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Sonntag, Juni 03, 2018

Spargelsalat

Oh, es ist Spargelzeit, wie wunderbar. Gefühlt esse ich jeden Tag Spargel momentan.


Und natürlich auch roh. Gut, dass es mittlerweile auch Biospargel zu erschwinglichen Preisen gibt, denn wenn man das hier liest, kann einem der Appetit auf konventionell angebauten Spargel doch vergehen.


Und gut, dass der arme leckere Spargel nicht mehr so totgekocht wird wie früher. Früher musste er ja "durch" sein und schlapp über eine Gabel hängen, die Köpfchen matschig. Das hatte zur Folge, dass mir als Kind gerade die Köpfe ganz zuwider waren. Das ist heute anders, zumindest soviel Spannung sollte er haben, dass er sich nicht durchbiegt, wenn man ihn auf die Gabel nimmt, da sind sich die Spitzenköch/Innen mittlerweile einig.

Aber wie schon gesagt, es geht auch roh: Dazu schäle ich nur den festen Teil der Schale im unteren Bereich ab. Beim grünen Spargel also von unten ein Drittel der Stange.


Die Köpfe bleiben ungeschält.


Damit sie mehr Marinade und damit Geschmack aufnehmen, viertel oder halbiere ich sie gerne und lasse noch ein paar ganz kurze ganz.

Zum Marinieren nehme ich gerne Obst - hier Orangen. Die späten Orangen, die es zur Spargelzeit gibt, werden meist weniger geachtet, weil sie äußerlich nicht mehr ganz so schön sind. Aber gerade die sind supersaftig und haben mehr Saftschläuche als Trenngewebe, so dass wir sie nicht filetiert  brauchen, sondern in dünnen Scheiben verwenden können.


Eine Lage Spargel, eine Lage Orangen, so zieht alles gut durch.





Wer mag, kann auch eine Avocado mit reinschneiden, dass muss aber nicht sein, je nachdem, ob man Öl verwenden mag oder lieber auf das gesunde Fett der Avocado setzen will.


Und dann kommen noch jede Menge Kräuter dazu, im zeitigen Frühjahr waren es auch Bärlauch und Glöckchen-Lauch, dazu Labkraut und Giersch wie hier. Jetzt gäbe es stattdessen Schnittlauch, dazu schmecken auch leckerer Sauerklee, Kleiner Wiesenknopf, Beinwell und Borretsch (Achtung Pyrrolizidinalkaloide) und Zitronenmelisse und vieles andere mehr.

Ob die Kräuter klein oder groß geschnitten werden, hängt von der Intensität ihres Geschmacks ab. Wenn Laucharten dabei sind, eher kleiner.


Und so sieht der Salat dann fertig aus - es empfiehlt sich ihn ein paar Stunden durchziehen zu lassen und erst ganz am Schluss mit etwas Apfel-Essig und bei Bedarf Öl, Meersalz und Pfeffer abzuschmecken.


Der Vollständigkeit halber hier noch die Variante mit Bärlauch, ohne Avocado und geschichtet.


Falls ihr noch Spargel im Kühlschrank habt und Orangen, dann probiert es gleich aus, sonst nächste Woche. Die Spargelzeit dauert noch bis 24. Juni, und es wird auch nochmal ein kleines Rezept dazu geben hier.

Euch einen schönen Sonntag mit vielen frischen Genüssen.

Dienstag, Oktober 11, 2016

Wildpflanzen im Oktober

Nein, ich bin auch nicht einverstanden mit dem Wetter derzeit, mir ist es auch zu kalt. Nicht gerade golden, der Oktober bisher. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Und den Wildpflanzen hat der Regen ganz gut getan. Wie sie schön frisch austreiben - hier Sauerampfer und Labkraut.



Wir haben vorgestern auf Exkursion so viel gefuttert und es war so nett, da hat es schon fast gar nichts mehr gemacht, dass es ordentlich gegossen hat. Heute soll es schön sein für die nächste Exkursion und am Wochenende soll es sogar warm werden - vielleicht gibt es dann endlich auch noch ein paar Pilze. Schopftintlinge haben wir vorgestern schon gefunden - ich habe diese aber noch nie roh verzehrt, Steinpilze ziehe ich da vor (Rezept findet ihr in Rohköstliches).
Wenn ihr noch mitkommen wollt auf Wildpflanzen-Exkursion, am Samstag wären noch ein paar Plätze frei. Dann einfach Email schicken an info(ät)christine-volm.de und ihr kriegt alle Infos.

