur Ausleitung von Schwermetallen

Spirulina wird auch zur Bekämpfung von Mangelernährung eingesetzt - jetzt denkt man vielleicht, das wäre ein Problem vor allem in ärmeren Ländern. Leider ist es ein weltweites Problem und zwar überall dort, wo gesunde Nahrungsmittel nicht zur Verfügung stehen, nicht verwendet oder auf den Tisch gebracht werden. Unglaublich erscheint es fast, dass die Vereinten Nationen auf der World Food Conference schon 1974 Spirulina als bestes Lebensmittel der Zukunft bezeichnet haben. Seit 1984 gibt es die Idee, Mangelernährung bei Kindern damit zu bekämpfen. 1-3 g Spirulina über 4-6 Wochen täglich eingenommen, reichen, um leichte bis mittlere Symptome mangelernährter Kinder zu kurieren. Hierzu empfehle ich auch diesen Artikel von Jörg Ullmann.

Jörg Ullmann arbeitet als Geschäftsführer der größten Algenfarm Europas (daher, bzw. von  PureRaw hab ich meine Chlorella) und Algomed bietet neben PureRaw jetzt auch Clorella und Spirulina an - und zwar jeweils als Pulver, zum Streuen und als Flakes.


So, jetzt aber zurück zum Thema - was war jetzt eigentlich mit meiner Corona-Erkrankung? Zwei Jahre habe ich durchgehalten ohne Infektion. Im Frühjahr dann, als wirklich alle krank wurden, dachte ich, das kann nicht sein und habe einen Corona-Antikörpertest gemacht, mit dem Ergebnis: null Antikörper.

Ein bisschen habe ich mir Sorgen gemacht, weil ich schon dachte, ich würde mich dann doch bald mal anstecken. Aber zu diesem Zeitpunkt war ja schon klar, dass vor allem Vor-Erkrankte und Menschen mit unzureichender Versorgung schwer erkrankten. Zwei Wochen später war es dann soweit - Knödel im Hals - Test - positiv. Außer den ersten beiden Tagen mit heftigen Gliederschmerzen und einem lang anhaltenden Reizhusten hatte ich allerdings keine Beschwerden. Appetit hatte ich auch keinen, außer auf Spirulina und Wildpflanzen. Mein Husten war allerdings unangenehm, zusätzlich hatte ich das Problem, dass für den 4. Tag nach Erkrankungsbeginn schon wieder einen Online-Vortrag von 4 Stunden auf dem Programm stand. Ich habe vor allem auf bittere Naturheilmittel gesetzt - Neem-Pulver und selbst angebauten und geernteten Artemisia-Tee an erster Stelle, aber gegen den Husten halfen nur Spirulina. Zu der Tabletten von for you ehealth versorgte mich meine Freundin Kirstin von Pureraw mit ihren neuen Spirulina-Produkten, von denen ich vor allem die Flakes löffelweise gelutscht und geknabbert habe. 



Meinen Vortrag konnte ich halten - ohne Probleme und nach 9 Tagen war der ganze Spuk vorbei und das ohne jegliche Nachwirkungen.

Jetzt wäre es denkbar, dass mir mit Corona auch die Lust auf Spirulina vergangen wäre - im Gegenteil. Immer noch liebe ich den Geschmack, der jetzt für mich auch der Geschmack des gewonnenen Kampfes gegen das Virus ist. Und beim kleinsten Räuspern greife ich darauf zurück, um meine Stimme mit Spirulina zu schmieren. 

Ein Hoch auf all die Fettsäuren und Proteine darin - mir ist ganz egal, was dafür verantwortlich ist, vielleicht ist es auch nur der Algenfilm, der sich auf Mund und Rachen legt, aber ich bin für diese Entdeckung wirklich dankbar. Neugierig wäre ich natürlich schon und würde gerne wissen, welcher Inhaltsstoff oder Wirkmechanismus mir geholfen hat - kann das mal bitte jemand herausfinden? Auf jeden Fall ist zu den ganzen Wirkungen, die ohnehin schon positiv einzustufen sind, für mich noch eine dazu gekommen und ich empfehle allen Rednern und Sängerinnen, Lehrern und Sprecherinnern auch mal Spirulina zu testen.

Übrigens kann ich auch ohne Hustenreiz und ähnlichen Beschwerden schlecht ohne Spirulina sein. Und finde man kann ziemlich kreativ damit umgehen. Was ich empfehlen kann für alle, die sich beim Geschmack von Spirulina auch an Eier erinnert fühlen:

Spirulina-Brote - hier sind es Erdmandelschnitten mit veganer Butter und Spirulina zum Streuen,

bisschen Salz oder auch andere Gewürz drauf und


alles verstreichen:

Und gleich noch ein weiterentwickelter rohköstlicher Snack (ich habe ja oben schon die gepuderten Cashews erwähnt), der bei mir leider gar nicht lange hält (weil er sofort genascht wird):

Spirulina-Cashews

Dazu einfach Cashenüsse mit Spirulina-Pulver bestreuen, etwas Wasser dazugeben, umrühren und dann die Cashews mit der Algencreme trocknen lassen.



Lecker.

Übrigens: Alle der hier vorgestellten Produkte sind geschmacklich und bezüglich der Inhaltsstoffe  sehr empfehlenswert - probier einfach aus, welches dir am besten schmeckt.