Und wir waren uns alle einig am Sonntag auf Exkursion: Diese jungen Brennnesseln, die es nun dort gibt, wo gemäht wurde, die schmecken so köstlich - die dürft Ihr nicht verpassen.


Freitag, Mai 29, 2015

Wildpflanzen zum Frühstück

So sieht für mich ein ordentliches Frühstück aus. Ich muss dazu sagen, ich frühstücke eigentlich ganz selten, mein Tag beginnt erst mit dem Mittagessen. Aber auf unseren Seminaren gibt es natürlich leckerstes Frühstück mit selbstgesammelten Wildpflanzen und so schaut das dann aus.

Sauerampfer, Labkraut, Wiesen-Pippau, Gundelrebe, Mittlerer Wegerich, Spitz-Wegerich, Wiesen-Bärenklau, Schafgarbe, Frauenmantel, Löwenzahn, Giersch, Taubnessel, Lindenblätter, Pfefferminze und Brennnessel - 15 verschiedene Wildpflanzen für einen guten Start in den Tag
dazu Früchte und Nüsse

Erdnüsse und Maulbeeren...

...Papaya und Wildpflanzen - was will man mehr?



Sonntag, August 24, 2014

Rohköstliches Frühstück mit scharf

Ich mag es gerne scharf. Schon immer. "Mit scharf?", diese Frage habe ich früher schon, als ich noch Falafel gegessen habe, freudig mit "Ja." beantwortet. Und auch die Rohkost darf bei mir gerne scharf sein. Eine meiner Lieblingsgeschmackskombinationen ist süß und scharf. Und so darf auch ein Frühstück gerne mal etwas Schärfe haben. Wann immer es geht ist mir die Schärfe wilder grüner Pflanzen am Liebsten.  Schaut mal, mit der Kombination Banane-Meerrettich konnte ich auch die Seminarteilnehmer schon beim Frühstück anstecken:

Die Banane liegt bereit und die Wildkräuter sind gesammelt - so sah Sandras Teller aus: Wiesen-Bocksbart, Weidenröschen, Frauenmantel, Labkraut, Klee, Giersch und mehr und das Grün vorne in der Mitte ist der Schärfelieferant.
Am letzten Seminartag konnten alle schon ihre Wildkräuterportion zum Frühstück selber sammeln - ich habe nur noch kontrolliert, ob auch alles essbar ist. Und weil er gerade so schön gewachsen und für viele tatsächlich zu einer Delikatesse geworden war, durften auch die scharfen grünen Blätter vom Meerrettich auf den Tellern nicht fehlen.

  
Hmmm - lauter Leckereien mit Meerrettich - die grünen großen Blätter rechts.

Freitag, August 15, 2014

Heute mal wieder wilder Karottensalat

Ja, auch Autoren haben Lieblingsgerichte - eines davon ist mit Sicherheit dieser Karottensalat, den wir beim Seminar als Vorspeise an unserem Asiatischen Abend verzehrt haben. Ihr findet das Rezept dafür in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" auf Seite 131 - diejenigen, die ihn schon mal probiert haben - wie hat er Euch geschmeckt?

Jede Menge Wildpflanzen lassen sich hiermit kombinieren - meine Lieblingszutat: Wiesen-Labkraut - gerade frisch geerntet, haben wir es allerdings gleich vor Ort verspeist - da müssen wir morgen neues holen, um endlich mal wieder diesen leckeren Salat essen zu können - Ihr könnt aber auch Löwenzahn, Spitz-Wegerich und viele anderen Pflanzen mehr verwenden.

Und danach: wild-roh-vegane Sushi - hmmm!

Freitag, April 04, 2014

Süße Karotten mit Labkraut

Heute mal was ganz Einfaches. Das Aufwändigste daran ist vermutlich das Sammeln der Kräuter. Alles andere geht ratzfatz. Diesen Salat hat Annette zum Potluck mitgebracht. Im Original findet ihr das Rezept auf Seite 131 in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich".

Ihr könnt diesen Salat in vielerlei Variationen herstellen - Annette hat nicht nur Karotten und als süße Zutat Rosinen verwendet wie im Originalrezept, sondern ganz viele verschiedene Wildkräuter: Bärlauch, Löwenzahn-Blüten, Wiesen-Schaumkrautblüten, Veilchen, Giersch und Gundermann. In meinem Originalrezept ist es das Wiesen-Labkraut, das dem Salat grüne Power verleiht. Im Buch gibt es dazu außerdem ein Saftrezept. Labkraut ist so chlorophyllhaltig, dass dieser intensiv grün wird. Probiert es mal aus - jetzt hat wieder jede Wiese das Labkraut im Angebot, und wie immer bei den Wildpflanzen: umsonst und draußen!


Dienstag, März 04, 2014

Wildpflanzen-Salat contra Hangover

Oh je, einige werden heute und morgen schwer geplagt sein von den Nachwirkungen des Faschings.
Nein, nicht die Rohköstler, die mit Kokosnusswasser angestoßen und Süßkartoffelpommes gefeiert haben. Gibts die überhaupt? Wenn ja, dann meldet euch doch mal hier...

Für all die anderen, die sich heute oder morgen dann noch mehr quälen und versuchen Rollmöpse oder Bloody Marys oder womöglich noch die unselige Kombination aus Tabasco und rohem Ei in ihren Körper zu befördern - sei gesagt: Lasst es!

Wenn ihr wirklich etwas Gesundes wollt, dann greift zu Wildpflanzen. Sie haben mehr von allem was guttut als alles andere. Was soll denn am Rollmops helfen? Das tierische Protein belastet nur, und Mineralstoffe nur als NaCl (Salz) aufzunehmen hilft auch nicht weiter. Was wir brauchen sind Mineralstoffe, Vitamine und all die wertvollen Sekundären Pflanzeninhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Bitterstoffe, Terpene, und und und. Das alles ist drin in solch einem Wildpflanzensalat, wie Almut ihn neulich für unseren Potluck gemacht hat. Also haut rein!


Und was war drin? Vogelmiere, Wiesen-Labkraut, Gänseblümchen, Feldsalat, Chicoree, Avocado und Granatapfelkerne. Das Dressing bestand aus: Olivenöl, Apfelessig, Samen von der Knoblauchsrauke, Agavendicksaft und Bärlauch. Und wie hat's geschmeckt? HMMMMM!!!


Donnerstag, Februar 27, 2014

Narri-Narro - Wilde Rote Bete und Rohkostbrot

Zu unseren Potlucks bringt in der Regel immer jeder etwas Anderes mit - dieser vergangene Potluck mit Filmteam war ein "Best of". So hat Claudia zu unserem Potluck wieder ihren leckeren Rote-Bete-Salat mitgebracht - ich hatte ihn mir gewünscht - ebenso wie ihr unwiderstehliches Tomatenbrot. Die Zutaten/Rezepte dafür habe ich hier schon einmal aufgeschrieben. Wie immer könnt ihr bei den Rohkostrezepten die Mengen gut variieren und so rausfinden, wie es euch selbst am besten schmeckt. Außerdem gabs ein Brennnessel-Giersch-Pesto dazu.

Auf dem Rote-Bete-Salat thronen: Fingerkraut, Labkraut, Behaartes Schaumkraut, Linsen- und Senfsprossen

Brotdeko aus Weidenröschen, Kleinem Wiesenknopf und Klee

Für das Pesto werden Giersch und Brennnesseln mit etwas Zitrone und gemahlenen Sonnenblumenkernen, Datteln und wer möchte Knoblauch zerkleinert. Wer mag gibt Meersalz dazu. Soll das Pesto länger aufgehoben werden, kann man es mit Öl haltbar machen. Zum schnellen Verzehr empfehle ich auf Öl zu verzichten oder wenn dann ein sehr gutes Öl in Rohkostqualität zu verwenden.

Cracker-Rezepte und ein Rezept für den Boden einer Rohkostpizza findet ihr in "Rohköstliches", ein Rezept für ein Birkenbrot aus Mandeln und Birkenblüten findet ihr in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich"

Und allen Faschingsfans und Narren wünsche ich für die letzten närrischen Tage eine glückselige Fasnet. Narri-Narro!